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"Keine eindeutige Schuldzuweisung" in "50:50-Situation"

Wolff verteidigt Hamilton nach Crash mit Verstappen

22.07.2021 11:46

Lewis Hamiltons Triumph beim Formel-1-Heimspiel in Silverstone hat für Toto Wolff auch mit ein paar Tagen Abstand kein "Geschmäckle" – trotz des Crashs seines Piloten mit Max Verstappen (Red Bull).

"Ein Rennfahrer sollte nicht zurückziehen, wenn es darum geht, auf der Strecke zu racen, dann muss man auch in der Lage sein, seine Linie oder seinen Vorteil zu halten und dazu gehört auch manchmal, die Ellbogen auszufahren", sagte der Mercedes-Teamchef im "RTL"-Interview.

Man könne die Kollision "natürlich in 1.000 Einzelbilder zerlegen und daraus eine Meinung bilden", antwortete Wolff auf die Frage von "RTL"-Reporter Peter Reichert, ob Hamilton in der Highspeed-Kurve Copse nicht weiter innen hätte fahren müssen.

"Es gibt genauso viele Gegenargumente, nämlich, dass Lewis auf mehr als halber Höhe zu Max war und Max einfach zum Scheitelpunkt eingelenkt hat", so Wolff.

Lewis Hamilton vs. Max Verstappen eine "50:50-Situation"

Dass die Emotionen nach solch einem Crash "hochkommen" sei normal, "aber man kann in diesem Fall keine eindeutige Schuldzuweisung fällen", betonte der Österreicher. Die Szene sei eine "50:50-Situation".

Hamilton habe "in der Vergangenheit bewiesen, dass er nicht auf solche Aktionen aus ist, jemanden von der Bahn zu fahren oder zu kollidieren", sagte Wolff.

Das Gegenteil sei der Fall, der Rekord-Weltmeister habe in dieser Saison gezeigt, "dass er sich im Zweifelsfall aus der Situation herausnimmt, dass er auch nachgibt und keine Kollision eingeht."

Mercedes wusste, dass Verstappen okay war

Die Vorwürfe von Red Bull, Hamilton und Mercedes hätten ihren Sieg allzu ausgelassen gefeiert, während Verstappen noch im Krankenhaus weilte, prallten an Wolff ab.

"Es kochen natürlich die Emotionen hoch. Ich glaube, wenn wir auf der anderen Seite gesessen wären, hätten wir die Situation ähnlich betrachtet. Was wir nicht gemacht hätten - derart schnell mit persönlichen Vorwürfen rauszugehen", gönnte sich der 49-Jährige einen Seitenhieb insbesondere gegen Landsmann Helmut Marko. 

Die Red-Bull-Eminenz Helmut Marko hatte den Mercedes-Jubel nach dem Rennen im "RTL"-Interview als "niveaulos" bezeichnet.

Mercedes habe "zu jedem Zeitpunkt gewusst", dass Verstappen unverletzt gewesen sei und es dem Holländer "verhältnismäßig gut geht. Deswegen war unsere Reaktion dem angepasst", so Wolff. Allerdings müsse man akzeptieren, dass "jeder eine andere Meinung, eine andere Perspektive hat" und diese dann "auf seine Weise" kommuniziere.

Toto Wolff versteht Ärger von Jos Verstappen

Er könne auch den Ärger von Verstappens Vater Jos ("Toto braucht nicht mehr anrufen") nachvollziehen, sagte Wolff.

Das Duell von Verstappen jr. mit Hamilton sei eben "hochkompetitiv". Er verstehe "natürlich auch einen Vater, der hier zu Recht sehr emotional reagiert, weil sein Sohn einen schweren Unfall gehabt hat. Aus deren Perspektive durchaus verständlich. Diese Gefühlslage muss man respektieren. Der Wettbewerb zwischen Red Bull, ihren Fahrern, und uns war schon immer intensiv."

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