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"Wurde bewusst veröffentlicht"

Zoff um Mazepin: Ex-Formel-1-Fahrer zählt die FIA an

11.05.2021 15:02
Nikita Mazepin hat in der Formel 1 derzeit einen ganz schweren Stand
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Nikita Mazepin hat in der Formel 1 derzeit einen ganz schweren Stand

Nach der erneut heftigen Kritik an Haas-Pilot Nikita Mazepin äußert Ex-Formel-1-Fahrer und TV-Experte Jolyon Palmer den Verdacht, dass mittlerweile sogar die FIA die negative Stimmung gegen den Russen befeuert.

Es kommt nicht oft vor, dass der schwächste Fahrer im langsamsten Wagen eines der größten Gesprächsthemen der Formel 1 ist. Auf Haas-Pilot Nikita Mazepin trifft aber genau das zu.

Jeder Funkspruch, jeder Fehler, jede noch so kleine Verfehlung des Russen werden konsequent ausgeschlachtet. Durch seine zahlreichen Fehltritte in der Vergangenheit und seine nicht enden wollenden Fehler auf der Strecke ist der Rookie längst zum "Bad Boy" der Königsklasse aufgestiegen. 

Befeuert die FIA die Stimmung gegen Mazepin?

Mittlerweile verfestigt sich sogar der Eindruck, dass selbst die FIA die Stimmung gegen den Rookie befeuert. Grund sind die vom Weltverband veröffentlichten Funksprüche, die Mazepin in einem schlechten Licht dastehen lassen. Beim Großen Preis von Spanien übertrug die FIA gar einen Funkspruch von Mercedes-Teamchef Toto Wolff an die Rennleitung, in dem der Österreicher deutliche Worte fand.

In der 26. Runde funkte Wolff an Michael Masi: "Michael, Blaue Flaggen! Michael, dieser Kerl [Mazepin] sorgt noch dafür, dass wir unsere Position verlieren!" An sich kein ungewöhnlicher Funkspruch. Außergewöhnlich ist aber, dass eine Nachricht eines Teamchefs an die Rennleitung für die TV-Stationen freigegeben wird. Normalerweise bekommt der TV-Zuschauer nur die Kommunikation zwischen Fahrer und Team zu hören.

Palmer: "Wurde bewusst veröffentlicht"

Auch Ex-Formel-1-Fahrer Jolyon Palmer findet es merkwürdig, dass die FIA den Funkspruch von Wolff veröffentlicht hat. "War es ein ungewöhnlicher Funkspruch, oder war es nur ungewöhnlich, dass wir diesen Funkspruch gehört haben? Es ist zumindest interessant, dass er übertragen wurde", sagte Palmer im "Chequered Flag"-Podcast.

"Ich habe in meinem Leben noch nie gehört, dass eine Unterhaltung zwischen FIA und Teamchef übertragen wurde. Diese wurde ausgesucht und offensichtlich auch bewusst veröffentlicht", so der Ex-Pilot.

Warum veröffentlichte die FIA den Funkverkehr mit Wolff? "Wir kennen das Narrativ gegen Mazepin. Er kommt mit viel Geld im Rücken, ist nicht der beliebteste Fahrer und schlägt sich nicht gut. Es [der Funkspruch] hat dabei geholfen, dieses Narrativ zu pushen."

Er glaube, dass diese Art von Kommunikation zwischen Team und Rennleitung "andauernd" passiert, so Palmer, der offenkundig denkt, dass besagte Aussage von Wolff ganz bewusst freigegeben wurde, um Mazepin einmal mehr zum Gesprächsthema zu machen.