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Herttrich mit mutiger Medaillen-Ansage

13.07.2021 10:17
Herttrich freut sich auf die Spiele in Tokio
© Federico Pestellini via www.imago-images.de
Herttrich freut sich auf die Spiele in Tokio

Die Silbermedaillengewinner von Rio. Die Vize-Weltmeister aus China. Und die WM-Dritten aus Hongkong. Viel heftiger hätte es Isabel Herttrich in ihrer Paradedisziplin in Tokio kaum erwischen können. Bei ihrer Olympia-Premiere warten bereits in der Gruppenphase hohe Hürden auf das Badminton-Ass. Doch Herttrich kennt keine Angst. "Ich bin topfit, und an einem guten Tag können wir viele schlagen", sagt sie.

Im Mixed gehört die 29-Jährige mit Mark Lamsfuß zur europäischen Spitze, die Weltspitze aber dominieren die Paare aus Asien, das weiß Herttrich genau: "Die Asiatinnen und Asiaten sind schon sehr dominant im Badminton, das ist dort einfach ein Volkssport, und die Spielerinnen und Spieler sind alle extrem gut."

Verstecken muss sich Herttrich allerdings nicht, der Sieg bei den Denmark Open im vergangenen Jahr hat ihr Selbstvertrauen gegeben. "Auch wenn es eine Überraschung wäre, schielen wir auf eine Medaille", sagt Herttrich, die sich einen Kindheitstraum bereits mit der Olympiateilnahme erfüllt hat. Daran hat sie nach dem knappen Aus vor den Spielen 2016 in Rio hart gearbeitet.

"Das hat den Hunger auf Olympia aber nur größer gemacht, und seither standen alle Weichen klar auf Tokio", sagt Herttrich im Gespräch mit "sportfrauen.net". Im Doppel reichte es zwar nicht für Tokio, doch im Mixed kann die gebürtige Hersbruckerin, die mittlerweile in Saarbrücken lebt und am Olympiastützpunkt trainiert, ihre Qualitäten voll ausspielen. Sie steuert das Spiel. Klug und mit Übersicht - mit Mark Lamsfuß bildet sie so eine starke Einheit.

Dicke Brocken für deutsches Mixed-Team

"Wir müssen immer so spielen, dass wir den Partner in eine gute Position bringen", erklärt Herttrich. Gemeinsam auf dem Feld zu stehen und zu kämpfen, hat sie immer schon lieber gemocht. "Ich bin einfach ein Teamplayer", sagt sie.

Diese Stärke will sie nach der Badminton-Karriere auch im Berufsleben voll ausspielen, das BWL-Studium hat sie abgeschlossen. Aber daran denkt sie momentan nicht, Tokio steht vor der Tür, am 16. Juli geht der Flieger. Schon am 24. Juli steht das erste Vorrundenspiel in der Musashino Forest Sport Plaza auf dem Programm, dann warten Chan Peng Soon und Goh Liu Ying aus Malaysia, in Rio mit Silber dekoriert.

Weiter geht es an den nächsten Tagen gegen Wang Yi Lyu/Huang Dong Ping (China) und Tang Chun Man/Tse Ying Suet (Hongkong) - drei große Herausforderungen für die zweimaligen EM-Dritten, die in der Weltrangliste auf Platz 15 stehen.

Egal, wie weit es in Tokio geht, für Isabel Herttrich soll nach ihrer olympischen Premiere noch nicht Schluss sein, sie sehnt sich nach vollen Hallen und angenehmeren Reisen als in der Pandemie. "Ich will nach Tokio auf jeden Fall noch ein Jahr spielen und hoffe, dass die Bedingungen wieder etwas normaler werden", sagt Herttrich: "In diesem Jahr entscheide ich dann, ob ich noch eine Olympia-Qualifikation mache und mich in Richtung Paris 2024 orientiere." Ihre Partner im Doppel und Mixed würde es freuen.