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DOSB treibt Impfungen für Olympioniken voran

20.04.2021 13:31
Die deutschen Athleten sollen vor Olympia geimpft werden
© Christoph Hardt via www.imago-images.de
Die deutschen Athleten sollen vor Olympia geimpft werden

Die Politik hat grünes Licht zum Impfen gegeben, jetzt geht es für die deutschen Athlet*innen um den Fahrplan - und der beinhaltet vor den Olympischen Spielen noch einige offene Fragen.

Am Dienstagmorgen herrschte hektische Betriebsamkeit im Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Nach dem grünen Licht der Politik für Impfungen der deutschen Olympiasportler für Tokio muss der Dachverband viele wichtige Fragen klären, und das möglichst schnell: Wann steht der Impfstoff zur Verfügung, wie und von wem werden Impfungen durchgeführt, was ist mit den noch nicht qualifizierten Athlet*innen?

Der DOSB drückt aufs Tempo, sollen die Aktiven doch mit einem sicheren Gefühl zu den Sommerspielen in Japan (23. Juli bis 8. August) reisen. Noch am Montag stiegen Hörmann und Co. mit dem Bundesinnenministerium (BMI) in die Klärung der drängendsten Fragen ein. Am Dienstag galt Gleiches in den Gesprächen mit den deutschen Sommersportverbänden.

Erst wenn klar ist, wann und wie die Impfungen durchgeführt werden können, kann der DOSB loslegen. Das Interesse unter den Sportlern jedenfalls ist groß. Bei einer Befragung hatten 92 Prozent der Rückläufer einen Impfwunsch geäußert. Nur acht Prozent lehnten aus verschiedenen Gründen ab. 15 Prozent der Aktiven sind bereits geimpft.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann weiß um die Dringlichkeit eines Impfstarts. Nach Ende Mai macht ein Impfen kaum noch einen Sinn. "Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam mit allen für die Umsetzung verantwortlichen Stellen in Bund und Ländern die Impfungen in den nächsten Wochen verantwortungsvoll und professionell umzusetzen", sagte der CSU-Politiker, "sie sind der zentrale Baustein."

Die Zeit dränge, erklärte auch Johannes Herber, Geschäftsführer der Interessenvertretung Athleten Deutschland e.V, dem "SID" und wünschte sich einen "verbindlichen Zeitplan".

Der DOSB plant für die Sommerspiele mit etwa 800 Personen, inklusive der geschätzt 400 Olympiasportler. Wenige Wochen später reisen dann rund 300 Personen zu den Paralympics. Sinn macht es zudem, noch nicht qualifizierte Athlet*innen vorsorglich zu impfen, falls diese noch über den Mai hinaus um ein Ticket kämpfen müssen.

Dagmar Freitag, die Vorsitzende im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, teilte dem "SID" dazu ihre klare Meinung mit: "Persönlich erwarte ich, dass wir angesichts der noch auf eine Erstimpfung wartenden Menschen aus der Priorisierung 2 und 3 uns auf Athlet*innen sowie unverzichtbares Begleitpersonal wie Trainer*innen und medizinisches Personal fokussieren."

Impfungen nehmen Fahrt auf

Das politische Signal aus Berlin war möglich geworden, da sich die Impfsituation in Deutschland positiv verändert hat. Mehr Dosen stehen seit Anfang April zur Verfügung, die Impfungen nehmen Fahrt auf. Erst damit war es überhaupt möglich, auch an ein Auflockern der zuvor strengen Impf-Priorisierung zu denken.

Und das mit der Rückendeckung des deutschen Ethikrates. Dessen Vorsitzende Alena Buyx hatte dazu jüngst erklärt, die Priorisierung dürfe kein "Knebel" sein, man müsse "eine gewisse Flexibilität, einen gewissen Pragmatismus haben". Wenn mehr Impfstoff vorhanden sei, "kann man eigentlich die Priorisierung aufheben, man muss nicht warten, bis auch die letzte Person wirklich geimpft ist, bevor man anderen dann ein Angebot macht". Der DOSB dürfte diese bedeutenden Worte mit Freude vernommen haben.