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Ende der "Flexiwings"?

Nach Hamilton-Vorwurf: Heckflügeltests in der Formel 1

12.05.2021 08:34
Lewis Hamilton (r.) warf Red Bull vor, einen biegsamen Flügel zu besitzen
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Lewis Hamilton (r.) warf Red Bull vor, einen biegsamen Flügel zu besitzen

Die FIA hat das Thema "Flexiwings" seit Barcelona noch einmal verstärkt im Fokus und wird vor dem Frankreich-Grand-Prix neue Heckflügel-Tests einführen, um mögliche Schlupflöcher zu unterbinden. Das Thema kam in Spanien auf den Tisch, als Lewis Hamilton Konkurrent Red Bull vorwarf, einen biegsamen Flügel ("bendy Wing") zu besitzen.

Dieser soll sich auf den Geraden nach hinten neigen, um so einen größeren Topspeed zu generieren. In den Kurven geht er wieder in seine Ausgangsposition zurück, um für den größtmöglichen Abtrieb zu sorgen.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte betont, dass der Flügel alle notwendigen Tests erfolgreich bestanden habe: "Die Autos werden natürlich intensiv geprüft. Es gibt Pull-Back-Tests und auch verschiedene andere Tests, die sie bestehen müssen. Die FIA ist absolut zufrieden mit dem Auto", sagte der Brite.

Doch mittlerweile hat die FIA allen Formel-1-Teams eine Mitteilung geschrieben. Darin heißt es, dass man von der Existenz von Designs wisse, die zwar die aktuellen statischen Tests bestehen, "aber trotzdem umfangreiche Verformungen zeigen, wenn das Auto in Bewegung ist".

Die FIA hat daher angekündigt, eine Klausel im Technischen Reglement zu aktivieren, die eine Einführung von neuen Tests erlaubt: "Die FIA behält sich das Recht vor, weitere Belastungs-/Verformungstests an jedem Teil des Bodyworks vorzunehmen, das unter Verdacht steht, sich zu verändern, während das Auto in Bewegung ist", heißt es in Artikel 3.9.9 des Technischen Reglements.

Heckflügel soll sich nach hinten neigen

In der Mitteilung, die von "Motorsport-Total.com" gesehen wurde, ist auch eine Reihe von neuen Tests aufgelistet, die den Fokus darauf legen, dass sich der Heckflügel bei schneller Fahrt nach hinten neigt.

Aktuell darf sich ein Flügel nicht mehr als einen Grad horizontal oder drei Millimeter vertikal verbiegen, wenn er gewissen Belastungen ausgesetzt wird. Die neuen Tests beinhalten eine Grenze von einem Grad Rotation an einer Achse im Lot der Hauptplatte, wenn zwei nach hinten gerichtete und horizontale Kräfte von 750 Newton an einer bestimmten Stelle aufgewendet werden. Ein weiterer Test mit 1.000 Newton vertikaler und Downforce-Kraft erlaubt ebenfalls nur einen Grad an Rotation.

Da möglicherweise einige Teams ihre Heckflügel überarbeiten müssen, um die neuen Tests zu bestehen, hat die FIA eine Toleranzphase beschlossen. Die aktuellen Designs werden daher noch für die Rennen in Monaco, Baku und der Türkei legal sein, bevor die Tests ab dem 15. Juni eingehalten werden müssen.

Das erste Rennen danach wäre der Große Preis von Frankreich in Le Castellet am 27. Juni.