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Fährt der Bayern-Star zur EM?

Löw vermeidet klare Aussage zu Müller

13.05.2021 23:09
Bundestrainer Joachim Löw wird seinen Kader für die Europameisterschaft im Sommer am 19. Mai bekanntgeben
© Matthias Koch via www.imago-images.de
Bundestrainer Joachim Löw wird seinen Kader für die Europameisterschaft im Sommer am 19. Mai bekanntgeben

Fährt Thomas Müller zur EM? Sechs Tage vor der Bekanntgabe des EM-Kaders hat sich Bundestrainer Joachim Löw bei der Frage nach einem Comeback des Stars des FC Bayern nicht aus der Reserve locken lassen.

"Telefonieren tue ich eigentlich ständig im Moment, das hilft schon, mit allen möglichen Leuten", sagte Löw am Donnerstag in der Halbzeitpause des DFB-Pokal-Finales in der "ARD".

Die "Bild"-Zeitung hatte zuletzt berichtet, der 61-Jährige solle Müller am Telefon signalisiert haben, ihn in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zurückholen zu wollen.

Löw wird seinen Kader für das EM-Turnier (11. Juni bis 11. Juli) am 19. Mai bekanntgeben. "Alles, was möglich war, haben wir überprüft und nochmals analysiert", sagte Löw am Donnerstagabend.

Trotz Nachfragen wollte der Bundestrainer aber nicht ins Detail gehen: "Das wäre natürlich für Sie eine gute Gelegenheit, aber für mich... Das Allererste, was ich machen muss, ist die Spieler informieren", sagte Löw zu "ARD"-Moderator Matthias Opdenhövel.

DFB-Chaos beeinträchtige Löw nicht

Derweil sieht der Bundestrainer seine "unmittelbare Vorbereitung" auf die EM durch das Führungsbeben im Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht beeinträchtigt, hat die Geschehnisse aber mit großem Unbehagen verfolgt. "Ich beobachte das, diese Unruhe ist sehr bedauerlich", sagte der 61-Jährige: "Ich freue mich, wenn es im Sommer endlich mit der Europameisterschaft losgeht."

Auch im Verband müsse der Fokus künftig wieder auf den Sport gerichtet werden: "Jugend und Amateure warten seit Monaten darauf, wieder spielen zu dürfen. Es muss endlich wieder um den Fußball gehen, das ist die Aufgabe, da ist der DFB gefordert."

Verbandspräsident Fritz Keller hatte am Dienstag seinen Abtritt für kommenden Montag im Anschluss an eine Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht angekündigt. Damit zog er die Konsequenz aus dem von ihm verursachten Nazi-Eklat, der allerdings nur die Eskalation eines seit langem schwelenden Streits in der DFB-Spitze war. Neben Keller werden kurz- und mittelfristig auch Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie Amateur-Vize Rainer Koch die Kommandobrücke verlassen.

Löw selbst, so der Bundestrainer in der "ARD" schmunzelnd, stehe "keineswegs" für die Keller-Nachfolge zur Verfügung, die Suche für dieses "schwierige Amt" verfolge er mit Interesse. In den Gedanken von DFB-Direktor Oliver Bierhoff indes spielt ein Posten in der neuen Führung "keine Rolle", sagte der 53-Jährige bei "Sky": "Es ist eine ganz schwierige Aufgabe zur Zeit. Es gilt, wieder Gräben zuzuschütten und Brücken zu bauen. Ich freue mich, weiter im operativen Geschäft tätig zu sein." Verband und Leistungssport könnten künftig "Kontinuität und Ruhe" gut gebrauchen, so Bierhoff.