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München hofft weiter

EM-Vergabe: Wird Rummenigge zum Joker?

22.04.2021 19:04
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat eine ganz besondere Aufgabe
© imago
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat eine ganz besondere Aufgabe

Am Freitag soll die Entscheidung über den deutschen EM-Spielort München fallen. Nach der Absage an Bilbao dürfte die Angst vor dem EURO-Aus beim DFB wachsen. Doch es gibt positive Signale.

Wenn die UEFA am Freitag endgültig über Münchens EM-Schicksal entscheidet, richten sich die Blicke vor allem auf "Strippenzieher" und "Joker" Karl-Heinz Rummenigge. Auf dem Bayern-Boss und seinen diplomatischen Fähigkeiten ruhen vor dem Showdown längst die Hoffnungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Schließlich mauserte sich Rummenigge in diesen dramatischen Tagen im Super-League-Streit zum wohl wichtigsten Vertrauensmann des UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin.

Durch den Einzug ins Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) könnte der Vorstandschef von Bayern München genau zum richtigen Zeitpunkt entscheidend Einfluss nehmen. Ob sich die neue Freundschaft und der Kampf an Ceferins Seite gegen die verhasste Eliteliga einiger Spitzenklubs auszahlt, um trotz bislang fehlender Zuschauergarantie das EURO-Aus der bayrischen Landeshauptstadt zu verhindern, wird sich bei der Sondersitzung des UEFA-Gremiums zeigen - schon zuvor gab es positive Signale.

Laut Informationen der "Sportschau" könnte es tatsächlich zu EM-Spielen vor Zuschauern in München kommen. Dem "ARD"-Bericht zufolge bleibt die Millionenstadt Standort der paneuropäischen Europameisterschaft, verliert aber das für den 2. Juli geplante Viertelfinale, "weil deutlich weniger Fans zugelassen sein werden als in anderen Ländern Europas", hieß es. Eine Bestätigung dieser Darstellung blieb zunächst aus.

Sicher ist: Der gute Wille allein reicht in der Zuschauerfrage für die EURO im Sommer (11. Juni bis 11. Juli) nicht, bislang wollte die UEFA auch für ihren größten Mitgliedsverband und den Spielort München kein Auge zudrücken. Auch deshalb könnte Rummenigges Geschick gefragt sein, nachdem die UEFA die Gnadenfrist für München nach dem Chaos zu Beginn der Woche verlängert hatte.

Rummenigge, einer der wichtigsten Verbündeten im erbitterten Widerstand gegen die Super League, sei ein "fantastischer" Ehrenvorsitzender der Klubvereinigung ECA, schwärmte Ceferin. Zuvor war der Bayern-Boss als einer von zwei ECA-Vertretern als Nachfolger des abtrünnigen Andrea Agnelli in das Entscheidungsgremium gerückt. "Ihr seid die wahren Liebhaber des Fußballs. Die Fans eurer Klubs werden froh sein, euch zu haben", sagte der UEFA-Chef.

UEFA muss "noch einige Dinge klären"

Doch völlig entspannt blickt der DFB dadurch keinesfalls auf das große Finale. Dass Ceferin, der immer wieder auf Fans in den Arenen pocht, knallhart mit den Wackelkandidaten umgeht, zeigt sich nun wohl am Beispiel Bilbao - die Basken sollen ungewollt verbannt worden sein. Die UEFA habe dies "einseitig" und gegen den Willen der Spanier entschieden, teilte die Regionalregierung mit. Nach "SID"-Informationen könnte Sevilla einspringen. Die UEFA äußerte sich zunächst nicht.

Auch die Iren blicken äußerst skeptisch auf den Tag der Entscheidung, schließlich wollte Dublin wie Bilbao und auch München die geforderte Zuschauergarantie nicht geben.

Ceferin erklärte bei der Verlegung der Entscheidung zwar, dass "noch einige Dinge zu klären" seien, eine plötzliche Kehrtwende der Verantwortlichen in den drei fraglichen Städten scheint aber unwahrscheinlich.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) glaubt trotzdem "noch immer an eine positive Entscheidung" für die bayerische Landeshauptstadt. Die deutschen EM-Macher mühen sich jedenfalls, die UEFA anderweitig zu überzeugen, demonstrieren bei jeder Gelegenheit ihren guten Willen für Spiele mit Fans - ohne Garantien.

Dürfen geimpfte Zuschauer ins Stadion?

Es sei "nicht mehr unvorstellbar, Zuschauer reinzulassen, die geimpft oder negativ getestet sind", sagte beispielsweise Bayerns Innenminister Joachim Herrmann jüngst.

Auch DFB-Präsident Fritz Keller, der beim Kongress in Montreux noch einmal Einfluss genommen haben dürfte, betonte, "so wie die Politik das mit den Impfungen verspricht, müsste das (Spiele mit Zuschauern) möglich sein".

Bis zur ersten Frist am 7. April hatte der DFB drei verschiedene Szenarien für Partien mit Fans eingereicht. In München sollen die Heimspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) und das laut "Sportschau" vakante Viertelfinale (2. Juli) ausgetragen werden. Alternativpläne mit einem anderen Spielort innerhalb von Deutschland gibt es nach "SID"-Informationen nicht. Stattdessen steht insbesondere Rummenigge im Blickpunkt.

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