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Heimlicher Star des Formel-1-Rennens in Imola

So behutsam geht sein Renningenieur mit Schumacher um

20.04.2021 11:29
Mick Schumacher (l.) mit seinem Renningenieur Gary Gannon
© MST
Mick Schumacher (l.) mit seinem Renningenieur Gary Gannon

Beim Rennen in Imola erlebte Haas-Pilot Mick Schumacher erstmals die Schattenseiten der Formel 1, über seinen Crash während der Safety-Car-Phase ärgerte er sich extrem. Wie gut, dass der 22-Jährige einen Renningenieur hat, der genau weiß, welche Worte ein Rookie in dieser Situation hören will.

Schumachers Mann im Ohr ist in diesem Jahr Gary Gannon. Der 44-Jährige ist Micks Ansprechpartner vor, während und nach den Rennen. Beide verbindet bereits nach wenigen Monaten eine gute Chemie. "Mick ist freundlich, professionell und total strukturiert. Das macht es leicht, mit ihm zu arbeiten. Er ist ein spannender junger Fahrer mit sehr viel Potenzial", sagte Gannon jüngst der "Sport Bild".

Auch Schumacher erklärte bereits, wie gut die beiden miteinander auskommen. "Auch wenn wir uns noch gar nicht so lange kennen, habe ich schon jetzt ein ungewöhnlich hohes Maß an Vertrauen - und das übrigens nicht nur mit Gary, sondern mit der kompletten Crew an meinem Auto. Für mich ist das gesamte Konstrukt wichtig", sagte er.

Behutsamer Umgang: Wie Gannon Schumacher beruhigte

Dieses gute Verhältnis wurde auch in Imola deutlich. Während Schumacher nach seinem Fehler direkt hart mit sich selbst ins Gericht ging und "genervt" war, beruhigte Gannon seinen Schützling. "Wir sind immer noch okay, wir haben nichts verloren, nur ein paar Positionen. Alles ist gut", sagte Gannon.

Auch danach, als Schumacher wegen einer geschlossenen Boxengasse vermeintlich mit seinem beschädigten Auto um den Kurs fahren musste (was er dem Regelwerk entsprechend aber nicht hätte tun müssen), stand Gannon ihm zur Seite und gab ihm klare, aber behutsame Anweisungen. Zudem wirkte er immer wieder beruhigend auf den immer noch verärgerten Schumacher ein.

"Nimm dir deine Zeit, es gibt keinen Grund zur Hektik. Bring das Auto um die Strecke und dann kriegst du einen neuen Frontflügel und frische Reifen. Fahr langsam", so Gannon am Funk nach dem Unfall. Auch danach funkte er immer wieder ähnliche Aussagen, die als Beruhigung dienen sollten.

Gannon wird zum Star in den Sozialen Medien

In den Sozialen Medien wurde Gannon während des Großen Preises der Emilia-Romagna zum Hit, manch ein User wünschte sich Gannon sogar als Therapeuten. Denn solch ein behutsamer, fast schon liebevoller Umgang zwischen Fahrer und Renningenieur ist in der Formel 1 nicht an der Tagesordnung. Stattdessen kann es durchaus wesentlich ruppiger zugehen.

Gannon hingegen versucht, Schumacher den Einstieg in die Formel 1 so leicht wie möglich zu machen und ihn nicht unter Druck zu setzen. Diesen macht sich der amtierende Formel-2-Meister selbst. "Ich bin sehr kritisch von meiner Performance. Im Endeffekt war es aber dennoch eine gute Leistung für das Team, wir haben wieder sehr viel gelernt", sagte Schumacher nach dem Rennen zu "Sky".

Der Unfall hingegen ärgerte ihn maßlos. "Das war sehr unnötig. Wir waren in einer guten Position. Wir hätten gut, so wie es aussah, auch in den Top 11 oder Top 12 sein können. Das heißt natürlich, dass wir an Punkten gekratzt hätten, was natürlich sehr schön wäre. Und solche Rennen sind gut dafür. Ich habe jetzt diese Chance nicht genutzt, und das ist ärgerlich", stellte er klar.

Schumacher zum Unfall: "War sehr komisch"

Warum ihm das Auto so plötzlich ausgebrochen ist, konnte er nicht beantworten. "So schnell, wie mir das Auto ausgebrochen ist, war es wahrscheinlich eine Pfütze oder ein Aquaplaning-Moment oder was weiß ich. Es war sehr komisch", sagt er.

Dennoch habe er viel gelernt, vor allem aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen, die ihn auch am Start vor völlig neue Herausforderungen stellten. "Viel gesehen habe ich nicht in der ersten Kurve, so viel kann ich sagen. Das war sehr komisch, weil so blind in eine Kurve reinzufahren, ohne zu wissen, wo die Kurve ist, das ist schon ein komisches Gefühl", sagt der Haas-Fahrer.

Er erklärt: "Weil natürlich die Autos noch mehr Abtrieb haben als alles, was ich bisher gefahren bin. Dementsprechend machen sie auch mehr Spray und mehr Wasser in der Luft, von daher war es komisch, aber eine gute Erfahrung und gut draus gelernt. Und das Rennen ist dementsprechend spannend geworden."