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Beim BVB bald endgültig außen vor?

Reiniers problematischer Olympia-Traum

22.07.2021 13:00
Reinier ist von Real Madrid an den BVB ausgeliehen
© Christian Schroedter via www.imago-images.de
Reinier ist von Real Madrid an den BVB ausgeliehen

Bei Borussia Dortmund erlebte Reinier ein Katastrophenjahr. Dennoch stellte der BVB ihn für die Olympischen Spiele ab, wo er mit Brasiliens Auswahl zum Auftakt am Donnerstag (13:30 Uhr) auf Deutschland trifft. Durch das Turnier könnte Reinier in Dortmund endgültig den Anschluss verlieren.

Stefan Kuntz wollte der BVB nicht entgegen kommen. Obwohl der DFB-Coach für seine Olympia-Auswahl gerne noch einen Dortmunder Profi akquiriert hätte.

Um wen es sich handelt, das ging aus dem Bericht der gewöhnlich gut informierten "Ruhr Nachrichten" vergangene Woche nicht hervor. Klar scheint jedoch: Der DFB fragte kurzfristig an. Der BVB sagte dem Verband postwendend ab.

Sicherlich nicht, weil man Kuntz' Medaillen-Mission in Tokio sabotieren will. Sondern weil der betreffende Spieler unbedingt die Vorbereitung auf die kommende Saison in Dortmund absolvieren soll. Letztlich ist sich im Fußball-Business eben jeder selbst der nächste.

Nebenrolle für Reinier beim BVB

Warum der BVB bei Reinier eine Ausnahme macht und den 19 Jahre alten Brasilianer dennoch zu den Sommerspielen ließ, liegt auf der Hand: Eine zentrale Rolle in den Planungen des neuen Trainers Marco Rose nimmt der Offensivspieler nicht ein.

Klar, mit der Olympia-Teilnahme erfüllt sich für Reinier ein Traum. Sie sei sein "großes Ziel", sagte er bereits im letzten Herbst in einem "kicker"-Interview. Aber wäre er unersetzlich, hätte ihn der BVB sicherlich trotzdem nicht ziehen lassen.

Reiniers nachgeordneten Stellenwert bei den Schwarz-Gelben unterstreichen seine Daten aus der abgelaufenen Spielzeit: Nur insgesamt 19 Pflichtspiele mit mageren 339 Minuten Einsatzzeit absolvierte der Leihspieler, den zu allem Überfluss Ende November eine Corona-Infektion erwischte. Nur jeweils ein Tor und eine Vorlage steuerte Reinier bei.

Zwar mahnte BVB-Sportdirektor Michael Zorc in den zurückliegenden Monaten fast schon mantraartig "Geduld" mit dem bis 2022 ausgeliehenen Hochbegabten an. Und Interimstrainer Edin Terzic kündigte noch im Februar an, Reinier habe sich "definitiv verdient", bis Saisonende mehr von seinem Können zu zeigen. Aber es blieb bei Lippenbekenntnissen der Verantwortlichen.

BVB: So lange könnte Reinier fehlen

Wie Reinier in der kommenden Spielzeit die Wende beim BVB schaffen soll, wird durch seine Olympia-Abstellung immer fraglicher.

Die hochkarätige Konkurrenz im Offensivbereich war ihm im letzten Jahr schon um einiges voraus. Diese Lücke droht nun größer zu werden: Die Kollegen können im Rahmen der Vorbereitung schon unter Rose vorspielen und sich mit seinem taktischen Konzept vertraut machen.

Bis zum 7. August könnte Reinier in Japan beschäftigt sein. Dann steigt das Finale ums Olympische Gold in Yokohama. Dazu käme im Anschluss wohl noch ein längerer Erholungsurlaub für den Brasilianer.

Zur Erinnerung: Ebenfalls am 7. August startet der BVB mit dem Pokalspiel beim SV Wehen Wiesbaden in die Saison. Bereits sechs Tage später steht der Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt auf dem Programm, am 17. August dann das Supercup-Duell mit dem FC Bayern.

Hat der BVB genug Geduld bei Reinier?

Schon jetzt ist abzusehen, dass sich spätestens dann wieder Abwanderungsgerüchte um Reinier ranken werden.

Bereits im Winter berichteten spanische Medien von einem angeblich geplanten Leih-Abbruch. Konkret wurden die Spekulationen damals aber vorerst nicht.

Soll die Liaison im zweiten Jahr noch zu einer Erfolgsgeschichte werden, brauchen die Beteiligten erst einmal noch weiter viel Geduld - sowohl der BVB, als auch Reinier.

Tobias Knoop

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