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Hochspannung im Kampf um die Europa League

Europa-League-Check: Wo landen BVB, Gladbach, VfB und Co.?

09.04.2021 09:38
Europa-League-Check: Wo landen BVB, Gladbach, VfB Stuttgart und Co.?
© Neundorf/Kirchner via www.imago-images.de
Europa-League-Check: Wo landen BVB, Gladbach, VfB Stuttgart und Co.?

Die 58. Bundesliga-Saison biegt auf die Zielgerade ein, nur noch sieben Spieltage sind zu absolvieren. Dicht ist das Gedränge vor allem hinter den wohl fest vergebenen Champions-League-Rängen rund um den fünften Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt.

Mit dem BVB, Bayer Leverkusen, Union Berlin, dem VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach und dem SC Freiburg sind gleich sechs Teams dichtauf. Was macht Hoffnung, was Sorgen? Wer landet am Ende wo? sport.de macht den Europa-League-Check.

  • 5. Platz: Borussia Dortmund | 43 Punkte | 55:39 Tore

Restprogramm: VfB Stuttgart (A), Werder Bremen (H), Union Berlin (H), VfL Wolfsburg (A), RB Leipzig (H), Mainz 05 (A), Bayer Leverkusen (H)

Das macht Sorgen: Die Stimmung ist allerspätestens nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt endgültig gekippt. Der BVB präsentiert sich in dieser Saison konstant inkonstant. Nach dem starken Lauf zu Beginn der Saison entschied die Borussia keine drei Spiele mehr am Stück zu ihren Gunsten. Ins Auge sticht zudem die eklatante Schwäche in fremden Stadien – nur sechs von 14 Auswärtsspielen wurden gewonnen, sechs Niederlagen stehen dem gegenüber.

Nach außen transportieren sie in Dortmund schon seit Längerem kein Bild der Geschlossenheit. Inzwischen übten auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc teils harsche Kritik an ihren Stars. Dass Vizekapitän Mats Hummels nach dem Spiel in Köln laut "Sport Bild" vom Mannschaftsbus vergessen wurde, spricht hinsichtlich mannschaftlichen Geschlossenheit Bände.

Das macht Hoffnung: Die Auftritte in der Champions League - und Erling Haaland. In der Königsklasse tritt der BVB teilweise wie ausgewechselt auf. Das 1:2 bei Manchester City hätte durchaus einen anderen Verlauf nehmen könne, wäre der vermeintliche Ausgleich durch Jude Bellingham nicht vorzeitig abgepfiffen worden.

Und dann ist da ja immer noch Lebensversicherung Haaland, der trotz der anhaltenden Spekulationen noch immer bei der Sache ist und auf überragende 33 Pflichtspieltore in dieser Saison kommt. Bricht der Norweger nicht ein, ist er Dortmunds Europa-League-Garant.

  • Platz 6: Bayer Leverkusen | 43 Punkte | 45:32 Tore

Restprogramm: TSG Hoffenheim (A), 1. FC Köln (H), FC Bayern (A), Eintracht Frankfurt (H), Werder Bremen (A), Union Berlin (H), Borussia Dortmund (A)

Das macht Sorgen: Auch der Werksklub auf einen ähnlichen Saisonverlauf wie der BVB. Zu Beginn hui, im weiteren Verlauf zunehmend pfui. Das unter Peter Bosz offensiv ausgerichtete Team soll von dessen Nachfolger Hannes Wolf zunächst eine eher defensive, pragmatischere Spielweise verpasst bekommen.

Beim 2:1-Sieg gegen Schalke zuletzt saßen Profis im Wert von mehr als 150 Millionen Euro auf der Bank. Ob das den bröckelnden Mannschaftsgeist beschwört und plötzlich alle an einem Strang ziehen, darf durchaus bezweifelt werden. Außerdem schwingt Skepsis mit, ob Wolf den zumindest auf dem Papier besten Kader seiner Trainerkarriere richtig händeln kann.

Das macht Hoffnung: Wolf ist tatsächlich Sorge und Hoffnung zugleich. Nachdem Bosz es nicht verstand, die richtige Balance aus Defensive und Offensive zu finden, hat der Interimscoach zumindest gegen Schalke gezeigt, dass er Wege aus der Krise bieten kann. Schafft er es, in den verbleibenden Wochen wieder eine Einheit aus der zuvor blutleer wirkenden Truppe zu formen, könnte es am letzten Spieltag zum Endspiel gegen den BVB kommen.

  • Platz 7: Union Berlin | 39 Punkte | 41:33 Tore

Restprogramm: FC Bayern (A), VfB Stuttgart (H), Borussia Dortmund (A), Werder Bremen (H), VfL Wolfsburg (A), Bayer Leverkusen (A), RB Leipzig (H)

Das macht Sorgen: Eigentlich nichts. Die Köpenicker präsentieren sich auch in dieser Saison als große Überraschung – und trotz allem weiterhin bodenständig. Nach dem 1:1 im Berliner Derby rief Manager Oliver Ruhnert erst mal den Klassenerhalt aus. Einer der Kritikpunkte ist die oftmals fehlende Balance. Gegen die Hertha stimmte die Defensivarbeit, gegen Frankfurt (2:5) nur die offensiven Bemühungen.

Das macht Hoffnung: Vielleicht, dass Max Kruse klargestellt hat, dass er keinesfalls in der Conference League spielen möchte? Nein, im Ernst: Union kann aufgrund des feststehenden Klassenerhalts in den übrig gebliebenen Wochen befreit aufspielen.

