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Verlässt der Mittelfeld-Star die Borussia?

So gut passt Neuhaus zu Bayern, Liverpool und Co.

07.05.2021 18:29
Florian Neuhaus steht in Gladbach noch bis 2024 unter Vertrag
© Dirk Paeffgen dirk via www.imago-images.de
Florian Neuhaus steht in Gladbach noch bis 2024 unter Vertrag

Florian Neuhaus gehört weiterhin zu den begehrtesten Spielern der Bundesliga, seit Monaten wird der Gladbach-Profi mit zahlreichen Klubs im In- und Ausland in Verbindung gebracht.

Der fünffache deutsche Nationalspieler zählt zu den großen Konstanten im Spiel von Borussia Mönchengladbach. In 42 Pflichtspielen legte Neuhaus sieben Tore und acht Vorlagen hin, ist praktisch nie verletzt und fehlte in nur einem Liga-Spiel dieser Saison aufgrund einer Gelbsperre.

Allesamt Gründe, warum Neuhaus für zahlreiche Vereine interessant geworden ist, wenngleich ein Verbleib in Gladbach noch immer als wahrscheinliche Option gilt. Aufgrund einer in seinem bis 2024 datierten Arbeitsvertrag verankerten Ausstiegsklausel in Höhe von 40 Millionen Euro könnte er den Klub vom Niederrhein aber im Sommer den Rücken kehren.

Neben dem FC Bayern und dem BVB sollen angeblich auch Top-Klubs aus dem Ausland, wie der FC Liverpool oder Real Madrid die Fühler ausgesteckt haben. Doch zu welchem Klub und zu welchem System würde der 24-Jährige überhaupt passen? Wie stünden die Chancen für Florian Neuhaus im Falle eines Wechsels?

  • Wie passt Neuhaus zum FC Bayern?

Beim FC Bayern erfüllt Leon Goretzka die Rolle als Achter, reifte dort in den letzten Jahren zu einem der besten zentralen Mittelfeldspier Europas überhaupt.

Den Platz des ehemaligen Schalkers dürfte Neuhaus daher so schnell nicht erobern können. Zwar kreiert Neuhaus statistisch gesehen mehr Chancen als Goretzka (42 zu 30 in der laufenden Saison laut Datenanbieter InStat) und entscheidet häufiger seine Dribblings (74 Prozent zu 63 Prozent). Goretzka besticht jedoch mit deutlich mehr Balleroberungen in gegnerischer Hälfte (84 zu 55) sowie körperlichen Vorteilen, die perfekt zum Pressingstil der Münchner passen.

In dem deutlich offensiver eingestellten Thomas Müller verfügt der Rekordmeister über einem weiteren Spieler, an dem Neuhaus - vorerst - nur schwer vorbei käme. Der 31-Jährige legte bislang sagenhafte 27 Scorerpunkte in der Bundesliga hin, Neuhaus kommt selbst auf zehn. Hinter Goretzka und Müller - und Sechser Joshua Kimmich - wird es im zentralen Mittelfeldfeld der Münchner aber dünner.

Corentin Tolisso, derzeit verletzt, gilt als Verkaufskandidat. Marc Roca bleibt den Beweis noch schuldig, ein wichtiger Bayern-Spieler zu werden. Leih-Rückkehrer Michael Cuisance dürfte ebenfalls höchsten Anforderungen nicht genügen, Javi Martínez wird den Verein im Sommer verlassen.

So gesehen könnte Neuhaus sehr wohl zum FC Bayern passen, um mittelfristig die Qualität des Kaders sowohl qualitativ als auch in der Breite zu verstärken. Großes Aber: Die 40 Millionen Euro sind in diesem Sommer für die Münchner kaum realisierbar, da für Upamecano und Nagelsmann bereits über 65 Millionen Euro an RB Leipzig wandern.

  • Wie passt Neuhaus zum BVB?

