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"Noch nicht alles überstanden"

Hitzlsperger offenbart Hintergründe zum Silas-Geständnis

16.06.2021 08:41

Silas Wamangituka von Bundesligist VfB Stuttgart hat unter falschem Namen und Geburtsdatum gespielt. Nun muss er eine Sperre absitzen, möglicherweise kommen rechtliche Konsequenzen hinzu. VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger hat nun die Hintergründe des Geständnisses des Bundesliga-Rookies des Jahres offenbart.

Dass der Kongolese Silas Wamangituka in Wahrheit Silas Katompa Mvumpa heißt und somit einst unter falscher Identität nach Deutschland einreiste, war den Verantwortlichen des VfB Stuttgart seit "Ende April, Anfang Mai" bekannt, wie Thomas Hitzlsperger in der "Sport Bild" berichtete. Der Angreifer habe sich zunächst "im engsten Kreis offenbart", anschließend habe er Sportdirektor Sven Mislintat und Direktor Sport-Organisation Markus Rüdt eingeweiht.

Als der Vorstand des VfB informiert wurde, sei "sofort klar" gewesen: "Wir müssen aktiv werden. Deswegen haben wir in den Wochen danach Gas gegeben und versucht, so viel wie möglich herauszufinden", so Hitzlsperger. 

Nachdem der VfB Stuttgart und der Spieler den Betrug schließlich öffentlich gemacht hatten, wurde Silas Katompa Mvumpa mit einer dreimonatigen Sperre sowie mit einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro belegt. Der Bundesligist habe für sich schnell entschieden, den Vorfall offensiv zu kommunizieren. "Es ging nie um das Ob, sondern nur um das Wie."

VfB Stuttgart hatte Angaben bereits geprüft

Hitzlsperger bekannte, dass die französische Zeitung "L'Équipe" bereits im Dezember 2019 nahegelegt hatte, dass der Angreifer möglicherweise unter falschem Namen eingereist war. Im Sommer 2019 war er vom FC Paris zum VfB gewechselt. 

Der Bericht sei vom VfB Stuttgart geprüft worden, so Hitzlsperger. "Die DFL hat uns damals eine offizielle Anfrage gestellt. Wir haben alles gecheckt, was wir überprüfen konnten. Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan und fühlten uns bestätigt: Wir hatten die Dokumente und wollten vermeiden, dass permanent über Silas spekuliert wird. Es gab keinen Anlass zu zweifeln."

Der 39-Jährige führte aus, dass im Zuge der Recherche sowohl der Angreifer selbst als auch dessen ehemaliger Berater befragt wurden. Dieser hatte offenbar einst die Änderung der Identität veranlasst. Die Hintergründe seien für den einstigen Mittelfeldspieler schleierhaft. "Das ist eine Frage, die am Ende nur der ehemalige Berater von Silas beantworten kann. Er hat den Spieler dadurch in eine gewisse Abhängigkeit gebracht."

Vertragsverlängerung im Ländle?

Hitzlsperger fand derweil lobende Worte für den in der vergangenen Saison so stark aufspielenden Stuttgart-Angreifer. "Es muss extrem viel in ihm vorgegangen sein, dass er sich am Ende dazu durchgerungen hat, mit uns zu sprechen. Deswegen kann ich nur sagen: Hut ab vor Silas, dass er diesen Schritt gegangen ist." Zudem steht nun eine Vertragsverlängerung im Raum, Hitzlsperger wolle "nichts ausschließen".

Allerdings ist die Angelegenheit für den Kongolesen noch nicht gänzlich geklärt. "Er ist sehr froh, wie es gelaufen ist. Aber es ist noch nicht alles überstanden, Silas steht mit seinem Anwalt jetzt mit dem Ausländeramt in Stuttgart in Kontakt."

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