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DSV-Adler um Karl Geiger vom Winde verweht

"Zu gefährlich": Chaos-Skifliegen in Planica abgebrochen

27.03.2021 11:46
Karl Geiger und Co. beim Skispringen in Planica vom Winde verweht
© GEPA pictures/ Christian Walgram via www.imago-ima
Karl Geiger und Co. beim Skispringen in Planica vom Winde verweht

Der Teamwettbewerb beim Skiflug-Spektakel in Planica musste wegen zu starken Windes abgesagt werden. Eine Jury-Entscheidung sorgte angesichts des schweren Sturzes von Daniel Andre Tande am Donnerstag für Empörung.

Der schreckliche Sturz von Daniel Andre Tande saß auch beim Teamwettbewerb der Skiflieger am Samstag in den Köpfen aller Beteiligten fest. Der vorletzte Wettkampf der Saison in Planica war aufgrund des turbulenten Windes von langen Pausen geprägt - und wurde im ersten Durchgang abgesagt.

"Es ist zu gefährlich, es wechselt so schnell. Wir wollen kein Risiko mehr eingehen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF". Er hatte zuvor schon die Teilnahme der DSV-Adler nach zwei Springern zurückgezogen.

Besonders der Sturz von Tande, der am Samstagvormittag nach eineinhalb Tagen aus dem künstlichen Koma erwachen sollte, war allgegenwärtig. "Die Jungs haben natürlich auch noch den Sturz von Tande in den Knochen", betonte Horngacher, der Wind wechsle unberechenbar schnell, sei böig und für die Flieger extrem gefährlich.

Norwegens Nationaltrainer wütet

Insgesamt 21 Skispringer kämpften sich am Samstag unter teils schwierigsten Windverhältnissen über die legendäre "Letalnica", ehe der Wettkampf abgesagt wurde. Die Athleten würden zu lange oben stehen und "das Gefühl in den Beinen verlieren", beklagte Horngacher.

Auch der norwegische Nationaltrainer Alexander Stöckl war aufgebracht. "Ich bin irritiert über die Leistung der Jury. Marius Lindvik musste sechsmal vom Balken rausgehen", sagte der Österreicher im "ZDF". Er habe die Jury gebeten, daszs Lindvik sich neu vorbereiten dürfe, doch es sei nichts passiert.

"Die Keile waren nicht mehr am Platz, und er hatte nicht mehr das Gefühl. Das hat man auch gesehen beim Sprung. Das war für mich unverständlich. Das ist unverantwortlich", ärgerte sich Stöckl. Erst durch das Einschreiten der Trainer habe es eine Unterbrechung des Wettbewerbs gegeben.

"Wir handeln hier sehr verantwortungsbewusst, die Verhältnisse sind sehr knifflig", sagte Renndirektor Sandro Pertile vom Weltverband FIS. Die norwegische Mannschaft zeigte sich jedenfalls nach der Bruchlandung ihres Teamkollegen Tande am Donnerstag ohnehin verunsichert.

Karl Geiger und Co. hoffen auf besseres Wetter

Der 27-Jährige befindet sich im Universitätsklinikum Ljubljana auf dem Weg der Besserung. "Wegen der fantastischen Erstversorgung und der exzellenten Ärzte kann ich versichern, dass sich Daniels Gesundheitszustand positiv entwickelt. Alles sieht vielversprechend aus", sagte der norwegische Sportchef Clas Brede Braathen.

Bereits am Freitag beim Sieg von Skiflug-Weltmeister Karl Geiger hatte der Wettbewerb wegen böigen Windes nach einem Durchgang gestoppt werden müssen.

Am Sonntag (10:00 Uhr) wird der lange WM-Winter mit einem Einzel-Fliegen abgeschlossen. "Für morgen ist der Wetterbericht besser. Aber man muss abwarten, in den Bergen kann man nie so weit vorausschauen", sagte Horngacher.

Die DSV-Adler wären "definitiv vorbereitet", betonte der Bundestrainer, und "Karl ist in einer sehr, sehr guten Position".

Planica 2020/2021

1DeutschlandDeutschland819.50
2JapanJapan810.00
3ÖsterreichÖsterreich788.90
4SlowenienSlowenien785.50
5NorwegenNorwegen779.20
6PolenPolen763.90
7RusslandRussland712.20
8FinnlandFinnland638.50
9SchweizSchweiz621.00