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ARD und ZDF verlieren ihr Monopol

Deutschland, Frankreich und Co. gefordert: Wo läuft die EM im TV?

23.06.2021 20:50
Wo läuft die EM 2021 im TV?
© Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de
Wo läuft die EM 2021 im TV?

Die Fußball-EM 2021 findet vom 11. Juni bis zum 11. Juli statt und sieht insgesamt 51 Partien vor. Millionen von Fußball-Fans wird das Turnier nicht nur in Deutschland in seinen Bann ziehen. Die Zuschauer haben die Möglichkeit, alle Begegnungen der Europameisterschaft live im TV oder im Stream zu verfolgen. Doch wo werden die Spiele von Deutschland, Frankreich, England, Spanien und Co. übertragen? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt's hier:

ARD und ZDF übertragen zwar wie gewohnt die wichtigsten Spiele der EURO 2020, wie das Turnier offiziell heißt, verlieren aber ihr Monopol und müssen erstmals bei einem großen Turnier einige Partien einem Konkurrenten überlassen. Dadurch wird es für die Fans unübersichtlicher.

Wer zeigt was?

Die Öffentlich-Rechtlichen strahlen von den 51 Begegnungen immerhin 41 live und frei empfangbar im Fernsehen aus. Dabei teilen sich ARD und ZDF die Übertragungsrechte untereinander auf und berichten jeweils täglich abwechselnd aus den einzelnen Stadien des paneuropäischen Turniers.

Während das Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei in der ARD zu sehen war, wird das Endspiel am 11. Juli im ZDF ausgestrahlt.

Alle Spiele der Deutschen Nationalmannschaft werden ebenfalls vom Ersten und Zweiten im TV sowie in deren Live-Streams im Internet übertragen. 

Darüber hinaus hat sich die Telekom über ihr Streaming-Angebot "MagentaTV alle Übertragungsrechte gesichert. Alle 51 Spiele sind dort zu sehen, davon sogar zehn Begegnungen wie Frankreich gegen Portugal exklusiv. 


Hier gibt es alle TV-Hinweise sowie Spielorte der Vorrunden-Begegnungen der Fußball-EM in der Übersicht. Aufgelistet sind dabei auch die übertragenden TV-Sender aus Österreich und der Schweiz.

Alle verbleibenden Vorrundenspiele im Überblick:

  • Mittwoch, 23.06.2021 18:00 Uhr: Slowakei – Spanien | ZDF, MagentaTV, oe24.tv, SRF | Sevilla
  • Mittwoch, 23.06.2021 18:00 Uhr: Schweden – Polen | ZDF, MagentaTV, ORF, SRF | St. Petersburg
  • Mittwoch, 23.06.2021 18:00 Uhr: Deutschland – Ungarn | ZDF, MagentaTV, oe24.tv, SRF | München
  • Mittwoch, 23.06.2021 18:00 Uhr: Portugal – Frankreich | MagentaTV, ORF, SRF | Budapest


Warum darf die Telekom übertragen? 

Hintergrund ist ein komplizierter Deal. Das Bonner Telekommunikationsunternehmen hatte sich Oktober 2019 überraschend die kompletten Medienrechte für die EM 2024 in Deutschland von der Europäischen Fußball-Union UEFA gesichert. Später teilte die Telekom in einem umfangreichen Vertragswerk diese Rechte mit ARD/ZDF und erhielt im Gegenzug Sendelizenzen für alle Begegnungen der EM in diesem und der WM im kommenden Jahr.

Was kostet das den Fan?

Wer nicht schon zu den rund vier Millionen Kunden von "MagentaTV" gehört, muss zahlen. Das Angebot lässt sich über das Internet buchen, was nach Telekom-Angaben in der günstigsten Variante zehn Euro pro Monat kostet.

Wie viele Menschen schauen zu?

Eine Fußball-EM bringt den TV-Sendern absolute Top-Quoten. Das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der bisher letzten EM war die erfolgreichste TV-Sendung des Jahres 2016: 29,85 Millionen Fernsehzuschauer sahen die Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich. Auch Partien ohne DFB-Team locken bei einer EM Massen vor den Fernseher, so schauten vor fünf Jahren 18,99 Millionen Frankreich gegen Island.

Wer kommentiert?

Florian Naß macht den Anfang, er wird am 11. Juni das Eröffnungsspiel kommentieren. Für den 53 Jahre alten Fußballreporter der ARD ist es der erste Einsatz bei einer EM. Naß ersetzt bei der ARD Steffen Simon, der die gesamte EM für das Erste plant und organisiert. Zum Kommentatoren-Team der ARD gehören außerdem Gerd Gottlob und Tom Bartels. Beim ZDF sind wie bei der EM in Frankreich Béla Réthy, Oliver Schmidt, Martin Schneider und Claudia Neumann als Live-Reporter im Einsatz. Zu den Telekom-Kommentatoren gehören unter anderen der sonst bei RTL und DAZN arbeitende Marco Hagemann sowie Wolff Fuss von Sky.

Wer moderiert?

Neue Moderatoren gibt es bei ARD und ZDF: Die Paare Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl sowie Oliver Welke und Oliver Kahn sind nicht mehr im Einsatz. Im Ersten moderiert Alexander Bommes, zudem bilden Jessy Wellmer und Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger ein EM-Duo. Beim Zweiten sind Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer für die Moderation zuständig. Die Telekom hat den sonst beim ZDF tätigen Johannes B. Kerner für die Moderation eingekauft. Aus dem Quartier der deutschen Mannschaft melden sich Lennert Brinkhoff (ARD) und Sven Voss (ZDF), die Telekom setzt in Herzogenaurach auf Anett Sattler.

Welche Experten sind im Einsatz?

Alle Sender haben Prominenz verpflichtet. Zu den Experten der ARD gehören Neuzugang Kevin-Prince Boateng, Nationaltorhüterin Almuth Schult und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz sowie für Regelfragen Lutz Wagner. Das ZDF setzt auf Per Mertesacker, Christoph Kramer, Peter Hyballa und Schiedsrichter Manuel Gräfe. Die Telekom verpflichtete die ehemaligen Nationalspieler Michael Ballack und Fredi Bobic.