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Mercedes-Teamchef wandte sich an Michael Masi

Wie kam es zum Wolff-Funkspruch an die Rennleitung?

13.05.2021 07:33
Toto Wolff (Teamchef, l.) und James Allison (Technischer Direktor von Mercedes)
© unknown
Toto Wolff (Teamchef, l.) und James Allison (Technischer Direktor von Mercedes)

Es war nach dem ersten Boxenstopp von Max Verstappen beim Grand Prix von Spanien - Lewis Hamilton hatte gerade die Führung übernommen und war auf Nikita Masepin aufgelaufen -, da hörte man Toto Wolff am Boxenfunk aufgeregt in Richtung FIA-Rennleiter Michael Masi sagen: "Michael, zeig blaue Flaggen! Michael, wegen dem Kerl verlieren wir die Position."

Eine vermeintlich ungewöhnliche Situation, dass ein Millionenpublikum im Fernsehen zu hören bekommt, wie ein Teamchef einen Gegner direkt bei der Rennleitung anschwärzt. Aber so ungewöhnlich, wie es auf Außenstehende zunächst gewirkt haben mag, war der Funkspruch gar nicht.

"Wir hören Toto nur sehr selten am Rennleitungs-Boxenfunk", sagt Masi zu der Situation. "Aber eine der Innovationen, an die die FIA gemeinsam mit der Formel 1 gearbeitet hat und die bei einer Sitzung der Formel-1-Kommission im vergangenen Jahr diskutiert wurde, ist, dass bei den Liveübertragungen die Kommunikation zwischen der FIA und den Teams zu hören sein soll."

Wollte Mercedes-Teamchef Wolff nur Publicity?

Diese Änderung sei in Barcelona erstmals getestet worden, verrät Masi, und daher war Wolffs Beschwerde über Mazepin zu hören. "Die Formel-1-Gruppe hatte das im Hintergrund schon getestet. Aber in Barcelona wurden alle Teams darüber informiert, dass dieser Funkverkehr jetzt erstmals on air gehen könnte", sagt der Australier.

Haas-Teamchef Günther Steiner hatte den Funkspruch zunächst gar nicht wahrgenommen, wurde aber nach dem Rennen im Briefing mit den Ingenieuren darüber informiert. Er wollte sich daher zunächst nicht zu der Situation äußern, betonte aber, dass Mazepin sich beim Überrunden nicht unfair verhalten habe.

Und er ergänzt: "Toto ist halt Toto. Wahrscheinlich wollte er einfach sicherstellen, dass die Leute sehen, wer hier der Chef ist. Wenn er kommt, muss jeder aus dem Weg gehen", sagt der Haas-Teamchef mit einem Augenzwinkern. "Dafür hat er sich selbst hergegeben, statt seine Jungs die Arbeit machen zu lassen. Ich schätze, er wollte ein bisschen Publicity."

Letztendlich hatte die Situation ohnehin keinerlei Auswirkungen auf das Rennergebnis. Obwohl er Mazepin überrunden musste, gewann Hamilton den Grand Prix von Spanien vor Verstappen, feierte den dritten Sieg im vierten Saisonrennen und baute den Vorsprung in der Fahrer-WM auf 14 Punkte aus.