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Champions-League-Halbfinale ohne deutsche Teams

BVB verpasst Sensation - Diskussion über Can-Handspiel

14.04.2021 22:55

Kein schwarz-gelbes Wunder, aber ein würdiger Abschied: Borussia Dortmund sagt der Champions League wehmütig Goodbye.

Der deutsche Vizemeister verlor trotz einer couragierten Leistung auch das Viertelfinal-Rückspiel gegen die Übermannschaft Manchester City mit 1:2 (1:0) und verpasste sein erstes Halbfinale in der Königsklasse seit 2013. In der Liga muss der BVB für die erneute Qualifikation eine grandiose Aufholjagd starten.

Das phänomenale Supertalent Jude Bellingham (15.) ließ die Dortmunder nach dem 1:2 im Hinspiel mit seinem ersten Europacup-Treffer auf die "Weltsensation" (Hans-Joachim Watzke) hoffen. Dem anschließenden Sturm der City-Passmaschine hielt der BVB stand, bis Riyad Mahrez (54., Handelfmeter) von einem Fauxpas Emre Cans profitierte.

Phil Foden (75.) beseitigte letzte Zweifel: City fordert im Halbfinal-Kampf der Giganten den Bayern-Bezwinger Paris St. Germain.

Terzic lobt ManCity und hadert mit dem Schiedsrichter

"Man muss fairerweise gratulieren. ManCity hat hervorragend gespielt und ist auch verdient eine Runde weiter. Nach drei von vier Halbzeiten aber waren wir weiter - dann ist es ärgerlich, dass wir das durch zwei solche Gegentore noch aus der Hand geben", sagte Edin Terzic.

Der BVB-Trainer haderte insbesondere mit dem Strafstoß: "Auf den Schiedsrichterschulungen heißt es ganz eindeutig, dass ein Anköpfen des eigenen Armes nicht strafbar ist. Ich sag mal so: Großes Glück haben wir in den beiden Spielen mit den Entscheidungen nicht gehabt. Wir hatten einen großen Traum, der ist jetzt leider vorbei."

Emre Can war einfach nur bitter enttäuscht. "Ich glaube in den Regeln steht, dass es kein Elfmeter ist", sagte er bei "Sky". Die Lage ist kompliziert: Strafbar ist ein Handspiel laut Regel 12 nach unmittelbarer und absichtlicher Ablenkung durch den Kopf (was in diesem Fall vorlag) nicht. Allerdings ging Can auch mit deutlich abgespreiztem Arm zum Ball.

Pressing von ManCity zu stark für den BVB

Mächtig geknallt hatte es in der Nacht vor dem Spiel. Englische Medien berichteten von Feuerwerk und Böllerschlägen vor dem Hotel der Citizens zu verschiedenen Uhrzeiten. Auf Fotos waren die Reste von Abschussbatterien zu sehen. Die Dortmunder Feuerwehr bestätigte einen Einsatz wegen eines Feuerscheins im Außenbereich.

Auf dem Platz fehlte nur anfangs Explosivität. Terzic hatte eine "unglaubliche Leistung für eine unglaubliche Geschichte" heraufbeschworen, doch die Schwarz-Gelben taten sich gegen den Favoriten schwer.

City stand enorm hoch und presste, teilweise begann der Dortmunder Spielaufbau am eigenen Fünfmeterraum. Nach der ersten Befreiung prüfte allerdings BVB-Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud erstmals den gegnerischen Torhüter Ederson (7.).

Bei Ballbesitz des herausragend besetzten Gäste-Mittelfeldes, aufgezogen von Ilkay Gündogan und Kevin De Bruyne, ließ sich der BVB im 4-5-1 tief fallen. Erst zehn Meter hinter der Mittellinie lief Erling Haaland in vorderster Reihe den Gegner an, nach Ballgewinn ergab sich dadurch die Möglichkeit langer Schläge auf Haaland oder den pfeilschnellen Außen Ansgar Knauff.

Keine Entlastung mehr für den BVB

Haaland nahm einen dieser langen Bälle geschickt an, legte ab - und der junge Engländer Bellingham traf aus dem Stand sehenswert. Der BVB war virtuell weiter. City reagierte wütend und drängte, De Bruyne scheiterte nach einem Fehler von Mateu Morey jedoch an der Querlatte (25.). Einen Schuss von Mahrez klärte Bellingham in höchster Not und bejubelte dies lautstark (32.). Entlastung? Gab es nicht mehr.

Auch nicht in der zweiten Halbzeit, in der City den BVB zunächst einschnürte. Can rutschte der Ball nach einer Flanke über den Scheitel ungeschickt an den Arm, Mahrez verwandelte sicher. Der BVB brauchte wieder mindestens ein Tor, um das er sich auch redlich bemühte - große Chancen allerdings blieben dabei aus.

Stattdessen traf City wieder. Mit dem 1:2 durch Supertalent Phil Foden, 20 und bereits Torschütze im Hinspiel in letzter Minute, war die Entscheidung gefallen.

Die Halbfinals gegen PSG spielt City am 27. April bzw. 4. Mai.

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