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Hockey-Männer geben Bronzemedaille noch aus der Hand

05.08.2021 05:30
Die deutschen Hockey-Männer unterlagen gegen Indien
© JOE GIDDENS via www.imago-images.de
Die deutschen Hockey-Männer unterlagen gegen Indien

Viermal holten sie zuletzt eine Medaille, doch in Tokio endet diese Serie: Die deutschen Hockey-Männer haben das Bronzespiel gegen Indien verloren.

Jan Christopher Rühr hämmerte seinen Schläger mit voller Wucht auf die Bande, Kapitän Tobias Hauke schlug entsetzt die Hände vors Gesicht: Deutschlands Hockey-Männer haben nach großem Kampf Bronze verpasst, die Medaillenserie bei Olympischen Spielen ist gerissen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Kais al Saadi unterlag Rekordsieger Indien in einem dramatischen Spiel um den dritten Platz mit 4:5 (3:3) und holte damit erstmals seit den Sommerspielen 2000 in Sydney kein olympisches Edelmetall. 2008 und 2012 hatten die deutschen Hockey-Männer die Goldmedaille gewonnen, 2004 und 2016 gab es Bronze - diesmal blieb nur ein undankbarer vierter Platz.

"Für uns ist heute eine kleine Welt untergegangen, wir stehen mit leeren Händen da", sagte Bundestrainer Kais al Saadi: "Wir haben sehr, sehr gut angefangen, waren klar das dominierende Team. Aber dann haben wir die Inder mit haarsträubenden Fehlern eingeladen und zurück ins Spiel geholt." Er sei dennoch "stolz auf die Mannschaft: In diesem Glutofen nochmal zurückzukommen, um den Ausgleich zu kämpfen, das ist Ausdruck von tollem Teamgeist."

Timur Oruz (2.), Niklas Wellen (24.) und Benedikt Furk (25.) brachten das deutsche Team im Bronzespiel zwar schon im ersten Abschnitt mit 3:1 in Führung, doch Indien drehte mit vier Treffern binnen neun Minuten die Begegnung. Mehr als das Anschlusstor durch Lukas Windfeder (48.) gelang nicht mehr. Die deutschen Hockey-Frauen waren in Tokio im Viertelfinale ausgeschieden.

"Es tut jetzt wahnsinnig weh", hatte DHB-Kapitän Hauke schon nach dem unglücklich verlorenen Halbfinale gegen den dreimaligen Weltmeister Australien (1:3) gesagt: "Aber wenn wir morgen aufstehen, sind wir bereit, das zu holen, was wir uns verdient haben."

Letzte Strafecke kurz vor Schluss bringt keinen Erfolg

Diese Gier nach einer Medaille war im Oi Hockey Stadium am Donnerstag anfangs deutlich spürbar. Die deutsche Mannschaft begann mit großer Entschlossenheit - und erwischte einen Traumstart. Allerdings gab die frühe Führung durch Oruz ebensowenig Sicherheit wie der Doppelschlag durch sehenswerte Treffer zum 3:1. Noch vor der Pause glich Indien nach zwei Strafecken aus.

Im zweiten Abschnitt übernahm der achtmalige Olympiasieger, dessen letztes Gold allerdings schon 41 Jahre zurückliegt, dann vollends das Kommando und überrumpelte die "Honamas" mit zwei schmerzhaften Nadelstichen. Keine vier Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, da lag das deutsche Team plötzlich mit 3:5 hinten. Besonders bitter: Von sechs indischen Schüssen landeten fünf im Tor.

Im Schlussviertel drückte das deutsche Team und verkürzte auch schnell zum 4:5. Doch der Ausgleich gelang trotz klarer Überlegenheit und einiger Strafecken nicht mehr. Auch die letzte Ecke sieben Sekunden vor dem Ende brachte nichts ein.