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Williams-Youngster im Exklusiv-Interview

Russells Punkte-Traum: "Wir sind so nah dran"

28.07.2021 21:42

George Russell ist einer der Überflieger dieser Formel-1-Saison. Im unterlegenen Williams kratzt er regelmäßig an den Punkten, schaffte im Qualifying gleich zweimal den Sprung in Q3. Für 2022 gilt er als Top-Favorit für das Mercedes-Cockpit neben Lewis Hamilton. Vorher will er sich noch den großen Punkte-Traum mit dem Traditionsrennstall erfüllen.

George Russell und Punkte – der Traum blieb im Williams bisher unerfüllt. Dabei robbt sich der designierte Mercedes-Kronprinz immer näher heran. "Das ganze Team hat die Punkte verdient. Sie haben so hart gekämpft und so viele Fortschritte seit 2019 gemacht", sagt der Brite im Interview mit "RTL"-Reporter Felix Görner. "Wir wurden damals dreimal pro Rennen überrundet. Seitdem haben wir viel erreicht."

In der Tat: In den letzten beiden Rennen trumpfte Russell im Qualifying auf, schaffte den für Williams-Verhältnisse sensationellen Sprung in den dritten Quali-Abschnitt. In Silverstone ließ er zum Beispiel Carlos Sainz oder Sebastian Vettel hinter sich.

Allein, beim Grand Prix an sich fehlt noch das Raceglück. In Spielberg crashte Altmeister Fernando Alonso spät die Party, schnappte ihm drei Runden vor Schluss P10 und den ersten Punkt weg. In Silverstone wurde Russell nach seiner Kollision mit Ferrari-Mann Sainz im Sprintrennen drei Plätze strafversetzt, im Rennen reichte es "nur" für Platz 12.

Das Team wartet seit dem wilden Deutschland-Rennen 2019 in Hockenheim auf WM-Zähler. Damals hatte Robert Kubica mit Rang zehn ein Pünktchen eingeheimst. Russell selbst fuhr als Hamilton-Ersatz in Bahrain 2020 in die Punkte. Eine Mercedes-Pannen kostete ihm damals den Sieg.

Die Top 10 ist zu schnell

Unterm Strich bewertet der Williams-Fahrer die vergangenen Auftritte aber äußerst positiv. Eine steile Entwicklung ist zu erkennen. "Die letzten vier Rennen waren richtig gut für uns. Noch nicht ganz gut genug für Punkte, aber wir sind so nah dran", sagt Russell und betont: "Jedes Wochenende geben wir alles. Wir müssen aber zufrieden sein mit der Leistung, auch wenn es nicht um Punkte geht. Wir sollten zufrieden sein, es in Q3 zu schaffen vor anderen sehr schnellen Autos. Die Top 10 ist dann zu schnell für uns."

Heißt: Mehr ist momentan auch einfach nicht drin. Wenn man so will, overperformt Russell ohnehin schon die ganze Saison. Punkte wären noch die Kirsche auf der Torte.

Ist der Einzug in Q3 also wie ein Podium für den gebeutelten Rennstall? "Nichts ist vergleichbar mit Gewinnen oder einem Podium", schränkt Russell ein. "Aber das ist in unserem Fall so nah dran, wie es nun mal möglich ist."

Russell behielt beim Heimrennen die Nerven

Wohin der Weg führen soll, ist klar. "Ich will am Ende gewinnen, bin ein Siegertyp", stellt er klar. "Aber ich kann auch nicht jedes Wochenende enttäuscht sein, weil ich nicht gewinne. Das ist einfach nicht realistisch." Ein 8. Platz 8 in der Silverstone-Quali und zweimal Q3 in den letzten Rennen seien dann eben wie eine Pole Position, erklärt er. "Wenn wir es nicht so sehen würden, sind wir den Rest der Saison deprimiert."

Einen eindeutigen Favoriten hat Russell was seine beste Runde der laufenden Saison angeht: Silverstone. Beim Heimrennen waren erstmals seit anderthalb Jahren Freunde und Familie an der Strecke. "Es gab so viel Erwartung und Druck. Immer wenn ich aus der Box gefahren bin, habe ich die Fans gesehen."

Der abgebrühte Brite kam damit gut zurecht. Er raste in Q3. Falls er wirklich 2022 bei den Schwarzpfeilen von Mercedes anheuert, wird dies wohl schnell zur Routine. 

© RTL