powered by powered by N-TV
Heute Live
sport.de - powered by powered by N-TV

Deutsche Freiwasser-Staffel gewinnt EM-Silber

15.05.2021 15:44
Gewann mit Deutschlands Freiwasser-Staffel EM-Silber in Budapest: Florian Wellbrock
© unknown
Gewann mit Deutschlands Freiwasser-Staffel EM-Silber in Budapest: Florian Wellbrock

Schlussschwimmer Florian Wellbrock hat dem deutschen Freiwasser-Team im packenden Finish EM-Silber gesichert. Sein größter Olympia-Rivale ragte aber erneut heraus.

Die deutschen Freiwasserschwimmer nahmen die Silbermedaillen vom Tablett und hängten sie sich gegenseitig um den Hals. Diese Hygiene-Vorschrift machte die Siegerehrung nach dem Team-Event bei der EM in Budapest sogar noch etwas intensiver, hinter den Masken war bei allen ein breites Grinsen zu erkennen. Auch bei Schlussschwimmer Florian Wellbrock, der zuvor beim Anschlag nach einem packenden Finish das schnellste Händchen bewiesen hatte.

"Im Endeffekt können wir super zufrieden sein mit der Medaille", sagte der Doppel-Weltmeister: "Gegen Italien zu verlieren ist keine Schande. Deswegen sind wir happy mit dem Ergebnis."

Dank Wellbrocks Sprintstärke setzte sich das deutsche Quartett mit ihm, Rob Muffels, Leonie Beck und Startschwimmerin Lea Boy im Kampf um Silber knapp vor Ungarn und Frankreich durch. Der Titel war jedoch schon nach dem dritten Wechsel für Italien reserviert, weil Wellbrocks Dauerrivale Gregorio Paltrinieri einen nicht mehr einzuholenden Vorsprung herausgeschwommen hatte. Nach 4x1,25 km im 18 Grad kalten Lupa-See hatte Italien neun Sekunden Vorsprung auf Deutschland.

"Leider ist der Gregorio Paltrinieri weggegangen und der Franzose hinterher", sagte Muffels, der schließlich an Wellbrock wechselte. "Ich konnte mir relativ schnell den Franzosen holen", sagte der Magdeburger: "Am Ende wurde es mit Ungarn und Frankreich noch mal richtig knapp. Ich war froh, dass ich es auf den zweiten Platz retten konnte."

Für Wellbrock war es nach Bronze im 10-km-Rennen die zweite Medaille bei den diesjährigen Titelkämpfen in Budapest. Sein größer Olympia-Rivale Paltrinieri reist jedoch mit drei Titel (5, 10 und Team) und noch mehr Selbstvertrauen ab. "Drei von drei - ein Traum wird wahr", sagte der 1500-m-Olympiasieger: "Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich bin nur hergekommen, um ein paar gute Rennen abzuliefern."

Rückschlüsse auf das olympische 10-km-Freiwasserrennen lasse die EM aber nicht zu, betonten Wellbrock und sein Heimtrainer Bernd Berkhahn. Der Grund: In Tokio werden nahezu doppelt so hohe Wassertemperaturen erwartet.

"Wir freuen uns glaube ich alle auf Sonne und warmes Wasser in Tokio. Da wird nicht im Neopren geschwommen, sondern in ganz normalen Anzügen", sagte Wellbrock. Dann werde es "hoffentlich noch ein bisschen besser für das deutsche Team" laufen.

Zum Freiwasser-Abschluss am Sonntag über die 25 km startet Wellbrock nicht, auch die Beckenwettbewerbe in der zweiten EM-Woche lässt der 23-Jährige aus.