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Rennen zum Vergessen

Gründe für das Bottas-Desaster in Imola

20.04.2021 12:59
Valtteri Bottas kam in Imola auf keinen grünen Zweig
© Steve Etherington via www.imago-images.de
Valtteri Bottas kam in Imola auf keinen grünen Zweig

Das Formel-1-Rennen des Valtteri Bottas in Imola endete mit einem Knall und einem schweren Unfall, größere Sorgen jedoch dürften dem Finnen die vielen Runden zuvor gemacht haben. Denn der 31-Jährige lieferte beim Großen Preis der Emilia-Romagna eine grauenhafte Vorstellung ab. Die Frage, die sich stellt, ist: Lag dies allein an Bottas? Oder gab es technische Gründe, die ihn entlasten?

Das Wochenende in Imola begann so vielversprechend für den Mercedes-Piloten. In beiden Freitagstrainings fuhr Bottas - wenn auch knapp - die Bestzeit. Doch am Samstag schon lief nicht mehr viel zusammen. Der negative Höhepunkt war der dritte Abschnitt im Qualifying, in dem Bottas nur den achten Platz belegte.

Auf einer Strecke wie dem Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari war klar, dass ihm im Rennen eine Mammutaufgabe bevorsteht, Überholmanöver sind auf diesem Kurs kompliziert. Doch unter Mischbedingungen im Rennen ging es für Bottas nicht nach vorne, eher das Gegenteil, wie sein Unfall mit dem zum Überholmanöver ansetzenden George Russell zeigt.

Wolff: Bottas hätte da gar nicht sein sollen

"Valtteri hat einen wirklich miserablen ersten Stint im Nassen gehabt. Wir müssen erst schauen, was der Grund dafür war - war was am Auto oder was war der Grund dafür, dass gar nichts ging. Deswegen hätte er an der Stelle auf der Strecke gar nicht sein sollen", sagt Teamchef Toto Wolff bei "Sky".

Für Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin lagen die Gründe für Bottas' Einbruch nach dem starken Freitag vor allem in den Reifentemperaturen, besonders im Qualifying. "Die Runde, die er in Q1 gefahren ist, hätte ihn in die Top 4 gebracht. Aber leider konnte er diese Runde nicht noch einmal fahren, obwohl es die dritte Runde auf diesen Reifen war", sagt er.

Shovlin erklärt weiter: "Die Sache mit den Reifentemperaturen ist, dass ein kleiner Unterschied direkt einen großen Einfluss auf den Grip hat." Und gerade in Imola bei den engen Abständen habe der Unterschied viele Plätze gekostet. Auch Ross Brawn, derzeit Managing Director der Formel 1 und früheres "Superhirn" bei Ferrari und Benetton, glaubt nicht, dass die Schuld bei Bottas allein liegt.

Brawn: Kleinigkeiten sehen schnell furchtbar aus

"Meiner Erfahrung nach liegt so ein deutlicher Unterschied zwischen den gleichen Autos immer an einer schlechteren Reifentemperatur", schreibt Brawn in einer Kolumne auf der Homepage der Formel 1.

Er denke nicht, "dass es der Fall war, dass der Fahrer an Selbstvertrauen verloren hat", ergänzt Brawn: "Manchmal bekommt ein Fahrer die Reifen richtig zum Arbeiten und der andere nicht. Und dann schaut es direkt fürchterlich aus, weil der Unterschied so groß ist, obwohl es nur Kleinigkeiten sind."

Dem Ansehen des Finnen hat seine Leistung nicht unbedingt geholfen, auch mental dürfte Imola seine Spuren bei Bottas hinterlassen, weiß Wolff. "Wir müssen ihn einfach aufbauen, da gibt es gar keine andere Möglichkeit, dass er da einigermaßen recovert. Wir brauchen ihn in einem Fight in der Konstrukteurs-Meisterschaft", sagt der Österreicher.

Mercedes braucht Wigman Bottas für die WM

Denn Red Bull ist in diesem Jahr mindestens auf Augenhöhe mit Mercedes. Zwar kämpft Sergio Perez bei den Bullen noch mit Anpassungsproblemen, doch Wolff warnt: "Der Perez wird irgendwann mal in die Gänge kommen, davon bin ich überzeugt." Und dann braucht Mercedes neben Lewis Hamilton wieder seinen "Wingman" Bottas in einigermaßen guter Verfassung.

Shovlin glaubt fest daran, dass Imola nur ein Ausrutscher für Bottas war. "Es gab Momente an diesem Wochenende, in denen er sehr stark aussah und es so schien, dass er Lewis eine harte Zeit bereiten könnte. Ich denke wirklich, dass alle Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen zusammenhängen. Dafür müssen wir eine Lösung finden. Und wenn uns das gelingt, macht es wieder Klick", meint er.