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Chelsea-Held Havertz will jetzt einen EM-Stammplatz

30.05.2021 14:32
Kai Havertz erzielte das Goldene Tor im Champions-League-Finale
© Andy Rowland via www.imago-images.de
Kai Havertz erzielte das Goldene Tor im Champions-League-Finale

Mit 21 Jahren ist Kai Havertz auf dem Olymp des Klubfußballs angekommen. Mit dem Hochgefühl eines Matchwinners im Champions-League-Finale reist der Chelsea-Profi zur Nationalmannschaft.

Porto (SID) Nach einem Jahr auf der Insel weiß auch der wohlerzogene Kai Havertz das derbe englische F-Wort zu benutzen - vor allem, wenn man ihm im größten Moment seiner jungen Karriere mit der 100-Millionen-Euro-Ablöse kommt. "Um ehrlich zu sein, im Moment gebe ich einen F... drauf. Wir haben die verf..... Champions League gewonnen. Wir feiern jetzt einfach nur", sagte der Matchwinner im ersten Interview nach dem Triumph in der Königsklasse und brach mit Chelsea-Kapitän Cesar Azpilicueta in kreischendes Gelächter aus.

Der TV-Moderator entschuldigte sich noch während der Sendung schmunzelnd für die "blumige Wortwahl", Havertz ein paar Stunden später auf Twitter: "Entschuldigung für das Fluchen", schrieb der Offensivspieler - und versah es mit einem Smiley. An diesem Abend hätten ihm die Chelsea-Fans fast alles verziehen. Havertz hatte das Finale in Porto gegen Manchester City mit seinem 1:0-Siegtreffer (43.) entschieden.

Havertz beschreibt "unfassbares Gefühl"

"Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung", sagte der frühere Leverkusener, "seit ich fünf oder sechs bin, erinnere ich mich an jedes Champions-League-Finale." Nun wird man sich für immer an ihn erinnern: Wie er kurz hinter der Mittellinie den Sprint anzog. Wie er den Traumpass von Mason Mount aufnahm und mit etwas Glück City-Torhüter Ederson umkurvte. Wie er den Ball mit links ins Tor schoss und mit rausgestreckter Zunge jubelte. Ein "unfassbares Gefühl" habe ihn in dem Moment erfüllt, so Havertz.

"Er wird mal ein Superstar, eigentlich ist er es schon. Er hat uns die Champions League geschenkt", sagte Azpilicueta fast schon ehrfürchtig über den 21 Jahre alten Deutschen: "Er hat es sich verdient, hatte eine schwere Saison. Aber seine Mentalität ist top." In der Tat verlief Havertz' Premierensaison in London schwierig: Anpassungsprobleme, Verletzungssorgen, Systemumstellung, Trainerwechsel, Corona-Erkrankung - und immer wieder dieses Gegenrechnen seiner Leistungen mit der Rekordablöse.

Auch Löw schwärmt von Havertz 

Im Finale bewies Havertz anders als Teamkollege Timo Werner, dass er ein Mann für die großen Spiele ist, nicht nur wegen seines Tores. "Das war ein Wahnsinns-Abend vor allem für Kai Havertz", schwärmte auch Joachim Löw. Für den Bundestrainer macht es die Sache nicht unbedingt leichter, denn für Havertz' Position hat er unter dem Beifall der Fußball-Nation Thomas Müller zurückgeholt. Mit dem Hochgefühl eines Matchwinners im Champions-League-Finale wird nun auch Havertz Ansprüche auf einen EM-Stammplatz stellen, zumindest innerlich.

Löw hatte dem mit unendlich viel Talent gesegneten Offensivspieler für die nahe Zukunft "eine Schlüsselrolle" versprochen. Doch da Löw nach der EM abtritt und sich um Umbruchfragen nicht mehr scheren muss, könnte er auf Nummer sicher gehen und Müller den Vorzug geben. Freiwillig wird die Chelsea-Gruppe mit Havertz, Werner und Antonio Rüdiger aber nicht ins zweite Glied rücken. "Ich glaube, dass das etwas sehr Gutes werden kann", sagte Werner. "Spätestens, wenn wir da ankommen."

Am Donnerstag sollen das Chelsea-Trio und City-Profi Ilkay Gündogan zum Trainingscam in Seefeld/Tirol stoßen. Auch einer gemeinsamen Weiterreise zur Generalprobe am 7. Juni in Düsseldorf gegen Lettland steht laut DFB nichts mehr im Wege. Weil Havertz und Co. das Virusvariantengebiet Großbritannien bereits am 27. Mai verlassen haben, müssten sie bei ihrer Ankunft in Deutschland nicht in Quarantäne.