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Wasserspringer "schockiert und sprachlos"

03.04.2021 14:29
Patrick Hausding ist über Quali-Absage enttäuscht
© AFP/SID/MANAN VATSYAYANA
Patrick Hausding ist über Quali-Absage enttäuscht

Die kurzfristig abgesagte Olympia-Qualifikation hat bei den deutschen Wasserspringern um Rekord-Europameister Patrick Hausding für Frust und Verunsicherung gesorgt.

"Im ersten Moment waren alle ein bisschen schockiert und auch sprachlos. Unsere Motivation war sehr hoch, der Aufwand für die Organisation im Vorfeld enorm – und dann das", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow dem "SID": "Die Athleten sind natürlich enttäuscht, aber sie nehmen es auch sehr professionell auf." Bislang haben Hausding und Tina Punzel jeweils vom 3-m-Brett dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) zwei Olympia-Quotenplätze beschert. 

Die Qualifikation hätte vom 18. Bis 23. April im Rahmen eines Weltcups im neu erbauten Tokyo Aquatic Centre stattfinden sollen. Doch in einem Schreiben an die Mitgliedsverbände vom 1. April sagte der Weltverband FINA das Event mit der Begründung ab, die Sicherheit der Athlet*innen sowie ein erfolgreicher und fairer Wettbewerb seien aufgrund der von den Organisatoren geplanten Corona-Maßnahmen nicht gewährleistet. Es gab zudem in vielen japanischen Botschaften Probleme bei der notwendigen Visa-Ausstellung, auch das Bestehen auf eine dreitägige Quarantäne vor der Veranstaltung erwies sich als Streitpunkt. 

"Eine Mitschuld tragen das OK und die FINA-Taskforce, auch die Absprache zwischen den japanischen Botschaften und den nationalen Verbänden ist zu stockend gelaufen", kritisierte Buschkow. Dass die FINA bis Olympia (23. Juli bis 08. August) noch einen Ersatztermin und -Ort für die Qualifikation findet, glaubt der Bundestrainer eher nicht: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der aktuellen Corona-Lage jemand in so kurzer Zeit so eine große Veranstaltung mit rund 500 Leuten stemmt."

Auch die eine Woche später in Tokio geplante Olympia-Qualifikation im Synchronschwimmen erscheint mehr als fraglich. "Das alles wirft natürlich auch Fragen Richtung Olympia auf", sagte Buschkow. Er forderte den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, "Antworten auf die vielen Fragen" zu finden. 

Die deutschen Wasserspringer halten trotz der Absage an ihrem Akklimatisierungs-Lehrgang in Dresden fest, bei dem entsprechend der Tokio-Zeiten trainiert wird. Anschließen soll sich ein Lehrgang in Berlin. Vom 10. bis 16. Mai finden in Budapest die Europameisterschaften statt. 

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