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Loeb spricht über die Trennung von Elena

26.03.2021 14:25
Das "Traumpaar" Daniel Elena (l.) und Sébastien Loeb (r.) hat sich getrennt
© MST
Das "Traumpaar" Daniel Elena (l.) und Sébastien Loeb (r.) hat sich getrennt

Gut eine Woche, nachdem er das Ende der Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Beifahrer Daniel Elena verkündet hatte, spricht WRC-Rekordchampion Sébastien Loeb erstmals ausführlich über die Gründe für die Trennung nach 23 Jahren der Zusammenarbeit.

Der Franzose berichtet dabei über Spannungen und Konflikte, die während der diesjährigen Ausgabe der Rallye Dakar im Cockpit zwischen beiden aufgetreten seien und die ihn letztendlich dazu bewogen haben, im Kampf um den Sieg bei der Wüstenrallye einen neuen Weg einzuschlagen.

"Wir haben ein bisschen unser Mojo verloren", wird Loeb von "DNA Sports" zitiert. "Es gab einige Missverständnisse und in manchen Dingen sogar gegenseitiges Misstrauen." Das habe zu zahlreichen Navigationsfehlern in der Wüste geführt.

"Manchmal hat er Dinge angesagt, die ich nicht geglaubt habe. Ein anderes Mal war ich stur, obwohl er richtig lag", sagt Loeb. "Es gab Spannungen und Konflikte, die wir in dieser Art noch nie hatten. Ich gebe ihm dafür nicht die Schuld, aber wir sind ein wenig vom rechten Pfad abgekommen."

Als einen Grund dafür sieht Loeb die neuen Regeln hinsichtlich des Roadbooks, welches den Teilnehmern nicht mehr am Vorabend in Papierform, sondern vor dem Start des jeweiligen Etappe auch einem Tablet ausgehändigt wird.

"Früher hat sich Daniel am Abend vor der Etappe tief in das Roadbook eingearbeitet. Ich glaube, er hat das intensiver gemacht als die meisten anderen Beifahrer und konnte dadurch die Straßen mit am besten analysieren", sagt Loeb.

Loeb gibt auch eigene Fehler zu

"Die neuen Roadbook-Regeln verlangen von den Beifahrern und Fahrern eine sofortige Analyse der Straße, gutes Lesen und Beurteilen der Straße bei hohen Geschwindigkeiten", so Loeb weiter. "Die Navigation ist heute deutlich präziser, und daher sind die Rallye-Raid-Spezialisten im Vorteil."

Loeb gibt aber mit Blick auf die aus seiner Sicht verkorkste Rallye Dakar 2021, die nach einigen Reifenschäden und Navigationspannen auf der achten Etappe vorzeitig endete, auch eigene Fehler zu. So sei ihm die Umstellung auf das von Prodrive entwickelte Auto nicht hundertprozentig gelungen.

"Wir hatten eine Menge Reifenschäden, vielleicht weil ich das Auto gefahren bin wie vorher den Peugeot, der aufgrund der Regeln größere Räder hat als die Allradautos", gibt der Franzose zu.

Letztendlich kam Loeb nach Beratungen mit Prodrive zu dem Schluss, dass er mit einem Wechsel auf dem Beifahrersitz seine Chancen auf einen Sieg bei der Rallye Dakar steigern kann. "Ich musste das tun, um aus meiner Komfortzone herauszukommen, um meine Chancen zu optimieren", sagt er. "Ich habe immer noch Ambitionen, ich sage mir, dass ich mich mit der Hilfe eines Profis [Beifahrer im Rallye-Raid] noch weiter verbessern kann."

"Der Rallye-Sport ist sehr speziell"

Allerdings sei die Entscheidung zur Trennung von Elena eine der schwierigsten in seiner langen Karriere gewesen - auch weil er wusste, wie emotional der Monegasse darauf reagieren würde. "Ich wollte es eigentlich nicht tun. Ich habe immer dafür gekämpft, Daniel während meiner gesamten Karriere bei mir zu behalten, auch wenn die Leute ihn aus dem System entfernen wollten", sagt Loeb. "Ich wusste, er würde es schlecht aufnehmen und enttäuscht sein. Aber ich habe offen mit ihm gesprochen, wie es zwei gute Freunde tun."

"Ich zweifle nicht an seinem Potenzial oder seinen Qualitäten als Beifahrer, besonders in der WRC. Wir sind in dieser Disziplin zusammen aufgewachsen, haben zusammen gewonnen und einige außergewöhnliche Jahre erlebt. Aber der Rallye-Sport ist sehr speziell."

"Daniel bleibt ein Kumpel. Ich hoffe, dass er in der Lage sein wird, darüber hinwegzukommen und die guten Erinnerungen zu bewahren. Ich bin mir sicher, dass wir immer noch gute Momente bei einer Rallye oder bei einem Grillabend haben werden."