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Wer ist flatex, der Hauptsponsor von Borussia Mönchengladbach?

30.07.2021 12:15
Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach
© Anke Waelischmiller/Sven Simon via www.imago-image
Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach

Seit der Spielzeit 2020/2021 hat Borussia Mönchengladbach einen neuen Hauptsponsor: flatex. Das Unternehmen löste damit die Postbank ab und ziert seitdem unter anderem die Trikots der Fohlen.

Eines der Ziele des Unternehmens ist es, mit dem Vertrag den Bekanntheitsgrad der eigenen Marke zu steigern. Wer steht hinter dem kurzen Namen? In welchem Geschäftsfeld ist der Trikotsponsor zu Hause?

Schnell wachsender Online-Broker

Der aus dem Englischen abgeleitete Name flatex steht als Kurzform für "flat" (pauschal) und "execution" (ausführen). Er soll Aktienhandel zum günstigen Festpreis symbolisieren. Dahinter steht die flatex AG, ein schnell wachsender Online-Broker. Kunden können über diesen Anbieter zu festen Konditionen an der Börse handeln.

Nach eigenen Aussagen hat das Fintech-Unternehmen inzwischen über 1,2 Million Kunden, die mehr als 50 Millionen Trades pro Jahr an der Börse abwickeln. Diese Zahl könnte sich noch deutlich steigern. Denn seit einigen Monaten hat die AG den niederländischen Konkurrenten Degiro akquiriert und ist mit dem Unternehmen zur flatexDEGIRO AG fusioniert. Diese Muttergesellschaft ist im SDAX an der Frankfurter Börse gelistet (WKN FTG111).

Aktien einfach handeln

Der Online-Broker flatex steht für den einfachen und unkomplizierten Handel von Wertpapieren. Das drückt auch der Slogan unter dem Trikot der Fohlen aus: "Aktien. Online. Handeln." Das Unternehmen hat eine eigene Oberfläche entwickelt. Über diese können die Kunden schnell alle erforderlichen Informationen zu den einzelnen Wertpapieren finden und bequem per Mausklick oder Fingertipp Orders aufgeben.

Von Anfang an hat sich flatex als Online-Broker positioniert und zusätzlich mobile Apps aufgebaut. Überflüssiger Ballast wurde weggelassen, ein schlankes Angebot entwickelt. Im Gegenzug ist das Angebot beratungsfrei. Die Kunden können dennoch auf die umfangreichen Informationen zu den Wertpapieren zugreifen und darüber hinaus finden sie beim Broker eine technische Online-Hilfe. Einsteiger können außerdem Schulungsvideos ansehen oder an kostenlosen Online-Seminaren teilnehmen. So vergrößern sie ihr Börsenwissen und finden schneller interessante Papiere für ihren Aktienhandel.

Das auf den Online-Handel fokussierte Angebot hat einen riesigen Vorteil, mit dem das deutsche Fintec-Unternehmen viele Kunden gewinnen konnte: Die Gebühren sind niedrig. Das Selbstverständnis ist der eines Discount-Brokers. Die Gebühren gelten (weitgehend) unabhängig vom Handelsvolumen.

Weltweiter Handel

Niedrige Gebühren gelten auch für internationale Handelsplätze. Wer gern an der Börse in London, Paris, Tokio oder New York handeln möchte, kann über den Broker entsprechende Orders aufgeben. Das gilt für den Aktienhandel an vielen Börsen in der ganzen Welt sowie 19 außerbörslichen OTC-Handelspartnern. Dabei sind die Trader nicht auf Aktien, ETFs und Fonds beschränkt. Sie können ebenso Zertifikate, Optionsscheine, Anleihen und CFDs handeln. Eine große Auswahl an Sparplänen rundet das Handelsangebot ab. Das Gesamtpaket aus bequemer Verwaltung des Depots sowie den mobilen Apps und Online-Tools und schließlich dem reichhaltigen Angebot bei geringen Kosten trägt dazu bei, dass „Aktien. Online. Handeln.“ nicht nur für Fußballfans mehr als nur ein Trikotspruch ist.

Fußball ist keine Zufallsentscheidung

Die Entscheidung für Borussia Mönchengladbach und damit den Fußball war kein Zufall. Denn bereits vor der Vertragsunterzeichnung ist das Unternehmen ein Akteur der Finanztransaktionen der Profivereine. Der Online-Broker stellt regelmäßig Clubs Vorfinanzierung von Fernsehgeldern sowie Sponsoren- und Transferzahlungen bereit. Den Einstieg in die Bundesliga sieht flatex als Chance, in diesem Bereich, aber auch beim Endkundengeschäft weiter zu wachsen.

Millionen-Deal für die Borussia

Für Borussia Mönchengladbach bedeutet das eine Millioneneinnahme. Der Verein hat sich einen Hauptsponsor geangelt, der bis 2023 zwischen acht und zehn Millionen Euro pro Jahr zahlen soll. Für die Niederrheiner ist der neue Partner extrem wichtig gewesen. Ein Sponsorenwechsel mitten in der Pandemie birgt enorme finanzielle Risiken. Doch die Einnahmen liegen etwa auf dem bisherigen Niveau. Das verschafft insbesondere dem Team um Manager Max Eberl zusätzliche Planungssicherheit, in dem aktuell schwierigen Umfeld Verträge und Transfers zu fixieren. Nachdem das Team in der letzten Saison die Qualifikation für internationale Wettbewerbe verpasst hat, fehlen zusätzlich zu den Zuschauereinnahmen internationale Fernsehgelder. Damit der neue Trainer Adi Hütter mit einer schlagkräftigen Mannschaft den Weg zurück in die vordersten Tabellenregionen schaffen kann, ist aus diesem Grund jeder Euro wichtig.

Gemeinsam für den Erfolg

Nicht nur die Fohlen wollen an die Spitze. Auch flatex-CEO Frank Niehage hat bei der Vertragsunterzeichnung verlauten lassen, dass er die Mannschaft erfolgreich sehen möchte. Aber sowohl sein Fintech-Unternehmen er als auch der Verein würden die Chancen realistisch einschätzen. Als Sponsor trage das Unternehmen seinen Teil zu einem guten Abschneiden bei.

Dabei verfolgt flatex auch das Ziel, durch die Partnerschaft mit Borussia Mönchengladbach den eigenen Erfolg zu steigern. Nach dem Zusammenwachsen mit DEGIRO peilt das Unternehmen die Marke von zwei Millionen Kunden an. Das Sponsoring des Traditionsvereins ist dabei ein Schlüssel, um in Deutschland den eigenen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern. flatex möchte als der Online-Broker für Aktienhandel in Deutschland wahrgenommen werden. Je erfolgreicher die Borussia ist, desto besser ist dies für das Ziel des Sponsors. Zeit haben beide mindestens bis 2023. Solange läuft der Sponsoringvertrag. Die Option auf eine einjährige Verlängerung ist in der Vereinbarung enthalten.