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"Das macht jeder so"

Mazepin rechtfertigt Harakiri-Manöver gegen Schumacher

10.06.2021 17:56

Haas-Pilot Nikita Mazepin hat beim Formel-1-Rennen in Aserbaidschan kurz vor Schluss mit einem waghalsigen Manöver gegen Mick Schumacher einmal mehr für Aufsehen und Verärgerung gesorgt. Der Russe sieht die Sache nicht so dramatisch und spricht von einem Missverständnis.

Bei über 300 km/h setzte Mick Schumacher in der vorletzten Runde des Aserbaidschan-GP zu seinem Überholmanöver gegen Teamkollege Nikita Mazepin an. Der Russe zog jedoch im allerletzten Moment zur Seite und schlug die Tür krachend zu. Schumacher reagierte geistesgegenwärtig und konnte die folgenschwere Kollision gerade eben noch verhindern.

Für viele Fans und Experten war Mazepins Verteidigung deutlich über der Grenze des Erlaubten. Ralf Schumacher forderte gar eine Strafe gegen den Russen und sagte: "Ganz ehrlich! Einfach nur unglaublich gefährlich, was Nikita da macht. Sowas bei über 300 km/h ist ein absolutes No-Go."

Auch Norbert Haug wertete die Aktion Mazepins als zu gefährlich und forderte Schumacher auf, in der Besprechung "sehr, sehr, sehr laut" zu werden und "auf den Tisch zu hauen".

Das sagt Mazepin zu seinem Manöver

Mazepin selbst sieht die Sache etwas entspannter. Mit einigen Tagen Abstand spricht der 22-Jährige im "sport.ru"-Interview von einem schlichten Missverständnis zwischen den Teamkollegen. "Normalerweise nehmen Fahrer die innere Linie, um zu überholen, weil es einfach das Beste ist. Ich habe nicht gedacht, dass Mick es auf der äußeren Linie versuchen würde."

Ja, sein Blockiermanöver sei sehr spät gewesen, gestand der Russe, der seine Aktion im gleichen Atemzug rechtfertigte und ergänzte: "Aber das macht jeder so." Was er an dieser Stelle unterschlägt: Nicht jeder schlägt seinem Konkurrenten die Tür bei über 300 km/h zu.

Als er Schumacher im Spiegel gesehen habe, sei er sofort auf die Ideallinie zurückgekehrt, wehrte sich Mazepin gegen die Rolle des "Bad Boys". "Es war einfach ein Missverständnis. Ich dachte, Mick würde es links versuchen, wie bei jedem anderen Manöver im Rennen. Aber er hat es rechts probiert."

"Wahrscheinlich hat in dem Moment auch eine Rolle gespielt, dass es die letzte Runde war und ich einfach nicht damit gerechnet habe. Ganz sicher wollte ich ihm aber keinen Schrecken einjagen", beteuerte der Rookie.