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Sladjan Djulabic im zweiten Teil des exklusiven sport.de-Interviews

Ninja-Star Djulabic: "Man ist am nächsten Tag erstmal gut K.o."

05.04.2021 19:23
Oben angekommen: Sladjan Djulabic kann den Finaleinzug bei Ninja Warrior Allstars feiern
© Markus Hertrich
Oben angekommen: Sladjan Djulabic kann den Finaleinzug bei Ninja Warrior Allstars feiern

Sladjan Djulabic ist eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Ninja-Szene. Seit der ersten Staffel Ninja Warrior Germany ist er immer dabei gewesen - und das oft mit großem Erfolg. "Sladi" bringt nicht nur einige Finalteilnahmen mit in die erste Allstars-Staffel, sondern auch viel Erfahrung aus dem Boulder-Bereich. Beim Auftakt von Ninja Warrior Germany Allstars war er Ostersonntag erfolgreich im Parcours zu sehen.

Neben Tatjana Holz, Max Sprenger und Kim Marschner erreichte der 32-Jährige nach drei erfolgreichen Stages das Finale. Im zweiten Teil des exklusiven sport.de-Interviews verrät der Fan-Liebling, wie er die Show erlebt hat, warum er über seine Duellpartner in der Vorrundenshow nicht glücklich war und gewährt außerdem einen Blick hinter die Kulissen der TV-Produktion.

Sladi, nach dem frühen Aus in Staffel 5 haben die Zuschauer beim Allstars-Auftakt direkt deinen Einzug ins Finale gesehen. Wie war's für dich?

Wow, es war einfach großartig! Es lief fast alles nach Plan und ich freue mich sehr über den Finaleinzug. Die Leistungsdichte ist bei Allstars einfach krass. In meiner Vorrunde waren, glaube ich, zu 70 bis 80 Prozent ehemalige Finalisten, ich kenne fast alle und weiß, dass alle fit sind. Viele Duelle waren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieses hohe Niveau hat allerdings andererseits auch fast ein bisschen Entspannung reingebracht: Selbst wenn ich in der ersten Runde rausgeflogen wäre, wäre es gegen jemanden, der auf einem ähnlichen Level ist, und es gäbe wenig zu bereuen.


Teil I des Interviews: Sladis frühe Aus im letzten Jahr, die Learnings, die Vorbereitung im Lockdown und mehr!


Durch meine Erfahrung aus der letzten Staffel bin ich aber tatsächlich mit viel mehr Selbstvertrauen in diese Show gegangen und ich habe gelernt, mir keine einzelnen Hindernisse als kritisch in den Kopf zu setzen. Ich war sehr zuversichtlich, der Kopf war da! Außerdem durften wir bei Allstars ja vorab mal im Parcours etwas testen. Das schafft nochmal ein bisschen mehr Sicherheit und ist eine wertvolle Erfahrung.

Gibt es eigentlich Leute, denen du in diesem Format gerne aus dem Weg gehen würdest? 

Ich würde da wohl zwischen der frühen Phase im Wettkampf und den späteren Finalrunden unterscheiden. Es gibt schon eine Gruppe von Athleten, gegen die ich erstmal nicht unbedingt laufen will. In den ersten Runden willst du ungern schon gegen jemanden antreten, der superstark ist. Und es ist für mich nicht toll, gegen Freunde oder Leute, mit denen man viel trainiert, zu laufen, weil es schade ist, dass einer ausscheidet. Das hat man dann natürlich im Kopf und man kann sich davon schon stärker beeinflussen lassen. In frühen Runden gegen Freunde zu laufen, ist mit das Schlimmste.

In der Hinsicht lief es also bisher nicht so gut für dich?

Tatsächlich war es bei mir direkt der Fall: Ich bin in der zweiten Runde gegen Christian Range gelaufen, mit dem ich die letzten Jahre viel zusammen trainiert habe, und dann im Power Tower gegen Andi Wöhle aus dem Wolfpack. Beide sind gute Freunde. In der frühen Phase ist das blöd. Ich mag's nicht. Am Ende, wenn man nichts mehr zu verlieren hat, ist das dann aber natürlich super cool. In den letzten Finalduellen gegen einen Freund anzutreten, wäre das Beste.

