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Rosberg-Rücktritt ein "bizarrer Moment"

F1-Stratege: "Rosberg brauchte 1000 Runden, Hamilton zwei"

08.04.2021 13:59
Nico Rosberg und Lewis Hamilton lieferten sich bei Mercedes einen erbitterten Kampf
© imago sportfotodienst
Nico Rosberg und Lewis Hamilton lieferten sich bei Mercedes einen erbitterten Kampf

Das umkämpfte und nicht immer saubere Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg ging nicht umsonst als "Krieg der Sterne" in die Geschichte der Silberpfeile ein. Mercedes-Chefstratege James Vowles erklärt im "Beyond the Grid"-Podcast, wie sich die beiden Streithähne in ihrer Herangehensweise unterschieden. 

Drei Jahre lang zeigte Lewis Hamilton zwischen 2013 und 2015 seinem Teamkollegen Nico Rosberg die Grenzen auf. Die Zweikämpfe der beiden Mercedes-Piloten gingen schon in jenen Jahren oft über die Grenzen hinaus. 2016 dann schlug die große Stunde des Deutschen, der sich seinen ersten und einzigen WM-Titel sicherte - und anschließend völlig überraschend zurücktrat. 

Dass er es in seinem letzten Jahr in der Königsklasse endlich auf eine Stufe mit Lewis Hamilton schaffte, war laut Mercedes-Chefstratege James Vowles in erster Linie das Resultat harter Arbeit. 

"Wenn man Nico 1000 Runden gegeben hat, hat er sich langsam an ein unglaubliches Leistungsniveau herangetastet. Wenn man Lewis zwei Runden gibt, ist er auf diesem Niveau", erklärte Vowles den großen Unterschied zwischen den beiden Fahrern. 

Als Kritik an Rosberg wollte er seine Aussagen aber keinesfalls verstanden wissen. "Nico war mit viel Zeit im Auto exzellent darin zu erkennen, was sein Teamkollege gemacht hat. Er war unglaublich", lobte Vowles, für den Hamilton offensichtlich eher als Naturtalent, Rosberg dagegen eher als harter Arbeiter galt. 

Chefstratege über bizarren Rosberg-Rücktritt

Der überraschende Rücktritt von Rosberg hat Vowles mindestens so überrascht, wie die gesamte Formel-1-Community. Nach dem letzten Saisonrennen 2016 in Abu Dhabi seien er und andere führende Angestellte von Toto Wolff in dessen Büro gerufen worden, erinnerte sich der Stratege.

"Wir wussten nicht wirklich, was wir erwarten sollten. Dann hat uns Toto gesagt, wir sollen fünf Dinge aufschreiben, die er gleich sagen würde. Nicos Rücktritt war nicht auf der Liste. Er war einfach ein bizarrer Moment", sagte Vowles.

"Selbst jetzt ist noch schwer zu verstehen, warum er aus seinem Vertrag raus wollte. Selbst wenn er Lewis nicht noch einmal geschlagen hätte, hätte er immer noch ein gutes Auto gehabt und Rennen gewonnen. Er wäre Teil eines Teams gewesen, dass außergewöhnlich war", so Vowles.

Vowles über Schumacher: "Es hat mit der Herz gebrochen"

Bestens in Erinnerung hat der Chefstratege auch noch die Zeit, in der Michael Schumacher seine zweite Karriere in der Formel startete. Schumis Comeback im Mercedes war allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

"Es hat mit der Herz gebrochen. Wir alle wollten, dass dieser Kerl noch mal ein Rennen gewinnt, weil er es einfach verdient gehabt hat. Er hat so viel Arbeit und so viel von seinem Leben in das Team gesteckt", erinnerte sich Vowles: "Es tut mir immer noch leid, dass er nicht das Resultat bekommen hat, das er verdient gehabt hätte."