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Verlässt der Superstar den FC Bayern?

Real? PSG? Chelsea? Lewandowskis Optionen im Check

18.05.2021 20:17
Bricht Robert Lewandowski seine Zelte beim FC Bayern ab?
© Maro Donato via www.imago-images.de
Bricht Robert Lewandowski seine Zelte beim FC Bayern ab?

Nach sieben Jahren beim FC Bayern und elf in der Bundesliga denkt Robert Lewandowski angeblich über einen Tapetenwechsel nach. Der Superstar sucht Gerüchten zufolge nach einer neuen Herausforderung. Aber wo könnte er diese finden? Welche Klubs könnten sich den Polen überhaupt leisten? Und wo wäre der Torjäger am besten aufgehoben? 

Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger, Weltfußballer, Torschützenkönig und vieles mehr: Es ist nicht übertrieben zu sagen, Robert Lewandowski hat im Trikot des FC Bayern alles erreicht, was ein Spieler mit einem Verein erreichen kann. Auch aus diesem Grund denkt der Pole angeblich über eine neue Herausforderung nach. Doch spätestens hier wird es kompliziert.

Denn zum einen will der Rekordmeister seinen Superstar (Vertrag bis 2023) unter keinen Umständen abgeben. Zum anderen kommen für einen Spieler wie Lewandowski nur eine Handvoll Klubs überhaupt infrage. Jene Klubs müssten nicht nur ein enormes finanzielles Paket stemmen, sondern auch sportlichen Erfolg garantieren. Eine Kombination, die es im Weltfußball nur selten gibt.

Zu welchem der besagten Vereine würde der Pole am besten passen? Welcher dieser Klubs kann sich den Superstar überhaupt leisten? Und wo sieht sich Lewandowski selbst am ehesten? sport.de macht den Check:

  • Real Madrid

Spanien ist das bevorzugte Ziel von Lewandowski, Real einer der beiden Vereine, die für den Polen infrage kommen würden. Die Königlichen flirteten in der Vergangenheit regelmäßig mit dem Stürmer, so richtig passte es aber nie. 

Das Verlangen nach neuen Superstars im Bernabéu ist weiterhin groß. Nur spielte Lewy in diesem Zusammenhang zuletzt eine untergeordnete Rolle. Viel mehr soll sich die Klubspitze auf Kylian Mbappé und Erling Haaland versteift haben.

Wirklich eilig haben es die Königlichen nicht. Dank Karim Benzema (Vertrag bis 2022) kann die Wartezeit bis zu einem Transfer von Mbappé und/oder Haaland überbrückt werden. Erst 2022 wird wohl einer der beiden jungen Superstars nach Madrid wechseln. Spätestens danach ist für Lewandowski mit seinen dann 33 Jahren kein Platz mehr.

Die Finanzen eines Lewy-Deals sind zwar ein Problem, aber gleichzeitig auch keins, das sich nicht lösen lassen könnte. Im Kader sind einige Spieler, die sich zu Geld lassen machen. Allen voran Eden Hazard. Dazu könnte sich der Klub im Fall eines Lewandowski-Wechsels von Benzema trennen. Spieler wie Isco und Vázquez könnten weitere Millionen einbringen.

  • FC Barcelona

Auch der FC Barcelona ist trotz der sportlichen Krise der letzten Jahre ein Klub, der für einen Spieler wie Lewandowski interessant ist. Völlig unklar ist allerdings, wie die Katalanen einen Deal dieser Größenordnung finanzieren wollen. Barca fehlt schlicht und ergreifend das Geld, um den Polen unter Vertrag zu nehmen.

Auf dem Papier könnte Barcelona den Torjäger mehr als gut gebrauchen. Seit dem Abgang von Luis Suárez fehlt ein klassischer Knipser. Zudem liefert Antoine Griezmann nicht die Torausbeute, die man sich von ihm erhoffte. Zu viel blieb auch in dieser Saison an Lionel Messi hängen. Hätte der Argentinier einen Stürmer wie Lewandowski an seiner Seite, würde dies die Titelchancen um ein Vielfaches erhöhen.

