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Lewandowski soll's richten: "Wird den Unterschied machen"

13.06.2021 20:42
Auf Robert Lewandowski ruhen alle polnischen Hoffnungen
© Piotr Matusewicz via www.imago-images.de
Auf Robert Lewandowski ruhen alle polnischen Hoffnungen

Polen plagen vor dem EM-Auftakt gegen die Slowakei Personalprobleme. Die Hoffnungen ruhen mehr denn je auf Robert Lewandowski.

Es braucht nicht viel Fantasie, um in der Trophäe für den besten Torschützen der Europameisterschaft Robert Lewandowski wiederzuerkennen. Der markante Kurzhaarschnitt, der definierte Körperbau - der Pokal wirkt wie ein gold-glänzendes Abbild des polnischen Weltfußballers. Ob der Bundesliga-Rekordtorjäger den Designern tatsächlich als Modell diente, ist zwar unklar, Gründe hätte er ihnen in der abgelaufenen Saison aber zur Genüge geliefert.

Die Chance, als EM-Torschützenkönig die Trophäe selbst in Empfang zu nehmen, ist für Lewandowski eigentlich so groß wie nie. Der Stürmerstar von Bayern München befindet sich in der Form seines Lebens - und trägt die Hoffnungen der Polen vor dem Auftaktspiel gegen die Slowakei am Montag in St. Petersburg (18:00 Uhr/ARD und MagentaSport) fast alleine auf seinen Schultern.

Mehrere Polen-Start fehlen verletzungsbedingt

"Er ist sehr wichtig", sagte Polens portugiesischer Nationaltrainer Paulo Sousa. Lewandowski habe die Qualität, das Niveau der Mannschaft anzuheben. Das Land vertraue ihm. "Er ist ein sehr sensibler Junge, er will immer groß auftreten. Er weiß, wie man den Unterschied macht und er wird ihn auch machen", sagte Sousa.

Nun hat Lewandowski im Rennen um die Torjägerkrone einen entscheidenden Nachteil. Anders als im Verein ist er nicht umgeben von Weltstars, viel stärker als beim FC Bayern muss er das Spiel an sich reißen, noch stärker dürften sich die Slowaken sowie die weiteren Gruppengegner Schweden und Spanien auf den 32-Jährigen konzentrieren.

Zudem plagen die Polen Personalprobleme. Mehrere Leistungsträger wie Arkadiusz Milik (Olympique Marseille) oder Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek fehlen verletzungsbedingt. Immerhin steht gegen die Slowakei der zuletzt angeschlagene Abwehrchef Jan Bednarek (FC Southampton) zur Verfügung. Dennoch starten im Kampf um die Torjäger-Krone andere Star-Angreifer wie Harry Kane (England), Romelu Lukaku (Belgien), Kylian Mbappé oder Karim Benzema (beide Frankreich) mit günstigeren Voraussetzungen.

Sousa schwört ein: "Wir müssen dran glauben"

An Motivation mangelt es dennoch nicht, und das liegt nicht nur am Torhunger Lewandowskis. Seit der WM 1982 hat Polen nicht mehr das Halbfinale eines großen Turniers erreicht. Der Einzug in die K.o.-Runde ist das Minimalziel. "Wir müssen daran glauben, dass wir etwas außergewöhnliches erreichen", sagte Sousa: "Wir brauchen physische Stärke, Konzentration und Zusammenhalt."

Für den muss auch Lewandowski sorgen, der allerdings niemandem mehr etwas beweisen muss - weder der polnischen Nationalmannschaft, noch den externen Beobachtern. Zu diesen zählen angeblich auch Vertreter von Real Madrid.

Spanische Medien berichteten zuletzt mit Verweis auf vermeintliche Quellen aus Lewandowskis Umfeld, dass der Stürmer grundsätzlich bereit für einen Wechsel und für neue sportliche Herausforderungen sei. Lewandowski selbst hatte sich Ende Mai im Gespräch mit dem französischen TV-Sender "Canal+" "ganz offen" über seine Zukunft gezeigt.

"Ich lerne gerne neue Sprachen und Kulturen kennen. Aber ob das im Fußball oder nach meiner Karriere passiert, weiß nicht mal ich", hatte er gesagt. Zugleich betonte er, sich bei den Bayern sowie in München wohlzufühlen. Sein Vertrag läuft noch bis 2023, der Klub kann sich eine noch langfristigere Zusammenarbeit vorstellen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Polen: Szczesny - Kedziora, Bednarek (Glik), Dawidowicz - Frankowski, Krychowiak, Moder, Jozwiak - Zielinski - Lewandowski, Swierczok. - Trainer: Sousa

Slowakei: Dubravka - Pekarik, Satka, Skriniar, Hubocan - Kucka, Hromada - Haraslin, Duda, Mak - Schranz. - Trainer: Tarkovic

Schiedsrichter: Ovidiu Hategan (Rumänien)