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Gesalzene Stellungnahme nach abgelehntem Red-Bull-Antrag

Silverstone-Streit: Mercedes gießt Öl ins Feuer

29.07.2021 21:20
Die Stimmung zwischen Toto Wolff und Christian Horner bleibt vorerst vergiftet
© FREDERIC LE FLOC H via www.imago-images.de
Die Stimmung zwischen Toto Wolff und Christian Horner bleibt vorerst vergiftet

Das Urteil der FIA-Kommissare, die Kollision zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton beim britischen Grand Prix 2021 in Silverstone nicht neu aufzurollen, dürfte noch nicht der Schlusspunkt in der leidigen Saga zwischen Red Bull und Mercedes sein.

Eine Passage in der Urteilsbegründung der Kommissare sorgt nämlich selbst bei Formel-1-Insidern für Fragezeichen. Darin heißt es vage und ohne Hinweise, worum es dabei konkret geht, dass die Kommissare "bestimmte Anschuldigungen" von Red Bull, die mit den Unterlagen für den Revisionsantrag eingereicht wurden, "mit einiger Sorge" zur Kenntnis nehmen.

Mercedes Stellungnahme gießt Öl ins Feuer

Wörtlich heißt es: "Solche Anschuldigungen hätten für die Kommissare relevant sein können oder auch nicht, falls dem Antrag auf Revision stattgegeben worden wäre. Die Kommissare hätten diese Anschuldigungen möglicherweise in einer Folgeentscheidung direkt angesprochen. Da der Antrag abgelehnt wurde, äußern sich die Kommissare nicht zu diesen Anschuldigungen."

Das Mercedes-Team möchte sich auf Anfrage, was diese schwammigen Andeutungen seiner Meinung nach bedeuten könnten, nicht äußern. Allerdings hat es inzwischen eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht, die vor dem PK-Auftritt von den Teamchefs Toto Wolff und Christian Horner am Freitag zusätzliches Öl ins Feuer gießt.

Mercedes schreibt wörtlich: "Wir hoffen, dass diese Entscheidung das Ende der abgestimmten Versuche des hochrangigen Managements von Red Bull Racing bedeutet, den guten Namen und die sportliche Integrität von Lewis Hamilton einzutrüben." Damit meine man ausdrücklich auch "die eingereichten Dokumente im Zuge des nicht erfolgreichen Revisionsantrags".

Welche Anschuldigungen Red Bull formuliert hat, die jetzt für Fragezeichen sorgen, bleibt vorerst unbekannt. Klar dürfte sein, dass in dem Brief an die FIA aggressive Formulierungen verwendet wurden. Ob sich diese jedoch gegen Hamilton und/oder Mercedes richten oder gegen die FIA-Kommissare in Silverstone, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt.

Vermeintliche Red-Bull-Beweise werfen Fragen auf

Bereits zuvor hatten die angeblich neuen Beweise, die Red Bull eingereicht hatte, für Stirnrunzeln gesorgt. Unter anderem hatte das österreichisch-britische Team am vergangenen Donnerstag Hamiltons erste Runde in Silverstone nachgestellt, mit einer echten Runde auf der britischen Strecke und Testfahrer Alexander Albon am Steuer eines RB15 aus der Saison 2019.

Sinn und Zweck des mysteriösen Albon-Tests war offenbar, auf der Strecke zu beweisen, dass Hamilton die fragliche Copse-Kurve mit seiner Linienwahl und seiner Geschwindigkeit ohne die Berührung mit Verstappen nicht hätte schaffen können. Red Bull hatte die Strecke in Silverstone offiziell für einen Filmtag mit dem zwei Jahre alten RB15 gebucht, um nicht vom Testverbot erfasst zu werden.

Die Auswertung des Albon-Experiments wurde der Red-Bull-Präsentation als ein Teil der angeblich neuen Beweise beigelegt. Seitens der Kommissare wurde die Präsentation aber als nicht signifikant und relevant eingestuft. Sie argumentieren, dass Red Bull keine neuen Beweise entdeckt, sondern vielmehr versucht habe, neue Beweise zu kreieren.