Auch aus Lewandowskis Perspektive hätte ein Wechsel ins Camp Nou etwas reizvolles: Wer würde nicht gerne an der Seite des vielleicht besten Fußballers aller Zeiten spielen?! 

  • Paris Saint-Germain

Wenn die Scheich-Millionen rufen, können nur wenige Spieler widerstehen. Auch Lewandowski würde von PSG mit einem Angebot geködert werden, das seinesgleichen sucht. Ein Jahresgehalt von 30+ Millionen Euro wäre ihm bei Paris sicher.

Noch hoffen die PSG-Bosse aber auf eine Vertragsverlängerung von Kylian Mbappé. Den Weltmeister wollen und dürfen sie aus mehreren Gründen nicht verlieren. Sollte es aber doch soweit kommen, müsste umgehend ein Spieler von ähnlichem Kaliber her. Lewandowski fällt in diese Kategorie.

Und doch wäre der Pole für die Pariser nur eine Notlösung, schließlich ist er zehn Jahre älter als Mbappé, der als echter Pariser Junge das Aushängeschild des Klubs ist und bleiben soll.

Die größte Hürde für einen Lewandowski-Wechsel zu PSG ist allerdings die französische Liga. Es heißt, der Weltfußballer habe kein Interesse an der Ligue 1 und lehne einen Wechsel in die sportlich unattraktive Spielklasse ab.

  • FC Chelsea

Auch der FC Chelsea verfügt über die finanziellen Mittel, um das Gesamtpaket Lewandowski zu stemmen. Dazu sind die Blues ein Klub mit höchsten Ambitionen, können sich schon in wenigen Tagen zum Champions-League-Sieger küren und haben die englische Meisterschaft weit oben auf ihre Fahnen geschrieben.

Einen Spieler-Typen wie Lewandowski haben die Londoner mit Olivier Giroud in ihren Reihen, wenngleich der Vertrag des Weltmeisters nach der Saison ausläuft. Auch Tammy Abraham ist ein klassischer Stoßstürmer. Qualitativ können sie dem Polen aber nicht das Wasser reichen. Lewy wäre ohne Frage ein Riesenupgrade für den Kader von Thomas Tuchel.

Einem Bericht von "Sky" zufolge hat der FC Chelsea sogar schon Kontakt zum Lager von Lewandowski aufgenommen, um einen möglichen Wechsel zumindest mal grob auszuloten. Die Antwort? Offen.    

  • Manchester City

Der nächste Kandidat im Klub der Superreichen. ManCity hat Geld bis zum Abwinken, aktuell den vielleicht stärksten Kader in Europa und einen Trainer, den Lewandowski schon aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern kennt. So weit, so gut. 

So ein richtiger "Pep-Spieler" ist der Pole aber nicht. Guardiola setzt bei City seit Jahren auf kleine, wendige und spielstarke Stürmer wie Agüero, Gabriel Jesus, Torres, Sterling und Co. Eine "klassische Neun" gibt es im Kader nicht. Und sie ist auch nicht nötig.

Eine echte Option ist ManCity für Lewandowski daher nicht. Abgesehen davon, dass der Klub auch eher auf eine Verpflichtung von Erling Haaland hoffen soll. Lewy im City-Trikot? Nahezu ausgeschlossen.

  • Manchester United

Der englische Rekordmeister hat im Laufe der letzten Jahre viel Glanz verloren. Ein großer Name ist und bleibt United dennoch. Dazu schreckten die Red Devils in der Vergangenheit nicht vor hohen Ablösesummen und rekordverdächtigen Gehältern zurück. 

Die Neuner-Position wird aktuell von Edinson Cavani und Anthony Martial im Wechsel ausgefüllt. Gute Spieler, die aber nicht annähernd in der Liga von Lewandowski sind. Der Pole wäre ein enormes Upgrade für den Verein, der nach der nächsten Meisterschaft lechzt und ManCity endlich vom stadtinternen Thron stoßen will.

Christian Schenzel

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