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Tschechin bezwingt Pavlyuchenkova im Finale von Roland Garros

Krejcikova bejubelt ersten Grand-Slam-Erfolg

12.06.2021 17:04
Barbora Krejcikova siegte in Paris
© Federico Pestellini via www.imago-images.de
Barbora Krejcikova siegte in Paris

Barbora Krejcikova hat sich mit dem Triumph bei den French Open einen lange gehegten Traum erfüllt.

Barbora Krejcikova schickte Küsse in den Himmel, schnappte sich den schmucken Coupe Suzanne Lenglen und stemmte den Silberpokal glückselig in die Höhe. Die 25-jährige Tschechin hat sensationell die French Open gewonnen - und dachte auch im größten Moment ihrer Karriere an ihre 2017 verstorbene Trainerin Jana Novotna.

"Als sie im Sterben lag, habe ich viel Zeit mit ihr verbracht. Einige ihrer letzte Worte zu mir waren: 'Habe Spaß und versuche, einen Grand Slam zu gewinnen'. Sie war so eine Inspiration für mich", sagte Krejcikova: "Ich vermisse sie sehr und hoffe, dass sie jetzt glücklich ist. Ich bin es und kann es nicht glauben, dass ich hier gewonnen habe."

In einem umkämpften Finale hatte sie sich kurz zuvor mit 6:1, 2:6, 6:4 gegen die Russin Anastasia Pavlyuchenkova durchgesetzt und triumphierte damit als erste Tschechin seit Hana Mandlikova 1981 - damals noch unter Flagge der Tschechoslowakei.

Krejcikova besitzt sogar die Chance aufs seltene "Double". Die Athletin aus Brünn, die so viel von der verstorbenen tschechischen Ikone Jana Novotna lernte, steht auch im Doppel im Endspiel und könnte erstmals seit Mary Pierce im Jahr 2000 beide Wettbewerbe gewinnen.

Mit Krejcikova krönte sich im sechsten Jahr in Folge in Paris eine neue Spielerin zur Major-Siegerin. Sie ist erst die dritte ungesetzte Spielerin, die zum Turniersieg stürmte und streicht ein Preisgeld von 1,4 Millionen Euro ein, Pavlyuchenkova erhält 750.000 Euro.

Titelverteidigerin Iga Swiatek aus Polen war bereits im Viertelfinale gescheitert. Im Männerfinale am Sonntag (15 Uhr/Eurosport und ServusTV) stehen sich der Weltranglistenerste Novak Djokovic und Stefanos Tsitsipas, der Bezwinger der deutschen Nummer eins Alexander Zverev, gegenüber.

Pavlyuchenkova gegen Krejcikova - auf das überraschende Finale wäre vor dem Wettbewerb wohl kein Experte gekommen. Sie kämpften sich durch einen Frauen-Wettkampf in Paris, in dem es von Beginn an turbulent zuging. Der Presse-Boykott und der folgende Rückzug der viermaligen Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka sorgten direkt am Anfang für ein echtes Beben.

Pavlyuchenkova erst im zweiten Satz auf der Höhe

Es folgten kleinere Nachbeben, als immer mehr Favoritinnen wie Ashleigh Barty (Australien) oder Aryna Sabalenka (Belarus) stürzten. Die drei deutschen Frauen um Angelique Kerber hatten bereits nach der erste Runde ihre Sachen gepackt - erstmals seit 1958 schaffte es keine Starterin des Deutschen Tennis Bundes (DTB) in die zweite Runde. In den Fokus spielten sich andere Spielerinnen.

Eine klare Favoritin für das Endspiel zwischen der Weltranglisten 32. aus dem russischen Samara und ihrer einen Platz schlechter notierten Gegnerin zu benennen, war schwierig. "Heute geht es um Tagesform. Pavlyuchenkova hat sicher mehr Erfahrung gesammelt in den letzten 13, 14 Jahren", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner bei "Eurosport" vor dem ersten Aufschlag des Finals. Die Russin hatte große Lockerheit ausgestrahlt, doch damit war es auf dem Platz schnell vorbei.

Krejcikova nahm schnell in den Ballwechseln die Rolle der Chefin ein, verteilte gut und Pavlyuchenkova hatte zunächst keine Lösung parat - nach 32 Minuten ging der Durchgang an die Tschechin. Doch das Bild veränderte sich anschließend. Pavlyuchenkova wurde jetzt mutiger, ging schnell auf den Gewinnschlag und glich nach Sätzen aus.

Im dritten Durchgang spielten dann die Nerven eine immer stärkere Rolle - und Krejcikova blieb cool und jubelte über den größten Sieg ihrer Karriere.