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Kampf um den Titel: Mannheim kritisiert - Berlin spekuliert

29.04.2021 12:50
Die Adler Mannheim hadern mit der Niederlage
© Franziska Gora via www.imago-images.de
Die Adler Mannheim hadern mit der Niederlage

Topfavorit Adler Mannheim muss nachsitzen, Nord-Spitzenreiter Eisbären Berlin hat sich zurückgemeldet: Die DEL-Halbfinals entscheiden sich erst am Freitag.

Nach dem erneuten Rückschlag im Kampf um den Eishockey-Jubiläumstitel knöpfte sich Pavel Gross einen seiner wichtigsten Leistungsträger vor.

Der Trainer des Topfavoriten Adler Mannheim kritisierte seinen Stanley-Cup-Sieger Andrew Desjardins vor laufender Kamera scharf. "Das ist ein erfahrener Spieler, mein Gott, der sowas macht", klagte Gross nach dem 1:2 nach Verlängerung im zweiten Playoff-Halbfinale bei den Grizzlys Wolfsburg bei "MagentaSport".

Desjardins, in den vergangenen drei Jahren der beständigste Punktesammler und Topscorer der Adler in den Playoffs beim Titelgewinn 2019, hatte vor dem K.o.-Treffer in der Overtime den Puck nicht mit der Hand aus dem eigenen Drittel geschlagen, sondern den Schläger zur Hilfe nehmen wollen. Das ging schief: Anthony Rech legte sich die fliegende Scheibe in den Lauf und erzielte das Wolfsburger Siegtor.

"Da hätte er nicht mit dem Schläger, sondern mit dem Handschuh hingehen müssen", bemängelte Gross und sprach von "Kleinigkeiten", die das Spiel entschieden hätten. Wenig später pfiff sich der Meistermacher von 2019 quasi selbst zurück: "Wir dürfen nicht negativ werden, wir müssen positiv bleiben." Die Entscheidung über den Einzug ins Finale um die 100. deutsche Meisterschaft fällt am Freitag (20:30 Uhr) im dritten Duell in Mannheim.

Dann hat Gross mit seinem Team Heimvorteil - darauf setzt auch der Nord-Hauptrundensieger Eisbären Berlin nach dem 3:2-Sieg beim Favoritenschreck ERC Ingolstadt. "Du hast das ganze Jahr dafür gearbeitet", meinte Trainer Serge Aubin mit Blick auf das entscheidende Spiel am Freitag (18:30 Uhr) in der eigenen Halle, "jetzt ist es Zeit, nach Hause zu gehen und sich darum zu kümmern."

"Das war ein Charaktersieg"

Doch Heimspiele sind in der Corona-Pandemie kein Vorteil mehr - zumindest nicht in diesen Play-offs. In den leeren Arenen gewann nur siebenmal das Heimteam, achtmal aber die Auswärtsmannschaft. Mit Zuschauern sah das vor zwei Jahren noch ganz anders aus: 27 Heimsiegen standen 19 Auswärtserfolge gegenüber.

Mannheim hat immerhin zwei von drei Geisterspielen daheim gewonnen. Die Eisbären dagegen haben bereits zweimal in drei Versuchen am Ostbahnhof verloren, Gegner Ingolstadt hat beide Auswärtsspiele in der diesjährigen Meisterrunde für sich entschieden.

Allerdings machte der Favoritenschreck, der bereits den Ex-Meister Red Bull München ausgeschaltet hatte, am Mittwochabend nicht den frischesten Eindruck. Ohne den verletzten Nationalspieler Daniel Pietta wirkten die Ingolstädter mit ihren Kräften am Ende, die Eisbären schnürten sie teilweise minutenlang im eigenen Drittel ein.

Doch erst im Schlussabschnitt nutzten die Berliner ihre deutliche Überlegenheit und drehten das Spiel noch. "Das war ein Charaktersieg", meinte Nationalspieler Marcel Noebels, "ich habe nie an uns gezweifelt." Und Siegtorschütze Ryan McKiernan, der 63 Sekunden vor Schluss getroffen hatte, setzte auf eine Trendwende: "Wir gehen nach Hause und werden zu Hause standhalten." Der Geisterspiel-Statistik zum Trotz.

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