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Wechsel vom FC Bayern zum DFB?

Rummenigge spricht Flick-Machtwort

07.04.2021 17:30

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München hat sich in der Bundestrainer-Frage erneut klar gegen einen Wechsel von Trainer Hansi Flick zum Deutschen Fußball-Bund positioniert.

"Sie werden ohne Hansi planen müssen", betonte der 65-Jährige im Interview mit dem Magazin "The Athletic": "Meine Erfahrung sagt mir, dass Trainer, die bei Bayern gut arbeiten, gepflegt und langfristig gehalten werden müssen."

Auch für ihn selbst komme ein Job beim DFB nicht infrage. Der Verband brauche Monate, "um irgendwelche Entscheidungen zu treffen", das sei nichts für ihn, betonte Rummenigge: "Sie sind so sehr damit beschäftigt zu politisieren, dass nicht genug getan wird, um einige große strukturelle Probleme anzugehen, wie zum Beispiel Probleme in der Jugendentwicklung und bei der Ausbildung von Trainern."

Es fehle "eine professionelle Struktur mit wichtigen Personen aus der Bundesliga an Bord".

Sextuple-Gewinner Flick verglich Rummenigge mit Jupp Heynckes, der 2013 in München das Triple geholt hatte. Flick habe "die gleiche Philosophie und das gleiche Einfühlungsvermögen" wie Heynckes, schwärmte Rummenigge: "Ich habe zu ihm gesagt: 'Du könntest der Bruder von Jupp sein oder sein Sohn. Such's dir aus'."

Flick besitzt in München noch einen Vertrag bis Juni 2023. Beim DFB gilt er als Wunschkandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw, der sein Amt nach der EM (11. Juni bis 11. Juli) aufgibt. Der DFB hatte betont, dass er keinen Trainer ansprechen wolle, der unter Vertrag steht.

Europäische Super League für den FC Bayern kein Thema

Im selben Interview sprach sich Rummenigge erneut deutlich gegen eine Super League im europäischen Fußball aus.

"Das ist etwas, das ich mir niemals vorstellen könnte", stellte der 65-Jährige klar: "Eine Super League würde die Grundlagen des europäischen Fußballs erschüttern. Ich glaube nicht, dass das richtig ist." Passend findet Rummenigge aber das geplante Format für die "neue" Champions League.

Mit dem derzeit gehandelten Schweizer Modell gebe es zwar generell mehr Partien, dafür stünden kaum Spiele ohne Wert auf dem Programm.

Negative Folgen für die Bundesliga durch die ab 2024 angedachte Reform befürchtet er nicht: "Das kann ich mir nicht vorstellen. Diese beiden Wettbewerbe sind in der Vergangenheit in Koexistenz gediehen, und ich würde erwarten, dass sie auch in der Zukunft gedeihen."

FC Bayern befürchtet ruinöses Wettrüsten

Gefahr sieht Rummenigge vielmehr in der zuletzt gehandelten Reform des Financial Fairplay (FFP). Wie der "kicker" kürzlich berichtete, denkt die UEFA über eine Aufhebung des Limits für Investorengelder nach.

Dies könne ein ruinöses Wettrüsten einleiten, befürchtet der ehemalige Weltklasseangreifer: "Wir können nicht an den Punkt kommen, an dem nur noch Vereine im Besitz von Milliardären konkurrieren können."

Prinzipiell befürworte er zwar eine Reform des FFP, doch eine derartige Deregulierung setze am falschen Ende an. Viel wichtiger sei eine konsequentere Durchsetzung von Strafen.

Die Regeln seien "nicht gut genug definiert, es ist alles eine Grauzone", führte Rummenigge aus: "Vereine, die in Zukunft gegen die Regeln verstoßen, müssen mit viel härteren Sanktionen rechnen. Wir müssen es dieses Mal wirklich richtig machen. Kluge Leute schauen sich das an."

WM-Boykott? Rummenigge bezieht Stellung

Auch zur WM 2022 in Katar bezog Rummenigge Stellung. Der Münchner Vorstandsboss sprach sich gegen einen Boykott des Turniers aus.

"Unserer Meinung nach bewirken Absagen keine Veränderungen, sondern Gespräche", so Rummenigge: "Veränderungen geschehen nicht über Nacht, sie brauchen Zeit."

Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bayern-Sponsor Qatar Airways habe gezeigt, dass "durch Fußball und Dialoge Dinge verbessert worden sind. Langsam, aber sicher", sagte der 65-Jährige.

Dennoch sieht Rummenigge das Emirat weiter in der Verantwortung: "Katar muss weitermachen - aber sie haben angefangen."

Zuletzt hatten im Rahmen der WM-Qualifikationsspiele einige Nationalmannschaften ein Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzungen in Katar gesetzt. Das DFB-Team hatte etwa mit selbst bemalten T-Shirts die Botschaft HUMAN RIGHTS (Menschenrechte) ausgesendet.

Rummenigge befürwortet die Aktionen der Nationalspieler: "Die Spieler haben das Recht, ihre Bedenken öffentlich zu machen."

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