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"Das war absolut mein Fehler"

Nächster Mazepin-Eklat: So kam es zum Pérez-Zwischenfall

03.05.2021 07:58

Haas-Pilot Nikita Mazepin sorgte beim Großen Preis von Portugal einmal mehr für einen Aufreger, als der Russe Blaue Flaggen ignorierte und den zu diesem Zeitpunkt führenden Sergio Pérez blockierte. Nach dem Rennen entschuldigte sich der Rookie für seinen Fehler.

"Es ist ganz einfach", sagte Mazepin nach der Zieldurchfahrt gegenüber Journalisten, "das war absolut mein Fehler". Er habe nach seinem Stopp schlicht nicht mit einem anderen Wagen gerechnet, gestand der Russe: "Ich war der einzige Fahrer auf einer Zwei-Stopp-Strategie. Und um ehrlich zu sein, dachte ich, dass niemand hinter mir ist."

Auch habe er keine bzw. eine zu späte Warnung per Funk von seinem Renningenieur erhalten, ergänzte der Rookie. Eine Aussage, die durch den veröffentlichten Funkverkehr bestätigt wurde.

Sein Renningenieur entschuldigte sich nach dem Rennen auch für diesen Fehler. "Aber das ist keine Entschuldigung", nahm Mazepin sein Team in Schutz: "Es ist einfach mein Fehler und ich habe mich schon bei Checo entschuldigt."

Wie gut Mazepins Fehler im Fahrerlager ankommt, kann man sich vorstellen. "Du bekommst keinen Respekt von anderen Fahrern durch solche Manöver, in denen du dich beim Überrunden querstellst. Es macht dich auch keine Tausendstel schneller", analysiert RTL-Experte Felix Görner, der das Benehmen des Rookies als "sinnlos zickig" bezeichnete.

So sah Pérez den Zwischenfall mit Mazepin

Pérez, der seine eh schon abgefahrenen Reifen durch das harte Bremsmanöver im Duell mit Mazepin weiter malträtierte, schilderte die Situation nach dem Rennen wie folgt: "Es war einfach sehr knapp. Ich bin davon ausgegangen, dass er mich sieht. Er hat sich bei mir entschuldigt und gesagt, dass er mich nicht gesehen hat. Ich dachte, er hätte und fürchtete kurz, ich hätte mir meinen Frontflügel beschädigt."

Haas-Boss Günter Steiner ging mit seinem Rookie erwartungsgemäß nicht so hart ins Gericht. Für den Tiroler war auch ein technisches Problem für den Zwischenfall mitverantwortlich: "Ich glaube, dass sein Signal im Auto für die Blaue Flagge sehr spät kam. Pérez war schon vorbei, als das Licht anging."

Steiner fordert bessere Kommunikation bei Haas

"Außerdem", gab der Teamchef zu, "müssen wir unsere Kommunikation verbessern, wenn wir aus der Box kommen und von hinten jemand kommt. Es war keine Absicht und es ist nichts Schlimmes passiert. Aber am Ende sieht es natürlich nicht gut aus. Er hat mit Checo gesprochen und hat sich entschuldigt. Es war einfach ein ehrlicher Fehler."

Dass Mazepin während des Qualifyings und auch im Rennen an diesem Wochenende mehrfach von anderen Fahrern unter anderem als "Idiot" beschimpft wurde, will Steiner nicht zu hoch hängen. "Wenn man 300 km/h fährt, sagt man nicht, 'der Typ war aber nicht besonders nett', man sagt andere Dinge. Und wer würde das nicht tun?"


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Da Mazepin schon vor der Saison zum "Bad Boy" (Steiner) auserkoren wurde und so in den Fokus geriet, übertrage die Formel 1 nunmal auch die Kommentare der anderen Fahrer über ihn: "Wenn sie nur nette und liebe Worte der Fahrer übertragen würden, würde es niemanden interessieren. Ich denke, es geht von ihrer Seite auch darum, ein bisschen Aufmerksamkeit zu erregen. Aber wir sind Teil der Show und das gehört dazu." 

Dazu gehört in der Formel 1 auch, schnell zu fahren. Eben das gelingt dem Russen aber nur selten. "Mazepin ist fähig, sein Können aufblitzen zu lassen. Aber er kriegt es konstant nicht hin, dann gehen die Gäule mit ihm durch. Teamchef Günter Steiner wird ein ernstes Wort mit ihm reden", glaubt Felix Görner, der Mick Schumacher im direkten Vergleich klar vorne sieht: "Mick macht es da besser. Er versucht erst gar nicht, solche Fehler zu machen oder aus Fehlern ganz schnell zu lernen."