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"Sein Auto hat einfach Hydraulikflüssigkeit verloren"

So kurz stand Pérez vor einem Ausfall in Baku

11.06.2021 10:59
Siege am seidenen Faden sind bei den Spitzenteams en vogue
© MST
Siege am seidenen Faden sind bei den Spitzenteams en vogue

Helmut Marko hat die Chancen auf einen Ausfall von Sergio Pérez beim Großen Preis von Aserbaidschan am vergangenen Wochenende auf 50 Prozent geschätzt. Der Mexikaner hatte ein Hydraulikproblem an seinem Red Bull und musste seinen Boliden direkt nach der Zieldurchfahrt aus Sicherheitsgründen abstellen.

"Sein Auto hat einfach Hydraulikflüssigkeit verloren", sagt der Red-Bull-Motorsportkonsulent gegenüber "auto motor und sport". Das sei schon während des Rennens aufgetaucht, und als das Auto während der Rennunterbrechung in der Boxengasse stand, habe es weiter getröpfelt.

Teamchef Christian Horner hatte nach dem Rennen bestätigt, dass man das Auto so spät wie möglich wieder angelassen hatte, um so wenig Druck wie möglich auf dem System zu haben. Denn Red Bull wusste nicht, wie weit Pérez noch gekommen wäre. "Es lässt sich nicht sagen, wann der Ausfall gekommen wäre", sagt Marko.

"Irgendwann hätte er keine Servolenkung mehr gehabt. Das hätte dann eine Kettenreaktion ausgelöst."

Daher war bei Red Bull zu diesem Zeitpunkt die Sorge "groß und berechtigt", dass am Ende doch Lewis Hamilton das Rennen gewinnen könnte. Das wäre nach dem Ausfall von Max Verstappen der Super-GAU gewesen. Der Brite kam beim Neustart auch besser weg als Pérez und schien in der ersten Kurve die besseren Karten zu haben.

Doch dass Pérez beim Start durchdrehende Räder hatte, sei seine Rettung gewesen, meint Marko: "Wenn er besser weggekommen wäre, hätte ihn Hamilton mit abgeräumt. Glück im Unglück", so der Österreicher.

So konnte jedoch Pérez als Erster in die erste Kurve einbiegen und das Rennen schließlich gewinnen. Für ihn war es nicht nur der erste Sieg für Red Bull, sondern auch der erste Podestplatz. Damit hat er auch dafür gesorgt, dass sein Rennstall in der Konstrukteurs-WM weiter an Vorsprung gegen Mercedes gewinnt.

Für ihn könnte das womöglich der Durchbruch bei Red Bull sein und dürfte seine Chancen auf einen Verbleib über 2021 hinaus erhöht haben. Schon in Monaco sei Pérez ziemlich schnell gewesen - und teilweise sogar schneller als Teamkollege Max Verstappen, wenn er freie Fahrt hatte. "Seinen Rennspeed hatten wir erwartet", betont Marko.

"Im Qualifying ist er hinter den Erwartungen geblieben. Aber das löst sich auch langsam", so der Motorsportkonsulent weiter. Und vor allem integriere sich "Checo" mittlerweile sehr gut im Team. "Er ist ein sehr guter Teamplayer", sagt Marko.