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Ein neues Königspaar im alpinen Ski-Weltcup

21.03.2021 14:49
Petra Vlhova sicherte sich den Gesamtweltcup
© Jari Pestelacci via www.imago-images.de
Petra Vlhova sicherte sich den Gesamtweltcup

Der alpine Ski-Weltcup hat ein neues Königspaar: Petra Vlhova und Alexis Pinturault gewinnen erstmals den Gesamtweltcup.

Das letzte Rennen war nur noch ein Schaulaufen. Zum neuen Königspaar der Skirennläufer waren Petra Vlhova und Alexis Pinturault bereits ausgerufen worden, ehe am Sonntag die finalen Wettbewerbe beim Saisonkehraus im Schweizer Lenzerheide gefahren wurden.

Danach aber war es endlich so weit am Ende eines Winters, in dem beide ohne Sieg bei der WM geblieben waren: Die Slowakin Vlhova und der Franzose Pinturault erhielten die große Kristallkugel.

Vlhova wurde im letzten Rennen Elfte, Pinturault glänzte mit Rang drei - nur die Deutschen hatten mit Ausnahme von Platz zwei im Teamwettbewerb wenig Freude am Weltcup-Finale.

Linus Straßer nahm im Slalom die erst sechste deutsche Top-Drei-Platzierung in diesem Winter ins Visier, verpatzte allerdings den zweiten Lauf und fiel auf Rang neun zurück. Die Saison aber war nach dreimal Silber und einmal Bronze bei der WM ohnehin längst gerettet.

Für Pinturault kam der Sieg im Gesamtweltcup einer Erlösung gleich. "Es ist unglaublich, das ist das beste Geschenk, das ich mir machen konnte", sagte er an seinem 30. Geburtstag, an dem er sich mit einem Sieg im letzten Riesenslalom neben der kleinen Disziplin-Kugel auch die große Trophäe sicherte.

"Ich hatte in der letzten Woche viel Druck"

Als es endlich vollbracht war, fiel dem überglücklichen Franzosen auch schon der Schweizer Marco Odermatt, in beiden Wertungen nur knapp geschlagen, um den Hals.

"Es war ein großes Ziel in meiner Karriere. Ich hatte Marcel Hirscher, der stärker als ich war. Ich war sehr oft Zweiter, aber ich habe nie aufgegeben. Und es ist heute gekommen - es war ein sehr großer Moment", sagte Pinturault und bekannte nach "meiner vielleicht größten Leistung": "Ich hatte in der letzten Woche viel Druck." Denn er hatte in den vergangenen Rennen geschwächelt und dem furiosen Odermatt dadurch in beiden Wertungen noch eine Chance gelassen.

Als Gewinner der großen Kristallkugel folgt Pinturault auf Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen) und gewann die begehrte Trophäe als dritter Franzose nach Jean-Claude Killy (1967 und 1968) und Luc Alphand (1997).

Odermatt hätte die Entscheidung noch einmal spannend machen können: Er war mit nur 31 Punkten Rückstand zum Finale gekommen, dann aber wurden die Abfahrt und der Super-G wegen schlechten Wetters zu seinem Nachteil abgesagt. Im Riesenslalom wurde er nur Elfter.

Shiffrin mit "unglaublicher Saison"

Vlhova sicherte sich ebenfalls schon am Samstag als erste Slowakin überhaupt den Gesamtweltcup. "Das bedeutet eine Menge, weil ich Geschichte geschrieben habe", sagte sie nach dem letzten Slalom, den sie als Sechste beendete: Das reichte, um der Schweizerin Lara Gut-Behrami vor dem Riesenslalom uneinholbar zu enteilen, aber es war zu wenig, um den Titel als beste Slalom-Läuferin zu behalten. "Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht", bekannte Vlhova.

Im Gesamtweltcup folgte sie auf Federica Brignone (Italien), im Slalom verlor sie die Kugel an Weltmeisterin Katharina Liensberger (Österreich), die das letzte Rennen vor Mikaela Shiffrin (USA) gewann.

Shiffrin verpasste auch am Sonntag ihren 70. Weltcup-Sieg - sie wurde noch von Alice Robinson (Neuseeland) abgefangen und bekannte anschließend, sie sei "etwas hinter meinen Erwartungen" geblieben. Dennoch habe sie eine "unglaubliche Saison" absolviert.

Vlhova mag trösten, dass sie am Mittwoch einen ziemlich großen Bahnhof bekommt: Mit einem Sonderzug soll sie durch das ganze Land gefahren werden. In der Slowakei ist sie die Königin.