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Horner begründet Entscheidung

Wurde Pérez von Red Bull als Hamilton-Bremse eingesetzt?

03.05.2021 12:20
Sergio Pérez fuhr einen langen ersten Stint auf Medium-Reifen
© Zak Mauger via www.imago-images.de
Sergio Pérez fuhr einen langen ersten Stint auf Medium-Reifen

Wurde Sergio Pérez in Portugal von Red Bull als Bremsklotz für Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton eingesetzt? Dieser Verdacht liegt nahe, denn der Rennstall dehnte den Stint des Mexikaners auf Medium-Reifen ziemlich lange aus - so lange, dass er in der Schlussphase deutlich an Boden verlor.

In Runde 43 hatte Pérez noch zehn Sekunden Vorsprung auf den Mercedes-Piloten. Doch der schrumpfte Runde für Runde. Drei Runden später war er bereits bei sechs Sekunden angekommen, weitere drei Runden später waren es weniger als drei Sekunden. Und in Runde 51 fuhr Hamilton spielend am Red Bull vorbei.

Aufhalten konnte Pérez seinen Gegner dabei in keinster Weise. Im Gegenteil: Wenn überhaupt, hat er ihm durch Windschatten noch einen zusätzlichen Boost spendiert. Auffallend: Sofort bei der nächsten Möglichkeit holte Red Bull Pérez zum Boxenstopp herein.

Red Bull wollte schnellste Runde

Doch dass man Pérez geopfert habe, um Hamilton zu stören, verneint Teamchef Christian Horner: "Wir waren mehr fokussiert darauf, es bis zu den Soft-Reifen zu schaffen, um damit eine Chance auf die schnellste Rennrunde zu haben", betont er. "Darum ist er so lange draußen geblieben."

"Der Soft-Reifen hat nicht lange gehalten, und wenn man ihn über eine Runde so hart rannimmt, dann wird es noch ein wenig enger", so der Brite. Red Bull habe es sich leisten können, denn Pérez war ohnehin sicher Vierter. Die Autos vor ihm hätte er nicht mehr bekommen, und von hinten drohte keine Gefahr.

Pérez schaffte die schnellste Rennrunde nach seinem Boxenstopp, doch weil er anschließend das Boxenstoppfenster von Valtteri Bottas nicht zuhalten konnte, konnte Mercedes reagieren und auch den Finnen reinholen. Dieser nahm Pérez den Bonuspunkt noch ab. Gleiches gelang eine Runde später auch Verstappen, doch aufgrund von Tracklimits zählte sein Versuch nicht.

Pérez: Gute Fortschritte, So-lala-Rennen

Pérez selbst kam am Ende als Vierter ins Ziel, war über sein Rennen dabei aber wenig begeistert. Das ging für ihn schon am Start los, als er mit geringem Grip Wheelspin bekam und eine Position an Carlos Sainz abgeben musste. "Nach dem Re-Start habe ich mir die Position zurückgeholt, wurde aber von Lando [Norris] in Kurve 5 überholt."

Das Manöver des McLaren-Piloten sorgte jedoch für Diskussionen, weil man bei Red Bull der Meinung war, dass Norris zuvor in Kurve 4 neben der Strecke war. "Es hat dann ein paar Runden gedauert, bis ich wieder an Lando vorbei war, und dadurch kam die Lücke zu den Führenden zustande", sagt er. "Und das war dann im Grunde mein Rennen."

Dennoch kann er auch Positives herausziehen: "Ich bin jetzt praktisch den ganzen Stint in 'free Air' gefahren", sagt er, wodurch er wieder mehr über das Auto erfahren habe. Trotzdem sei er noch weit weg davon, das Auto komplett zu verstehen. "Es ist einfach ein Prozess. Hoffentlich kann ich mich im Rennen und im Team bald wie zuhause fühlen."

Teamchef Christian Horner kann die Fortschritte seines Schützlings auf jeden Fall erkennen. "Hier war es aufgrund des Winds etwas schwierig, aber man konnte sehen, dass das Rennen in freier Fahrt gut lief. Und er konnte überholen", betont er. "Als er freie Fahrt hatte, konnte er die gleichen Rundenzeiten wie die Spitze gehen und sogar irgendwann die schnellste Runde drehen."

"Ich bin zufrieden mit seinen Fortschritten", lobt Horner weiter. "Mit mehr Zeit und Erfahrung wird es für ihn schon zusammenlaufen."