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"Als ob du die Schale wegschmeißt": Flensburg am Boden

18.06.2021 13:55
Flensburg am Boden
© Holsteinoffice.de/Jörg Lühn via www.imago-images.d
Flensburg am Boden

Führungswechsel in der Handball-Bundesliga: Nach ihrer ersten Heimniederlage seit 2017 hat die SG Flensburg-Handewitt die Tabellenspitze an Rekordmeister THW Kiel abgeben müssen.

Trainer Maik Machulla lobte tapfer die Moral seiner schwer geschlagenen Mannschaft, doch für die Spieler der SG Flensburg-Handewitt war die bittere 29:33-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin im Titelduell gegen den THW Kiel schon mehr als eine Vorentscheidung.

"Das ist, als ob du die Meisterschale wegschmeißt", sagte der schwedische Nationalspieler Jim Gottfridsson maßlos enttäuscht am "Sky"-Mikrofon. Auch SG-Kapitän Lasse Svan hat die Hoffnung auf den Titel fast schon aufgegeben: "Wenn wir es jetzt noch schaffen, wäre es unglaublich und noch nie dagewesen."

Denn nach der ersten Flensburger Heimniederlage seit Dezember 2017 hat es nun der Rekordmeister aus der Landeshauptstadt wieder selbst in der Hand, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Das Kieler Team von Coach Filip Jicha fuhr zeitgleich einen ungefährdeten 31:23-Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen ein. In der Tabelle liegt der THW mit 63:7 Punkten nun wieder einen Zähler vor der SG (62:8).

Was die "Zebras" erstaunlich zurückhaltend zur Kenntnis nahmen. "Es ändert nichts an unserer Lage. Wir haben gesagt, dass wir alle Partien bis zum Saisonende gewinnen wollen, sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak und warnte: "Wir wissen, dass da noch drei richtig harte Brocken auf uns warten - angefangen mit den Eulen Ludwigshafen am Sonntag."

THW Kiel muss weiter punkten

Drei THW-Siege sind wohl auch Pflicht, denn die Aufgaben der Flensburger bei der HSG Nordhorn-Lingen, beim HC Erlangen und vor eigenem Publikum gegen HBW Balingen-Weilstetten sind allesamt lösbar. Der Vorjahresmeister hingegen muss am letzten Spieltag (27. Juni) beim Ex-Champion Rhein-Neckar Löwen antreten. Durchaus mit Stolpergefahr!

Allerdings könnte den Kielern am letzten Spieltag bereits ein Zähler reichen. Denn bei Punktgleichheit nach dem letzten Spieltag hätte der THW wegen des besseren direkten Vergleiches mit der SG den Titel dann sicher.

Doch nicht alle Flensburger Profis wollen den vierten deutschen Meistertitel nach 2004, 2018 und 2019 schon abschreiben. "Es wird nicht so einfach, aber wir sollten optimistisch bleiben. Ich spiele jetzt schon acht Jahre in der Bundesliga, da haben sich schon einige verrückte Dinge ereignet", sagte Linksaußen Hampus Wanne.

Doch egal wie es ausgeht: SG-Coach Machulla kann und will seiner Truppe nicht böse sein, wenn der Titel in Kiel bleiben sollte: "Die Mannschaft hat in dieser Saison schon viel geleistet und ist immer wieder über sich hinausgewachsen."


SG Flensburg-Handewitt - Füchse Berlin 29:33 (15:14). - Tore: Svan (7), Wanne (7/2), Gottfridsson (6), Golla (4), Rod (3), Larsen (2) für Flensburg - Lindberg (11/7), Vujovic (5), Andersson (4), Wiede (3), Marsenic (2), Drux (2), Holm (2), Gojun (1), Kopljar (1), Matthes (1), Genz (1) für Berlin. - Zuschauer: 2300

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