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AS Rom vs. Ajax Amsterdam LIVE bei NITRO

"Micky" im Aufwind: Endlich wieder wichtig

15.04.2021 19:57
Henrikh Mkhitaryan spielt seine beste Saison seit seiner Zeit beim BVB
© Antonietta Baldassarre / Insidefoto via www.imago-
Henrikh Mkhitaryan spielt seine beste Saison seit seiner Zeit beim BVB

Im Trikot des BVB nahm die Karriere von Henrikh Mkhitaryan einst Fahrt auf. Nach ernüchternden Zwischenstationen auf der Insel hat der Armenier sein Glück inzwischen bei der AS Rom gefunden. Mit den Italienern träumt er nun vom ersten Titelgewinn seit 2008. Doch im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League wartet ein heißes Duell gegen Ajax Amsterdam (Donnerstag ab 21:00 Uhr LIVE bei NITRO und im Live-Ticker). Dabei wird der wiedererstarkte Mkhitaryan eine entscheidende Rolle spielen.

Die Saison der AS Rom gleicht einer einzigen Achterbahnfahrt. Auf nationaler Bühne stolpern die Giallorossi regelmäßig von einer Enttäuschung in die nächste. Von den "großen Namen" der Serie A ist die Associazione Sportiva in dieser Spielzeit mit Abstand der kleinste. Als Tabellensiebter muss der so stolze Klub gar um den Einzug in den Europacup bangen.

Ganz anders sieht es dafür auf internationalem Terrain aus. Hier hat sich die Roma heimlich, still und leise zu einem der Top-Favoriten auf den Gewinn der Europa League gemausert. Auch dank Henrikh Mkhitaryan, der eine der Schlüsselfiguren im Spiel der Hauptstädter ist. Sein Erfolgsgeheimnis? Er wird endlich wieder gebraucht. 

"Die Roma hat an mich geglaubt", schwärmte der 32-Jährige zu Beginn des Jahres gegenüber "La Repubblica" vom Vertrauen, das ihm Klub und Trainer entgegenbringen. In der Liebesbekundung des offensiven Mittspielfeldspielers steckt zweifelsohne auch ein kleiner Seitenhieb in Richtung seiner Ex-Vereine.

"Einer der cleversten Spieler, die ich je trainiert habe"

Schließlich wurde Mkhitaryan nach seinem BVB-Abgang im Sommer 2016 nicht mehr wirklich glücklich. In seiner ersten Saison bei Manchester United litt der Spielmacher sichtlich unter der Krise, die den gesamten Verein erfasste. Er brauchte außerdem (zu) lange, um sich auf das physische Spiel der Premier League einzustellen. Den Spielwitz und die Torgefahr, die er noch im Trikot der Dortmunder Borussia ausstrahlte, blieb er meistens schuldig. 

Und auch später beim FC Arsenal blühte "Micky" nicht wie erhofft auf. Die Leichtigkeit in seinem Spiel wollte sich auch bei den Gunners nicht einstellen. Im Spätsommer 2019 folgte der unumgängliche Abschied und der Wechsel in die ewige Stadt.

Hier genießt der Routinier nicht nur das Vertrauen seiner Mitspieler und der Verantwortlichen. Auch das Spiel in der Serie A kommt seinen Fähigkeiten mehr zugute. Hier hat er schlicht mehr Platz und mehr Zeit, das Spiel seiner Mannschaft zu dirigieren. Eine Fähigkeit, die besonders Cheftrainer Paulo Fonseca schätzt. "Er ist einer der cleversten Spieler, die ich je trainiert habe. Er sucht den Raum, wie es nur wenige andere tun", lobte der 48-Jährige seinen Schützling jüngst.

Mkhitaryan mit bester Saison seit BVB-Zeiten

Mkhitaryan rechtfertigt das Vertrauen mit seiner besten Saison seit Jahren. In 26 Liga-Begegnungen steuerte der Kreativspieler bereits neun Tore sowie acht Assists bei und rangiert damit bei den besten Vorlagengebern der Serie A auf einem geteilten ersten Platz.

Bessere Zahlen legte Mkhitaryan zuletzt in der Bundesliga-Saison 2015/16 auf. Damals gelangen dem Armenier im BVB-Trikot sogar elf Tore sowie 20 Assists.

Allerdings spiegelt sich Mkhitaryans starke Statistik (noch) nicht im Teamerfolg der AS Rom wider. Jedoch können die Italiener ihre durchwachsene Saison mit gerade einmal vier Spielen retten. So viele Partien ist die AS Rom noch vom Titelgewinn in der Europa League entfernt.

AS Rom winkt historischer Titel

Ein Triumph im Finale von Danzig wäre nicht nur gleichbedeutend mit der Teilnahme an der Champions League, sondern würde für die Wölfe auch eine lange Durststrecke beenden. Schließlich holte die AS Rom mit dem Gewinn der Coppa Italia vor rund 13 Jahren ihren letzten Titel.

Um diesen Traum aufrecht zu erhalten, müssen die Gelb-Roten im Viertelfinal-Rückspiel erst einmal Ajax Amsterdam aus dem Weg räumen. Durch den 2:1-Auswärtssieg im ersten Aufeinandertreffen hat die AS Rom eine gute Ausgangslage. Und es kommt noch besser: Im Rückspiel kann das Team wieder auf Mkhitaryan, der im Hinspiel wegen eines Wadenmuskelrisses fehlte, zählen.

Dabei könnte der Armenier seinem zweiten Frühling mit einer starken Leistung weiteren Aufwind verschaffen. Wirklich nötig hat es "Micky" nicht. Er hat als einer der wenigen Römer in den letzten Monaten bewiesen, dass auf ihn Verlass ist. Weil er endlich wieder gebraucht wird.

Jannik Kube