Andere Klubs würde das Restprogramm Sorge bereiten. Nicht aber den Köpenickern, für die die restlichen Auftritte gegen alle Topteams der Bundesliga zum Faustpfand im Kampf um die Europa League werden könnten. Denn das Team von Urs Fischer zeigt sich gegen die vermeintliche Elite immer besonders aufmüpfig.

So geschehen in der Hinrunde, als Union dem FC Bayern einen Punkt abluchste (1:1) und den BVB gar besiegte (2:1). Die Auftritte gegen Wolfsburg (2:2) und Leverkusen (1:0) überstiegen ebenfalls die Erwartungen.

  • 8. Platz: VfB Stuttgart | 39 Punkte | 48:41 Tore

Restprogramm: Borussia Dortmund (H), Union Berlin (A), VfL Wolfsburg (H), RB Leipzig (A), FC Augsburg (H), Borussia Mönchengladbach (A), Arminia Bielefeld (H)

Das macht Sorgen: Die Stuttgarter Abteilung Attacke hat in den letzten Wochen große Risse bekommen. Silas Wamangituka wird dem VfB nicht mehr helfen können, Nicolás González muss immer wieder mit schweren muskulären Problemen aussetzen. Und auch Mittelfeldstar Orel Mangala war zuletzt mit Muskelbeschwerden raus.

Aufgrund des substanziellen Verlusts könnte dem VfB zum Ende hin die Puste ausgehen, zumal weitere Ausfälle mitnichten ausgeschlossen sind.

Das macht Hoffnung: Bis auf das 0:4 gegen die Bayern verfügen die Stuttgart über einen kompakten Defensivverbund. Von der Pleite in München mal abgesehen, kassierte der VfB zuletzt nur drei Gegentore in sechs Spielen. Was außerdem ins Gewicht fällt: Stuttgart hat in der Finalphase mehr Heim- als Auswärtsspiele.

Der VfB ist seit sechs aufeinanderfolgenden Heimspielen ungeschlagen (4 Siege, 2 Remis) und holte mit 13 Punkten in fünf Heimpartien schon jetzt deutlich mehr als in der Hinrunde, in der gerade mal fünf Zähler in acht Heimspielen gesammelt wurden. Mit einem weiteren Sieg im eigenen Stadion gegen den BVB am Wochenende würde der Rückstand auf zwei Punkte zusammenschrumpfen.

  • Platz 9: Borussia Mönchengladbach | 39 Punkte | 46:41 Tore

Restprogramm: Hertha BSC (A), Eintracht Frankfurt (H), TSG Hoffenheim (A), Arminia Bielefeld (H), FC Bayern (A), VfB Stuttgart (H), Werder Bremen (A)

Das macht Sorgen: Die zurückliegenden Wochen der Erfolglosigkeit inmitten des Aufruhrs um den Wechsel von Trainer Marco Rose zum BVB haben trotz der beiden jüngsten Siege ihre Spuren hinterlassen.

Den Gladbachern fehlt derzeit zudem ein echter Knipser. Klar, Marcus Thuram hat mit seinem Doppelpack gegen Freiburg mal wieder seine ganze Klasse aufblitzen lassen, tauchte in den Vorwochen allerdings genauso ab wie seine offensiven Spielpartner Alassane Plea und Breel Embolo.

Und auch die sonst so sichere Defensive präsentierte sich immer wieder fahrig und voller Fehler. Satte 41 Gegentore mussten die Borussen bisher hinnehmen. Das sind für die eigenen Ansprüche viel zu viele.

Das macht Hoffnung: Die nach sieben sieglosen Bundesliga-Spielen eingefahrenen Erfolge gegen Schalke (3:0) und Freiburg (2:1). Wichtig ist auch, dass sich der Sturm der Entrüstung im Umfeld wegen des Rose-Abgangs wieder etwas gelegt zu haben scheint.

"Wir sind jetzt auf Schlagdistanz und wollen dranbleiben", sagte der Coach, der mit seinem Team aber erst noch die aufsteigende Tendenz bestätigen muss. Dann wäre vielleicht die Europa League drin.

  • Platz 10: SC Freiburg | 37 Punkte | 40:41 Tore

Restprogramm: Arminia Bielefeld (A), FC Schalke 04 (H), Hertha BSC (A), TSG Hoffenheim (H), 1. FC Köln (A), FC Bayern (H), Eintracht Frankfurt (A)

Das macht Sorgen: Am vorangegangenen Wochenende in Gladbach (präsentierten sich die Freiburg in der ersten Halbzeit zwar offensivstark. Ausgerechnet das war aber in den letzten Wochen das größte Manko im Breisgau, wie Trainer Christian Streich zu verstehen gab: "Wir sind dort seit Wochen nicht gut, weil wir uns nicht gut genug in der Box bewegen."

Der Sportclub scheint am Limit angekommen und hat mit sechs Punkten Rückstand die geringsten Aussichten auf die Qualifikation für die Europa League. Vier Niederlagen aus den letzten sechs Spielen bestätigen den Abwärtstrend, der angesichts des nahezu sicheren Klassenverbleibs die Gemütslage allerdings nicht im Übermaß drückt.

Das macht Hoffnung: Um sich doch noch für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, was ohne Frage eine Riesensensation wäre, darf Freiburg auf das restliche Programm setzen.

In den kommenden fünf Partien bekommen es die Breisgauer mit Teams zu tun, die teilweise deutlich hinter ihnen in der Tabelle stehen. Hamstert der SCF genug Punkte und patzt gleichzeitig die Konkurrenz, könnte die Sensation plötzlich wieder ganz nahe sein.

Andre Oechsner

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