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"Am wichtigsten ist, dass die Formel 1 nachhaltig ist"

Rückkehr zu lauten Motoren: McLaren-Boss widerspricht Wolff

29.07.2021 09:57
Zak Brown macht sich Gedanken um die Zukunft der Formel 1
© FLORENT GOODEN via www.imago-images.de
Zak Brown macht sich Gedanken um die Zukunft der Formel 1

McLaren-Geschäftsführer Zak Brown glaubt nicht, dass potenzielle Sponsoren abgeschreckt werden würden, wenn die Formel 1 in Zukunft wieder auf laute Motoren setzen würde. Das hatte nämlich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im Hinblick auf das neue Reglement 2025 befürchtet. Aktuell gibt es weiterhin Gespräche, in welche Richtung die Formel 1 dann gehen wird.

Red Bull hatte sich für eine Rückkehr zu lauten und aufregenden Motoren ausgesprochen, was sich auch viele Fans wünschen würden. Die nachhaltige Komponente soll dort der Sprit sein.

Das ging Wolff jedoch nicht weit genug: "Wir können keine alten Benziner mit schreienden Motoren sein, wenn jeder von uns erwartet, dass wir elektrisch fahren", sagt er.

Ein klassischer Verbrennungsmotor sei "die falsche Ausrichtung, wenn wir bedenken, wohin die Welt sich bewegt. Auch wenn wir laute Verbrennungsmotoren mögen", so Wolff. "Bleiben wir dabei, dann verjagen wir wahrscheinlich jeden einzelnen Geschäftspartner aus der Formel 1."

Brown glaubt jedoch nicht, dass sich Sponsoren bei dem Vorschlag von Red Bull abwenden würden - und der McLaren-Mann hat eine Menge Erfahrung mit der Akquise von Geldgebern. "Am wichtigsten ist, dass die Formel 1 nachhaltig ist", sagt er. "Das kann man über verschiedene Wege erreichen. Solange die Formel 1 nachhaltig ist, ist es den Sponsoren egal, wie man diese erreicht."

Brown: Mercedes-Perspektive nur "die Sicht eines Herstellers"

"Ob es sich nun um einen Verbrennungsmotor mit nachhaltigen Kraftstoffen handelt oder um einen Elektro- oder Hybridantrieb, wichtig ist, dass die Formel 1 eine Spitzentechnologie ist und dass Nachhaltigkeit für den Sport und die Welt von entscheidender Bedeutung ist", so Brown.

Bezüglich der Aussagen von Wolff glaubt Brown, dass dieser aus Sicht eines Werksteams spricht, dessen Hersteller seine eigene Agenda im Straßenwagenbereich hat und vor anderen Herausforderungen als ein Formel-1-Team steht: "Was man dort gehört hat, war eher die Sicht eines Herstellers, der möchte, dass das nachhaltige Element mit dem Markt übereinstimmt."

"Glaube ich, dass die Fans und die Unternehmenspartner abgeneigt wären, wenn die Formel 1 eine nachhaltige technologische Richtung einschlagen würde, die sich vielleicht von der Automobilindustrie unterscheidet?", so Brown. "Ich glaube nicht, dass die Unternehmenspartner und die Fans etwas dagegen hätten."

Doch natürlich müsse man auch die Ansichten der Hersteller berücksichtigen: "Sie sind ein großer Teil des Sports", so der McLaren-Mann. "Wir brauchen sie."