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Bottas musste vor dem Teamkollegen fahren

Mercedes erklärt Windschatten-Strategie pro Hamilton

10.06.2021 14:55
Valtteri Bottas musste Lewis Hamilton in Baku Windschatten geben
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Valtteri Bottas musste Lewis Hamilton in Baku Windschatten geben

Valtteri Bottas hatte im Qualifying von Baku Pech. Der Finne musste Teamkollege Lewis Hamilton im ersten Versuch von Q3 Windschatten geben und vorne alleine im Wind fahren. Diesen Vorteil gab der Brite im zweiten Versuch aber nicht zurück. Stattdessen musste Bottas vorne erneut als Erster aus der Box fahren.

Das wirkte sich auch in der Ergebnisliste aus: Während Hamilton dank seines ersten Versuches Zweiter wurde, war Bottas in Q3 der Langsamte. Doch warum hat Mercedes im zweiten Versuch nicht einfach die Rollen getauscht?

"Wir haben Regeln, um es für die Fahrer von Rennen zu Rennen fair zu machen. Und eine dieser Regeln ist, dass in jedem Rennen ein anderer Fahrer entscheiden darf, ob er im Qualifying als Erster oder Zweiter losfährt", erklärt Technologiedirektor Mike Elliott.

Bottas' Pech: Er durfte in Monaco entscheiden. Da ist Windschatten aber überhaupt kein Thema. In Baku wählte Hamilton aus. "Und Lewis hat sich aufgrund des Windschattenvorteils entschieden, als Zweiter zu fahren", so Elliott.

Er betont, dass das normalerweise kein großes Problem sei, weil Mercedes versuchen würde, Bottas so zu positionieren, dass er von einem anderen Auto Windschatten bekommen kann. Mercedes hatte in Baku jedoch Probleme mit dem Reifenaufwärmen und entschied sich dafür, zwei Aufwärmrunden zu fahren.

Leclerc profitierte von Mercedes-Strategie

"Leider haben unsere Gegner aber nicht das Gleiche gemacht. Sie haben versucht, ihre schnelle Runde gleich nach der ersten Outlap zu fahren. Dadurch war es schwierig, Valtteri in die richtige Position für einen guten Windschatten zu bekommen", so Elliott.

Stattdessen hat Mercedes sogar der Konkurrenz einen guten Windschatten gegeben. Beim ersten Q3-Versuch konnte sich Charles Leclerc in den Sog von Lewis Hamilton hängen und so mutmaßlich einen ausreichenden Vorsprung für die Poleposition herausfahren.

In den Windschatten des Monegassen hing sich Bottas dann aber für den zweiten Versuch, weil er nicht wieder der Erste auf der Strecke sein wollte. "Er hatte eine gute Position und war auf einer wirklich schnellen Runde", betont der Technologiedirektor. "Es war vermutlich nicht schnell genug für die Pole, aber schnell genug für eine enorme Verbesserung in der Tabelle."

Doch die rote Flagge nach dem Unfall von Yuki Tsunoda machte das Vorhaben zunichte, sodass Bottas nur von Startplatz zehn aus ins Rennen gehen konnte.