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"Open"-Champion Morikawa genehmigt sich "ein paar Drinks"

19.07.2021 11:07
Collin Morikawa setzt seinen Höhenflug weiter fort
© David Blunsden via www.imago-images.de
Collin Morikawa setzt seinen Höhenflug weiter fort

British-Open-Champion Collin Morikawa machte aus der berühmten Sieger-Trophäe Claret Jug erst einmal ein stinknormales Trinkgefäß. "Daraus nehme ich mir jetzt ein paar Drinks", sagte der US-Golfstar nach seinem Coup von Sandwich. Direkt bei seiner ersten Teilnahme hatte er sich an der englischen Ostküste den Sieg beim ältesten Golf-Major geholt, dieses Kunststück war ihm auch im Vorjahr bei der US PGA Championship geglückt.

Morikawa ist niemand, der im Vorfeld eines Turniers lange plant. Der 24-Jährige kommt, schaut und macht. Erst seit Juni 2019 ist der Kalifornier Profi, doch seine Bilanz kann sich mehr als sehen lassen. Nunmehr fünf Turniersiege, Nummer vier der Welt. So einen nennt man Senkrechtstarter.

Seine Erfolg basieren auf einem gesunden Selbstvertrauen. "Seit ich zu den Profis gewechselt bin, hatte ich den Glauben an mich, dass ich es schaffen kann", berichtete Morikawa. Zum Glauben an sich selbst gesellte sich ein Plan. "Wenn ich zu neuen Turnieren komme, auf Plätze, die ich noch nie gespielt habe, dann mache ich von Montag bis Mittwoch meine Hausaufgaben", sagte er.

Soll heißen, auf den Proberunden wird der Platz seziert, die Tücken werden ausfindig gemacht, die perfekten Landezonen bestimmt und die Grüns akribisch studiert. Und wenn es dann donnerstags losgeht, ist Morikawa in seinem Element. Mit den Eisen gilt er als einer der Besten, Gleiches gilt für sein Nervenkostüm. Wenn es brenzlig wird, lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen.

"Ich sage jedem, dass ich nicht der Größte der Geschichte bin"

Auch am Sonntag nicht, als ihm auf der Schlussrunde plötzlich 2017-Sieger Jordan Spieth bis auf einen Schlag auf die Pelle rückte. Doch Morikawa konterte prompt mit einem Birdie an der 14, den Rest brachte er sicher ins Klubhaus.

Von vielen Experten wurde Morikawa schon nach seinem Erfolg bei der US PGA Championship als der kommende Stern gefeiert. Doch das gefällt ihm gar nicht. "Ich sage jedem, dass ich nicht der Größte der Geschichte bin, aber ich will ein Teil der Geschichte sein und Erinnerungen für mich selbst sammeln", sagte Morikawa.

Der Sonntag in Sandwich wird mit Sicherheit dazugehören. "Das ist einer der besten Momente meines Lebens. Die ganze Woche war sehr speziell, und am Geburtstag meines Caddies zu gewinnen, macht es noch spezieller", hatte er bei der Siegerehrung erklärt.

Das würde Marcel Siem auch gerne. Der Ratinger überzeugte als bester eines deutschen Quartetts mit Platz 15, seinem besten Open-Resultat, das zudem mit einem Scheck über rund 125.000 Euro versüßt wurde. Das war Balsam für die Seele des Familienvaters, der lange ohne Erfolge geblieben war.

"Das war hart für mich", sagte Siem, viermaliger Sieger auf der Europa-Tour. Derzeit spielt der Rheinländer auf der zweitklassigen Challenge-Tour, allerdings winkt ihm Ende der Saison wieder der Aufstieg auf die Europa-Tour.