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Krönung für Hofmeister am Tag der Tränen

21.03.2021 10:38
Karriereende mit Podestplatz: Selina Jörg
© AFP/GETTYIMAGES/SID/SEAN M. HAFFEY
Karriereende mit Podestplatz: Selina Jörg

Die Tränen flossen, die Sektkorken flogen - und als die schier überwältigte Ramona Hofmeister erneut zur Königin der Snowboarderinnen gekrönt worden war, wurde es erst so richtig emotional.

Hofmeister und all die anderen aus einer feierwütigen deutschen Mannschaft packten sich die riesigen Sektflaschen, die sie gerade gewonnen hatten, und verpassten den erkennbar bewegten Selina Jörg und Cheyenne Loch zum Ende der Karriere eine gewaltige, feucht-klebrige Dusche.

Sekt war ausreichend vorhanden am Ende eines "emotionalen Tages", wie ihn die aufgewühlte Hofmeister nannte. Den wichtigsten Grund zum Feiern hatte sie selbst: Nach der kleinen Weltcup-Kugel für den Sieg in der Riesenslalom-Wertung nahm sie am Fuße des Götschen in Berchtesgaden wie im Vorjahr auch die große Kugel als beste Parallel-Fahrerin der Saison in Empfang. "Absoluter Wahnsinn", sagte sie nach dem abschließenden Slalom und gab mit tränenfeuchten Augen zu: "Mir fehlen die Worte."

Doch damit nicht genug: Nachdem Hofmeister im Viertelfinale knapp gescheitert war, die Russin Sofia Nadyrschina als ihre Verfolgerin im Gesamtweltcup jedoch schon eine Runde früher, fuhren Jörg und Carolin Langenhorst auf die Plätze zwei und drei. "Das war wirklich der Hammer - und fast schon ein bisschen kitschig", sagte die nicht weniger bewegte Jörg, "ich werde in meinem letzten Einzelrennen Zweite, Ramona gewinnt die große Kugel, alles vor heimischer Kulisse: Besser könnte es nicht laufen."

Doch, konnte es: Am Sonntag fuhr Jörg mit ihrem letzten Run sich und Partner Stefan Baumgartner noch zum dritten Platz im Team-Wettbewerb, "ein super Abschluss, ein fantastischer Abschluss", sagte sie lächelnd, "das war jetzt nochmal das Sahnehäubchen auf das, was gestern passiert ist." Tatsächlich hatte sich Jörg am Tag zuvor ja auch Platz drei im Slalom-Weltcup gesichert.

Und dann war da auch noch Langenhorst, die zum zweiten Mal in ihrer Karriere aufs Podest fuhr. Ihre erste Gratulantin war Hofmeister, die berichtete: "Ich hatte sofort Freudentränen in den Augen. Auch mit der Selina freue ich mich so. Wir sind über die Jahre so eng zusammengewachsen, das ist fast wie eine zweite Familie." Diese Familie aber werde durch die Rücktritte von Jörg und Loch "jetzt auseinandergerissen".

Hofmeister, die im Team-Wettbewerb wegen eines Sturzes von Partner Elias Huber im Achtelfinale ausschied, hat aber schon Pläne, die "Familie" zusammenzuhalten. An Jörg und Loch gewandt sagte sie: "Ich werde euch weiter auf die Nerven gehen, euch besuchen, ihr seid mich nicht los."

Erst einmal muss die Snowboard-Königin aber ihrem Beruf nachgehen: Im April stehen vier Wochen als Polizistin in Bad Reichenhall mit Tag- und Nachtschicht an.

Berchtesgaden 2020/2021

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