powered by powered by N-TV
Heute Live
sport.de - powered by powered by N-TV

Wellbrock - und dann? Talent Gose macht DSV-Team Hoffnung

22.07.2021 12:17
Isabel Gose ist in Tokio dabei
© unknown
Isabel Gose ist in Tokio dabei

Neben Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock ist in Tokio auch die nächste Generation am Start. Vor allem auf Isabel Gose ruhen die Hoffnungen.

Nach zwei Olympia-Nullnummern soll Florian Wellbrock in Tokio die Gegenwart der deutschen Schwimmer aufhellen. Die Zukunft sieht der Doppel-Weltmeister jeden Tag im Training. "Wir pushen uns enorm", sagt Isabel Gose, fünffache Junioren-Europameisterin, im Interview mit dem "Sport-Informations-Dienst". Die 19-Jährige gilt als größtes deutsches Schwimmtalent und gibt am Sonntag ihr Debüt unter den fünf Ringen.

Für Wellbrock gehört die Gymnasiastin zu den "jungen Wilden", die ihm daheim im Magdeburg Beine machen. Für Bundestrainer Bernd Berkhahn ist die Jüngste im deutschen Schwimmteam, die bei der Jugend-EM 2019 sieben Medaillen abräumte, ein Versprechen für die Zukunft. "Es stellt sich eine Entwicklung ein, die wir in den vergangenen Jahren vermisst haben", betont er.

Gose, die sich vor allem mit Vize-Weltmeisterin Sarah Köhler misst, und ihr Freund Lukas Märtens, der vorwiegend Wellbrock im Trainingsalltag fordert, wollen schon bei ihren ersten Olympischen Spielen ihr Potenzial zeigen. Und nicht, wie andere Talente vor ihnen, beim ersten Rendezvous mit den Stars der Branche weit hinterher schwimmen.

"Erstmal", sagt Gose, will sie "ganz viele Erfahrungen sammeln, und natürlich möchte ich zeigen, was ich drauf habe". Mindestens einen Endlauf hat die Elftklässlerin im Visier: "Bestzeiten müssen kommen, wenn ich im Finale stehen will. Die besten Chancen habe ich auf den 400 Kraul und natürlich mit der Staffel." Wellbrock, jetzt der deutsche Hoffnungsträger, war vor fünf Jahren bei seinem Olympia-Debüt als 32. über 1500 m Freistil "völlig überwältigt" abgetaucht.

Gose profitiert von der "saustarken Trainingsgruppe" bei Bundestrainer Berkhahn in Magdeburg, zu der neben Wellbrock und Köhler auch die Freiwasser-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden gehört. "Das Grundniveau, die Grundschnelligkeit im Training ist viel höher", hat sie nach ihrem Wechsel aus Heidelberg im vergangenen Jahr festgestellt. Berkhahn hat mit ihr vor allem an der Technik gefeilt, ihr den "Schleuderarm" weitgehend abgewöhnt.

Wellbrock und Köhler sollen herausgefordert werden

Mit ihrem Freund Märtens, ebenfalls 19, glaubt sie, Wellbrock und Köhler "nochmal herausfordern und sie ein bisschen kitzeln können". Berkhahn sieht das junge Paar "deutlich stärker", als es Deutschlands aktuelle Topschwimmer im gleichen Alter waren: "Flo und Sarah hatten damals niemanden auf dem Niveau in ihrer Trainingsgruppe."

Gose hört "so was natürlich gerne". Ihre Entwicklung hat durch den Wechsel nach Magdeburg noch mal deutlich Schwung bekommen. Schon früh hatte sie mit immer neuen Altersrekorden auf sich aufmerksam gemacht, mit 14 bereits den ersten deutschen Meistertitel in der offenen Klasse gewonnen. Bereits vor dem Goldregen bei der Junioren-EM holte sie in der 4x200-m-Freistilstaffel bei der EM in Glasgow Bronze, danach an selber Stelle bei der Kurzbahn-EM Silber über 400 m, auch ein deutscher Kurzbahn-Rekord steht schon zu Buche.

Ihrem Beispiel sollen in Zukunft möglichst viele andere folgen. "Wir sehen erste Erfolge", betont Berkhahn, "in der Vergangenheit sind Talente, die im Juniorenbereich geglänzt haben, einfach verschwunden."