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Sturz statt EM-Medaille: Seitz nimmt Ausrutscher mit Humor

25.04.2021 11:58
Elisabeth Seitz verpasste eine Medaille bei der Turn-EM
© Schreyer via www.imago-images.de
Elisabeth Seitz verpasste eine Medaille bei der Turn-EM

Nur wenige Zentimeter fehlten Elisabeth Seitz zur erhofften EM-Medaille am Stufenbarren. Nach der ersten Enttäuschung fand die deutsche Rekordmeisterin aber wieder zu ihrer Unbekümmertheit zurück.

Die erste Enttäuschung war riesig, doch rasch nach ihrem klassischen Bauchklatscher fand Elisabeth Seitz zu ihrer üblichen ansteckenden Unbekümmertheit zurück. "Ein Satz mit x", postete die deutsche Rekordmeisterin nach ihrem unerwarteten Sturz vom Stufenbarren - und den fotografischen Beleg ihres Missgeschicks gleich hinterher.

Statt mindestens die Silbermedaille oder vielleicht sogar den Titel zu holen, kehrte die Stuttgarterin ohne das im wahrsten Sinne des Wortes greifbar nahe Edelmetall und mit Rang sieben an ihrem Topgerät von den Europameisterschaften in Basel nach Hause zurück. Direkt nach dem Fauxpas fast konsterniert, richteten sich die Blicke der 27-Jährigen schnell wieder nach vorne.

"Der Sturz beim Jäger-Salto hat mich schon überrascht, aber das passiert manchmal. Aber grundsätzlich ist meine Übung hochwertig und schwer", sagte Seitz schon mit dem Fokus auf Olympia.

Perfekt geturnt ist das Programm zweifellos eine Übung, die auch in Tokio (23. Juli bis 8. August) eine Medaille möglich erscheinen lässt. 2016 in Rio de Janeiro blieb es noch beim undankbaren vierten Platz.

Seitz beklagt lange Wettkampfpause in der Pandemie

Wichtig war der EM-Fünften im Mehrkampf aber auch, sich überhaupt einmal wieder mit der internationalen Konkurrenz messen zu können. Denn besonders in der bleiernen Hochzeit der Coronavirus-Pandemie ohne oder mit eingeschränktem Training litt die "Wettkampfsau", wie man Seitz intern mit einem Schuss Bewunderung nennt, unter ihrer unfreiwilligen Isolation.

Es entwickelte sich eine Lethargie, aus der die WM-Dritte von 2018 am Stufenbarren nur langsam wieder herausfand: "Ich habe nur noch so vor mich hintrainiert und oft gedacht: Was heute nicht klappt, klappt dann vielleicht morgen. Und wenn nicht, ist es eigentlich auch egal." Erstmals in ihrer Karriere fehlte ein konkretes Ziel.

Das ist nun wieder in Sichtweite. Seitz vermisste in der St.-Jakobshalle aber immer noch schmerzlich die Zuschauer, deren aufmerksame Blicke sie eigentlich immer zu einer noch besseren und ausdrucksstärkeren Turnerin machen.

Genau das will sie im Sommer im "Ariake Gymnastics Center" wieder sein. Sehr gerne mit, aber notfalls eben auch ohne Olympia-Publikum. Und auf jeden Fall mit beiden Händen am oberen Holm nach ihrem Jäger-Salto.