Die Gerüchte über einen Wechsel zu Borussia Dortmund sind spätestens mit der Aussage von Noch-Gladbach-Coach Marco Rose abgeflacht, der bekannt gab, keinen seiner Spieler mit ins Ruhrgebiet nehmen zu wollen. Doch was, wenn Neuhaus keine Überzeugungsarbeit benötigt und einen Wechsel ohnehin anstrebt?

Auch für den BVB dürften die 40 Millionen Euro schwer zu stemmen sein - es sei denn, der BVB gibt Jadon Sancho im Sommer tatsächlich ab und geniert eine hohe Ablösesumme. Bedarf hat Dortmund auf Neuhaus' Position allerdings noch weniger als etwa der FC Bayern.

Mit Mahmoud Dahoud und Jude Bellingham zeigen gleich zwei Spieler in dieser Saison, dass sie auf ähnlichem Niveau wie der deutsche Nationalspieler agieren können. In Axel Witsel kommt nach langer Verletzung zur neuen Saison zudem ein wichtiger Strippenzieher zurück, in Thomas Delaney verfügt der Kader zudem über einen etwas defensiver eingestellten Akteur. Sollte Julian Brandt, der eine Spielzeit deutlich unter den Möglichkeiten abliefert, den Klub jedoch verlassen, wäre ein Kaderplatz frei.

  • Wie passt Neuhaus zum FC Liverpool?

Beim Noch-Meister aus England wird ein Kaderplan wohl zur nächsten Saison schon eher frei: Georginio Wijnaldum wird, Stand jetzt, Liverpool nach Vertragsende verlassen. Laut dem "Liverpool Echo" könnte sein Ersatz Florian Neuhaus heißen.

Teammanager Jürgen Klopp verbleiben dann noch Ex-Bayern-Star Thiago, Kapitän Jordan Henderson, Routinier James Milner, der verletzungsanfällige Alex Oxlade-Chamberlain und der ehemalige Leipziger Naby Keita als Optionen für die Schaltzentrale.

Im offensiv ausgerichteten 4-3-3-System, das Klopp mit den Reds beinahe durchgängig auf den Rasen bringt, sind letztlich aber nur zwei Plätze für Neuhaus' Spielertyp zu besetzen. Der Konkurrenzkampf dürfte entsprechend groß sein. Um in der Premier League letztlich bestehen zu können, müsste der ehemalige 1860er wohl auch in Sachen körperlicher Präsenz noch etwas zulegen.

  • Wie gut passt Neuhaus zu Real Madrid?

Florian Neuhaus zu Real Madrid - ein Gerücht, das im vergangenen Winter nach seinen beeindruckenden Leistungen gegen die Königlichen in der Champions-League-Gruppenphase in spanischen Medien in Umlauf gebracht wurde und seither munter floriert. Der angebliche Plan der Madrilenen: Neuhaus im Sommer unter Vertrag nehmen und mittelfristig als Nachfolger von Toni Kroos und Luka Modric heranreifen lassen.

Das erfahrene Duo zieht in Zinédine Zidanes bevorzugtem 4-3-3-System zusammen mit dem Brasilianer Casemiro die Strippen. Zudem kommen der 22 Jahre alte Federico Valverde und der erst 20 Jahre alte Antonio Blanco zum Zug, der jüngst den Sprung aus der Jugendmannschaft geschafft hat. Ein Nachwuchsproblem haben die Hauptstädter also kaum. 

Dennoch könnten Neuhaus' Stärken auch den Madrilenen gut zu Gesicht stehen, zumal er im Mittelfeld verschiedene Rollen einnehmen kann und sich in verschiedenen Systemen zuhause fühlt. Ob der Gladbacher einen Wechsel ins Haifischbecken Real Madrid aber überhaupt anstrebt, steht auf einem anderen Blatt.

Gerrit Kleiböhmer

Bundesliga Bundesliga

Torjäger 2020/2021