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Ogier feiert "speziellen" Italien-Sieg

07.06.2021 11:37
Ogier feiert seinen Sieg auf Sardinien
© S.GRAILLON via www.imago-images.de
Ogier feiert seinen Sieg auf Sardinien

Sebastien Ogier hat nach einem schwierigen Freitag beim Lauf der Rallye-WM (WRC) auf Sardinien nicht mehr mit dem Sieg gerechnet. Der aktuelle WRC-Champion musste am ersten Tag jede Wertungsprüfung (WP) eröffnen, weshalb er mit Ott Tänak im Hyundai, der eine bessere Startposition hatte, nicht mithalten konnte. Doch dann gab es dennoch den Überraschungssieg von Ogier.

Der Toyota-Fahrer leistete sich im Laufe der Rallye Italien keinen echten Fehler, weshalb er immer in Schlagdistanz blieb. Ohne Probleme durchzukommen, entpuppte sich über die drei Tage auf der Insel als entscheidender Faktor. Erst fiel Ott Tänak in Führung liegend am Samstag aus, weil er einen Stein traf, dann erwischte es auch noch Ogiers engsten Verfolger Dani Sordo, der sich in seinem Hyundai überschlug.

Anschließend hatte Ogier freie Bahn, den Sieg einzufahren. Sein Teamkollege Elfyn Evans landete auf Platz zwei, hatte aber nie eine echte Chance gegen den siebenmaligen Rallye-Weltmeister. Für Ogier war es der 52. Rallye-Sieg seiner Karriere. In der Gesamtwertung liegt er jetzt mit elf Punkten Vorsprung auf Evans auf Platz eins.

Ogier wäre gerne zuhause geblieben

"Ich habe vorher gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, warum wir dieses Wochenende überhaupt bestreiten und ich lieber zuhause wäre", so Ogier nach der Rallye. "Am Ende war es doch eine gute Idee, hergereist zu sein. Es ist schwierig, zu siegen, aber auf Sardinien als Erster zu starten und dann zu gewinnen, das schafft man nicht alle Tage. Deshalb ist das ein spezieller Sieg, der großen Wert hat."

Laut Ogier waren die Bedingungen für die Fahrer je nach Startposition extrem unterschiedlich, weshalb er bereits am ersten Tag viel Zeit auf Tänak verlor. Hätte der Hyundai-Fahrer nicht aufgeben müssen, wäre er sicher der klare Favorit auf den Rallye-Sieg gewesen, da er deutlich schneller über die von den vorausfahrenden gesäuberten Routen fahren konnte.

"Ich habe damit gerechnet, eine Menge zu leiden", sagt Ogier. "Ich habe mich darauf konzentriert, den Kontrahenten hinter mir zu schlagen, denn das ist schon eine große Errungenschaft. Sollte mehr dabei herauskommen, ist es ein Bonus. Ich war am ersten Tag schneller als Elfyn und Thierry [Neuville], was uns wirklich geholfen hat. Ott war auf einem anderen Level, aber das ist wegen der Startposition klar gewesen."

Risikomanagement über die Tage

Ogier hat sowohl am Samstag als auch Sonntag viel riskiert, um seine Chance auf ein gutes Ergebnis auf Sardinien zu wahren. Als jedoch Tänak und auch Sordo ausgeschieden waren, verringerte sich der Druck auf den Schultern des Franzosen, weshalb er begann, seinen Vorsprung auf Evans zu managen. "Ab diesem Moment haben wir versucht, clever zu sein und den Sieg einfach einzutüten."

Ogier holte inklusive der zwei Bonuspunkte auf der Powerstage, die Neuville für sich entschied, 27 Punkte für die Gesamtwertung. Hyundais Pech bescherte Toyota damit einen Doppelsieg und einen komfortablen Vorsprung von 49 Punkten in der Herstellerwertung. "Es war ein unglaubliches Wochenende", so Ogier. "Ich habe nicht damit gerechnet, hier um Toppositionen zu kämpfen. 27 Punkte mitzunehmen, tut einfach richtig gut."