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Estland deklassiert: Handballer legen perfekte Quali hin

02.05.2021 19:28
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft gewann deutlich
© EIBNER/Nikola Krstic via www.imago-images.de
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft gewann deutlich

Serie ausgebaut, Erkenntnisse gewonnen: Die deutschen Handballer haben eine makellose EM-Qualifikation hingelegt und weiteres Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele gesammelt.

Das DHB-Team von Bundestrainer Alfred Gislason deklassierte am Sonntagabend Außenseiter Estland mit 35:20 (17:10). Damit ging Deutschland in nun 20 Quali-Spielen in Folge als Sieger vom Feld.

Der sichere Siebenmeterschütze Marcel Schiller war beim letzten Härtetest vor der Kader-Nominierung für Tokio mit sechs Treffern der erfolgreichste Schütze für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die in ihrer Gruppe 2 mit sechs Siegen aus sechs Spielen wie schon bei den vorherigen zwei EM-Qualifikationen keinen Punkt herschenkte. Deutschland hatte bereits im Januar die Teilnahme an der Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei gesichert.

Die Partie in Stuttgart diente Gislason wie schon das 26:24 am Donnerstag in Bosnien und Herzegowina als Teil seines Olympia-Castings - und diesmal lief es deutlich flüssiger als noch beim komplizierten Tagestrip in den Balkanstaat. Das Kreisspiel mit Jannik Kohlbacher als Verwerter sowie die Gegenstöße überzeugten, auch Torhüter Silvio Heinevetter zeigte starke Paraden. Allerdings ist Estland deutlich schwächer einzuschätzen als Bosnien.

Deutschland spielt offensiv und überlegen

Das DHB-Team kam aus dem eigenen Angriff zunächst kaum ins Rollen - die vier ersten deutschen Treffer resultierten aus den erfolgreichen Siebenmetern von Marcel Schiller sowie einem Gegenstoß von Abwehrspezialist Finn Lemke. Dabei hatte Gislason im Rückraum mit Interimskapitän Philipp Weber, Kai Häfner und Julius Kühn zu Beginn eine Reihe aufgeboten, die so auch in Tokio zum Einsatz kommen könnte.

Am Kreis, wo Gislason eine riesige Auswahl hat, durfte sich Kohlbacher beweisen. Nach zwei Fehlwürfen kam der Profi von den Rhein-Neckar Löwen besser ins Spiel und erzielte allein im ersten Abschnitt fünf Tore. Die DHB-Auswahl setzte sich allmählich ab, beim 15:9 (27.) führte sie erstmals mit sechs Treffern.

Gislason war aber nicht gänzlich glücklich. "Lasst den Ball laufen", forderte der Isländer in einer Auszeit und bemängelte außerdem zu viele technische Fehler in der Offensive.

Nach der Pause gab der DHB-Coach neben Kohlbacher auch weiteren Wackelkandidaten wie Sebastian Heymann, Juri Knorr, Sebastian Firnhaber und Tobias Reichmann die Chance, sich zu beweisen. Deutschland spielte offensiv seine spielerische Überlegenheit nun besser aus - der Vorsprung wuchs weiter.

Am kommenden Donnerstag richtet sich der Blick der deutschen Auswahl nach Budapest, wo die EM-Vorrunde ausgelost wird. Es steht bereits fest, dass Deutschland seine Gruppenspiele in der slowakischen Hauptstadt Bratislava bestreiten wird. Anfang Juli versammelt Gislason dann seinen Olympia-Kader zur unmittelbaren Vorbereitung für die Spiele in Tokio um sich.