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Es kann erfolgreich werden, aber ...

Brown findet Red-Bull-Projekt "sehr, sehr mutig"

12.05.2021 17:36
Zak Brown sieht im Motorenprojekt ein großes Risiko für Red Bull
© Steven Tee via www.imago-images.de
Zak Brown sieht im Motorenprojekt ein großes Risiko für Red Bull

McLaren-CEO Zak Brown sieht in der zukünftigen Ausrichtung bei Red Bull, neben dem Chassis auch den Motor selbst entwickeln zu wollen, ein ambitioniertes, aber auch riskantes Projekt. "Ich denke, ihre Entscheidung ist sehr, sehr mutig", sagt Brown.

Nach dem angekündigten Ausstieg von Honda Ende 2021 setzt Red Bull die Power Units der Japaner weiter in Eigenregie ein. Dafür einigten sich die Teams auf einen Entwicklungsstopp der Motoren, bis Ende 2024 bleibt das Reglement unverändert, auch die Weiterentwicklung ist untersagt.

Gleichzeitig baut Red Bull am Campus in Milton Keynes eine eigene Motorenabteilung auf, um mit Blick auf 2025, wenn ein neues Motorenreglement eingeführt werden soll, unabhängig und eigenverantwortlich Motoren bauen zu können. Eine erneute Abhängigkeit von externen Herstellern will das Team vermeiden.

Brown traut Red Bull Erfolg zu

Brown traut Red Bull durchaus zu, dieses Mammutprogramm zu stemmen. "Ich denke definitiv, dass es erfolgreich werden kann. Red Bull ist ein tolles Rennteam mit enormen Ressourcen", erklärt er.

Er glaubt aber nicht, dass sich das österreichische Team auch ohne "Engine-Freeze" für diesen Schritt entschieden hätte. "Das würde Tonnen an stetigen Entwicklungsressourcen verschlingen, und das hätte es vermutlich über die Grenzen des finanziell Machbaren hinausgedrückt", erklärt Brown.

Eine große Herausforderung sieht der US-Amerikaner auch darin, die gesamte Abteilung zu managen. "Es ist nicht ohne Risiko", meint er: "Eine solche Organisation mit hunderten Angestellten aufzubauen, bedeutet sehr viel Arbeit. Gleichzeitig haben sie ja schon begonnen, sehr talentierte Leute zu verpflichten", sagt Brown.

Red Bull holt Personal im Akkord

Zuletzt sorgte Red Bull mit zahlreichen Personalentscheidungen für die neue Firma Red Bull Powertrains für Schlagzeilen. Besonders von Mercedes werden in den kommenden Monaten zahlreiche führende Angestellte aus der Motorenabteilung nach Milton Keynes wechseln. Im ohnehin hart geführten WM-Duell der beiden Teams birgt dieses Vorgehen ein zusätzliches Spannungselement.

Nach Browns Ansicht ist die Gelegenheit für Red Bull durch den Honda-Ausstieg jedoch perfekt, da das Team Zugriff auf diverse Daten und Einrichtungen des Motorenpartners hat. Auch Personal der Japaner wird Red Bull übernehmen.

"Dadurch, dass sie einen existierenden Motor ebenso wie geistiges Eigentum und bestehende Infrastruktur übernehmen können, gestaltet sich das Ganze für sie wesentlich kosteneffektiver, als von Grund auf neu beginnen zu müssen", erklärt Brown.

Für sein eigenes Team schließt er ein solches Vorgehen in naher Zukunft aus. McLaren wird seit diesem Jahr wieder von Mercedes beliefert. "Ich denke nicht, dass McLaren bald Motoren bauen wird, denn ich glaube auch nicht, dass Red Bull in diesen Bereich eingestiegen wäre, wenn ihnen diese Möglichkeit durch den Honda-Ausstieg nicht auf dem Silbertablett präsentiert worden wäre", so Brown.