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"Kannst aus einer Kuh keinen Tiger machen"

Schumacher hört von "vielen Problemen" bei Aston Martin

22.07.2021 09:13
Für Sebastian Vettel läuft es in der aktuellen Formel-1-Saison noch nicht rund
© Steven Tee via www.imago-images.de
Für Sebastian Vettel läuft es in der aktuellen Formel-1-Saison noch nicht rund

Für Sebastian Vettel läuft seine erste Formel-1-Saison bei Aston Martin noch durchwachsen. Ein Grund dafür könnte Unruhe hinter den Kulissen sein, spekuliert Ex-Pilot und "Sky"-Experte Ralf Schumacher. Seinem Neffen Mick wünscht er derweil ein schnelleres Auto und spricht sich klar gegen einen Wechsel zu Alfa Romeo aus. 

Zehn Rennen, ein Podestplatz, drei Top-Ten-Platzierungen, ein Ausfall, insgesamt sieben Mal außerhalb der Punkteränge geblieben: So richtig rund läuft es für Sebastian Vettel bei Aston Martin noch nicht. Sein zwischenzeitlicher Höhenflug ist längst wieder beendet, sein schwerer Fahrfehler in Silverstone war Wind auf die Mühlen der Kritiker. 

Zu Vettels Kritikern gehört auch Ralf Schumacher. Der Ex-Formel-1-Pilot verwies im "Sport Bild"-Interview mit Blick auf den Heppenheimer darauf, dass sich dieser im Moment nicht nur um das Rennfahren, sondern generell um "viele Themen" kümmert. "Das steht ihm auch zu. Aber das Wichtigste sollte sein, den Teamkollegen im Griff zu haben." Eben das ist bei Vettel aber nicht der Fall.

Schumacher: Vettel müsste Stroll leicht schlagen

"Sergio Pérez war im vergangenen Jahr immer zwei, drei Zehntel schneller als Stroll. Wenn ich Pérez jetzt bei Red Bull im Duell mit Max Verstappen sehe, sollte es für Sebastian eigentlich ein Leichtes sein, dass er konstant schneller als Stroll ist", nahm Schumacher den vierfachen Weltmeister in die Pflicht.

Dass es für Vettel bei Aston Martin derzeit nicht so einfach ist, könnte laut Schumacher aber auch an der Unruhe hinter den Kulissen liegen.

Die Übernahme von Racing Point durch Lawrence Stroll und Aston Martin sei zwar ein "cleverer Schachzug" gewesen, aber: "Da­bei hat man nur vergessen, dass man auf diesem Weg auch die Mitarbeiter mitneh­men muss. Du kannst nicht über Nacht aus einer Kuh einen Tiger machen."

"Viele interne Probleme" bei Aston Martin?

Er höre, dass es im Rennstall "viele interne Probleme" geben soll. "Einige Ingenieure haben ent­täuscht das Weite gesucht, jetzt werden neue Leute dazugeholt", erklärte Schumacher, der fürchtet, dass sich Besitzer Lawrence Stroll "irgendwann die Sinn-Frage" stellen und sich aus dem Projekt zurückziehen könnte.

Jene Sorgen hat Mick Schumacher derzeit nicht. Der Rookie ist direkt in seinem ersten Jahr in der Formel 1 angekommen und hinterlässt im Haas einen sehr guten Eindruck - so gut, dass schon jetzt über einen Wechsel zu Alfa Romeo spekuliert wird. Diesen Wechsel sieht sein Onkel aber kritisch.

Diesen Rennstall wünscht sich Onkel Ralf für Mick Schumacher

"Da bin ich kein Fan von. Alfa hat seit Jahren einen gro­ßen Investor im Hintergrund, und dafür kommt dort viel zu wenig. Ich mag die Truppe, aber Team­chef Fréd Vasseur würde ich schon mal langsam hinterfra­gen", sagte Schumacher, der meint: "Da gibt es Besseres für Mick." Wo er seinen Neffen am liebsten sehen würde? "Alpha Tauri mit Franz Tost wäre persönlich meine erste Wahl für Mick."

Schumachers erste Wahl im Kampf um den WM-Titel ist Stand heute eher Red Bull, denn der Rennstall von Max Verstappen "hat noch einiges im Köcher und längst nicht alles gezeigt", so der "Sky"-Experte. Im Gegensatz dazu hat Mercedes ganz offenkundig ein Problem mit seinem Boliden.

"Irgendwas stimmt mit diesem Auto nicht. Das sieht man auch daran, dass sie [Mercedes] mit sehr viel Flügel unterwegs sind, um mehr Abtrieb zu haben und auf den Geraden so langsam sind", analysierte der 46-Jährige. 

Schumacher: Mercedes wollte Verstappen verpflichten

Dass Lewis Hamilton seinen Vertrag bei den Silberpfeilen jüngst um zwei Jahre verlängert hat, verleiht dem Titelkampf zusätzliche Brisanz, denn jetzt sieht es so aus, als ob die Fans sich bis mindestens Ende 2023 auf das hochexplosive Duell freuen können.

Hamiltons Unterschrift wertet Schumacher wie folgt: "Für mich heißt das vor allem, dass Max bei Mercedes abgesagt hat. Ich glaube, bei Mercedes gab es die Hoffnung, sich mit Max im Cockpit für die Zukunft ganz neu auszurichten. Die ist jetzt gestorben." Eine Verlängerung mit Hamilton sei daher "die einzige Alternative" gewesen.