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Brisanter Vertragspoker setzt sich fort

Warum Bayern bei Goretzka in schlechter Position ist

03.08.2021 20:04
Leon Goretzkas Zukunft beim FC Bayern ist ungeklärt
© Mladen Lackovic via www.imago-images.de
Leon Goretzkas Zukunft beim FC Bayern ist ungeklärt

Nicht nur wegen der schlechten Testspielresultate besitzt der FC Bayern noch einige offene Baustellen. Besonders die ungeklärte Zukunft von Leon Goretzka sorgt beim Rekordmeister für Unruhe. Aufgrund der stockenden Gespräche droht eine Hängepartie zur Unzeit.

2:3, 2:2, 0:2, 0:3 - der FC Bayern hat die Vorbereitungsspiele für die anstehende Saison in den Sand gesetzt. Zwar konnte Trainer Julian Nagelsmann noch nicht auf alle EM-Fahrer zurückgreifen, dennoch offenbarten die Münchner in den Tests gegen den 1. FC Köln, Ajax Amsterdam, Borussia Mönchengladbach und SSC Neapel noch viele ungeahnte Schwächen.

Allerdings ist die ausbaufähige Frühform nicht das größte Problem des FC Bayern. Schließlich muss der Rekordmeister um den Verbleib von Leon Goretzka bangen.

Der DFB-Profi zählt beim FC Bayern längst zu den unumstrittenen Stammspielern. So vereint der 26-Jährige wie kaum ein anderer Bundesliga-Profi die Attribute Zweikampfstärke, Passqualität sowie Torgefahr.

In der abgelaufenen Saison brachte es Goretzka auf 17 Torbeteiligungen in 32 Pflichtspielen und überzeugte an der Seite von Joshua Kimmich durch seine physische Gangart.

Goretzkas Zukunft beim FC Bayern ungewiss

Kein Wunder, dass der Achter beim FC Bayern in den kommenden Jahren noch mehr Verantwortung erhalten soll. "Ich bin vollkommen überzeugt, dass er zu den Führungsspielern gehören wird, die die Zukunft des Klubs formen werden", kündigte Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic im März gegenüber "France Football" an.

Jedoch ist Goretzkas sportliche Zukunft beim FC Bayern fünf Monte später ungewisser denn je. Seit Wochen befindet sich der Nationalspieler mit seinem Arbeitgeber in einem anhaltenden Vertragspoker.

Zwar würde Goretzka seinen im kommenden Sommer auslaufenden Kontrakt wohl gerne verlängern, bezüglich des künftigen Jahresgehalts soll zwischen beiden Parteien allerdings Uneinigkeit bestehen.

FC Bayern mit schlechter Verhandlungsposition

Laut "Sport Bild" verlangt Goretzka, der aktuell angeblich fünf bis sechs Millionen Euro einstreicht, ein Salär von bis zu 20 Millionen Euro. Eine Summe, die der FC Bayern nicht bezahlen wird, wie spätestens seit dem "Fall Alaba" bekannt ist.

"Wir haben als Klub eine Grenze und wissen, dass diese Spieler absolute Topspieler sind, die entsprechend bezahlt werden wollen. Wir haben unsere Grenzen aber auch hier ganz klar definiert", erklärte Vorstandsboss Oliver Kahn bezüglich den kolportierten Forderungen von Goretzka und Kingsley Coman, der aktuell ebenfalls um einen neuen Vertrag feilscht.

Dabei befindet sich der FC Bayern in einer schlechten Verhandlungsposition. Schließlich ist das Interesse an Goretzka groß. Mit dem FC Barcelona, Real Madrid und Manchester United buhlt Europas Fußballprominenz um die Dienste des Mittelfeldmotors. Besonders brisant: Wie "Bild"-Reporter Christian Falk erfahren haben will, offeriert Manchester United ein deutlich höheres Gehalt als der FC Bayern.

Dadurch stehen dem Rekordmeister knallharte Gespräche bevor. Aufgrund dessen deutete Salihamidzic bereits an, dass sich der Verein mit dem "Worst-Case-Szenario" in Form einer ausbleibenden Einigung beschäftigt.

Eine schnelle Vertragsverlängerung zwischen dem FC Bayern und Goretzka ist folgerichtig nicht abzusehen.

FC Bayern droht die nächste Hängepartie

Die drohende Hängepartie käme für die Münchner zur Unzeit. Immerhin ist der FC Bayern im Mittelfeldzentrum schon jetzt äußert dünn besetzt.

Neben Goretzka stehen Trainer Nagelsmann in der Schaltzentrale lediglich Joshua Kimmich, Marc Roca, Corentin Tolisso sowie Michael Cuisance zur Verfügung, wovon die beiden Letztgenannten immer wieder mit einem Abgang in Verbindung gebracht werden. Somit wäre Goretzka bei einem Wechsel sportlich schlichtweg nicht zu ersetzen.

Trotz der komplizierten Lage zeigte sich Nagelsmann bezüglich Goretzkas Zukunft zuletzt kämpferisch. Generell sei er in Vertragsgespräche zwar "nicht so involviert", erklärte der 34-Jährige. Allerdings habe er "natürlich mit ihm gesprochen". Er habe Goretzka aufgezeigt, "was ich mit ihm vorhabe und dass ich mich freuen würde, wenn er verlängert".

Fest steht: Sollten sich der FC Bayern und Goretzka in den kommenden Wochen nicht einigen können, droht dem Rekordmeister nach dem unrühmlichen Abschied von David Alaba im nächsten Sommer ein weiterer ablösefreier Wechsel.

Zwar besteht noch die Chance auf eine Vertragsverlängerung, doch schon jetzt deutet sich eine weitere Hängepartie an, die an der Säbener Straße für permanente Unruhe sorgen dürfte.

Jannik Kube

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