Man muss ja auch mal die ganze Situation an dem Tag sehen: Man dreht vielleicht schon Interviews zusammen, wärmt sich gemeinsam auf, geht zusammen die Plattform hoch. Gedanklich kann man das manchmal schwer trennen. Das persönliche Ziel steht halt konträr zum freundschaftlichen Verhältnis und zum gemeinsamen Ziel, dass beide weit kommen sollen. Das beschäftigt einen durchaus und hat dann auch psychologisch Ablenkungspotenzial.

Blicken wir noch ein bisschen weiter hinter die Kulissen! Kannst du die Atmosphäre am Set beschreiben? 

Es ist immer ein schönes Wiedersehen, so über die Jahre lernt man sehr viele Athleten kennen. Man kommt da aus ganz unterschiedlichen Regionen, teilweise aus unterschiedlichen Ländern zusammen. Das ist schon ziemlich cool, auch mal Leute zu wiederzusehen, zu denen man schon länger keinen persönlichen Kontakt hatte, aber schon durchaus Freundschaften aufgebaut hat. Insgesamt hat es also auch immer etwas sehr Freundschaftliches, fast Familiäres. Wenn man ein paar Mal dabei war, kennt man ja auch viele von der Redaktion und der Produktion, die Stimmung ist locker.


Show verpasst? Der Liveticker mit Video-Highlights!


Auf der anderen Seite ist so ein Tag aber auch wirklich sehr anstrengend und hektisch. Du kommst morgens an, bekommst ein Briefing und gehst dann in die Maske, machst ein Interview vor dem ersten Start. Dann gehst du in die Halle, kriegst eine Parcours-Einweisung, bei Allstars durften wir ihn auch testen. Dann geht's wieder zurück in den Aufenthaltsraum, noch weitere Interviews, zwischendurch vielleicht noch schnell ein Snack und dann bist du auch schon irgendwann dran für die erste Runde. Du wärmst dich dann auf und es geht los. Wenn man weiterkommt, wiederholt sich das dann ähnlich. Man hat den ganzen Tag etwas zu tun und ist durchgehend unterwegs.

Das klingt wirklich sehr sportlich, auch abseits des Parcours'…

Ja durchaus! Außerdem ist man gefühlt auch den ganzen Tag adrenalingeladen und schaltet nur schwer mal ab. Wenn man dann noch weiterkommt, verschießt man auch den Rest Glückshormone, sodass man am nächsten Tag auch erstmal gut K.o. und leer ist.

Mit Corona ist das jetzt auch noch ein krasserer Kontrast. Im letzten halben Jahr habe ich einfach viel Zeit zuhause verbracht und man ist mehr Ruhe gewohnt. Und dann kommst du in die Halle und hast kurz sicher eine kleine Reizüberflutung. Im Fernsehen kommen die Dimensionen, die Belichtung etc. auch nicht so rüber, das wirkt weit weniger imposant als wenn man selbst in der Halle steht. 

Apropos Reizüberflutung, genießt du eigentlich die Aufmerksamkeit nach einem TV-Auftritt? Im Wort "Allstars" steckt ja auch der "Star" und die Athlet:innen rücken mehr in den Fokus.

Ich freue mich natürlich sehr über die vielen Nachrichten mit Glückwünschen und wenn die Menschen mitfiebern und sich mitfreuen. Das ist schon mega cool und schmeichelt einem schon sehr, auch wenn mich Leute im Alltag darauf ansprechen. Gerade wenn die Show erst lief, passiert das immer mal wieder - auch mal etwas schräg, um 23 Uhr nachts beim Tanken, um ein Foto für den Sohn zu machen oder regelmäßiger auch beim Einkaufen.

Das ist schon lustig, aber wenn es sich zu oft wiederholt, kann es situationsabhängig sicher auch mal ein bisschen anstrengend sein. Vielleicht willst du zum Beispiel nur ganz schnell einkaufen, musst aber fast damit rechnen, dass dich jemand erkennt und Smalltalk halten will. Oder wenn es halt wirklich ein frühes Ausscheiden gab und das mal zu viel thematisiert wird.

Außerdem entwickelt man ja auch eine Vorbildfunktion, was einerseits sehr positiv ist. Aber dann fängt man mit der Zeit eventuell schon an, intensiver darüber nachzudenken, was man zum Beispiel in Social-Media-Netzwerken teilt, um keinen schlechten Einfluss zu haben. Man hat da schon also auch zunehmend eine öffentliche Verantwortung - ob man will, oder nicht. Ich muss aber sagen: Das Positive überwiegt hier schon mit großem Abstand.

Das Gespräch führte Maike Falkenberg

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